Viel braucht der Pilger nicht für den Weg vom Zelt der Religionen zur Erba-Insel. Bequemes Schuhwerk und ein Smartphone genügen. Und wer Letzteres nicht besitzt, bekommt trotzdem genügend Anregungen zum Nachdenken an den sieben Stationen. Denn Texttafeln halten Informationen zur Geschichte des interreligiösen Dialogs in Bamberg bereit. Wer lieber hört als liest, nutzt eben den QR-Code an jeder Stele, über den sich ein Hörbeitrag abrufen lässt.

Start bei der Landesgartenschau

"Ich bin ein bunter Blickfang...", beginnt das Zelt der Religionen am Markusplatz selbst zu erzählen. Die Bamberger Judaistik-Professorin Susanne Talabardon leiht diesem Treffpunkt von Juden, Christen, Muslimen und Baha'i ihre Stimme. "Die Kultur des interreligiösen Dialogs ist in Bamberg seit dem Jahr 2000 lebendig", erinnern der katholische Diakon Ulrich Ortner und die evangelische Diakonin Andrea Hofmann vom Förderverein "Zelt der Religionen" an die ersten Planungen für das Zelt, das während der Landesgartenschau 2012 auf der Erba-Insel zahllose Besucher anzog. Nach seinem Umzug auf den Markusplatz steht es als Symbol für das gute Zusammenleben und -wirken der Religionsgemeinschaften in Bamberg.

Der Förderverein möchte dies mit dem neuen Angebot anschaulich und hörbar machen: mit Zustimmung von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und dem städtischen Gartenamt. Zumal dieser Stationen-Weg unter dem Titel "Dem Zelt auf der Spur" einem maßgeblichen Förderer des interreligiösen Dialogs gewidmet ist: Mohamed Hédi Addala, der langjährige Vorsitzende des Migranten- und Integrationsbeirates der Stadt Bamberg, der am 12. Juni 2020 verstorben ist. "Er hat noch an den Planungen für den Weg mitgearbeitet, bis der erste Lockdown kam", erklären Ortner und Hofmann.

Endstation Erba-Spitze

Coronabedingt musste die im November vorgesehene offizielle Eröffnung des Stationen-Weges auf das Frühjahr verschoben werden. Doch jeder kann ihn trotzdem schon abgehen. Ein Flyer mit Lageplan weist den Interessierten die Route zu den einzelnen Stationen, zu denen etwa die Stelen an der Konzerthalle, am Uferweg mit der Tschernobylschildkröte oder am Spielplatz mit dem Sams gehören. Der Weg endet an der Gebetsstele auf der Erba-Spitze. Die Flyer liegen am Zelt der Religionen aus.