Hat der FC Eintracht Bamberg 2010 eine weitere Chance verdient? Diese Frage hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) mit seinem Präsidenten Rainer Koch und dem zuständigen Verbands-Jugendleiter Karl-Heinz Wilhelm an der Spitze offensichtlich eindeutig mit einem Ja beantwortet und eines von drei neuen Nachwuchsleistungszentren (NLZ) im Freistaat nach Bamberg in die Obhut des FCE vergeben, der in seiner jetzigen Form noch nicht einmal ganz drei Jahre alt ist.

Die BFV-Oberen müssen honoriert haben, dass der FC Eintracht nach seiner krachenden Pleite im Frühjahr 2010 als neuer Verein wieder auf die Beine gekommen zu sein scheint. Sie dürften dem FCE-Vorsitzenden Mathias Zeck und seiner "Vision" vertrauen, dass der Fusionsverein mit seiner Jugendarbeit an alte Erfolge anknüpfen kann: noch vor wenigen Jahren mit den A-, B- und C-Junioren gleichzeitig in den Bayernligen aktiv sowie "zweimal in Aufstiegsspielen an der Bundesliga angeklopft", wie
Zeck jetzt bei einem von Robert Hatzold moderierten Pressetermin im Fuchs-Park-Stadion herausstellte. Derzeit ist der FCE nur mit seinen B-Junioren in der Landesliga überregional vertreten.

Im Vip-Raum des Stadions freuten sich neben Zeck auch Uli Debus (Vorsitzender des FCE-Jugendförderveins), Adi Leicht (Sportlicher Leiter) und Christian Dausel (hauptamtlicher Jugendkoordinator) über die freudige Nachricht des BFV aus München. Beim SV Memmelsdorf etwa - vor kurzem erst neuer regionaler BFV-Stützpunkt geworden - war gestern Vormittag noch nichts Offizielles eingegangen in Sachen Ablehnung der Bewerbung mit entsprechender Begründung.

Beste Bewerbung eingereicht

"Aus einstimmiger Sicht des Kernleitungsteams des Bayer ischen Fußball-Verbandes hat der FC Eintracht Bamberg 2010 für die entsprechende Region die beste Bewerbung eingereicht und deshalb den Zuschlag bekommen", erklärt Verbands-Jugendleiter Wilhelm. Die Folge: "Ein Tag der Freude", wie Zeck sagte. Auch für die Stadt. Zeck präsentierte im Stadion ein Schreiben von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Sportbürgermeister Werner Hipelius (CSU), in dem es heißt: "Die Sportstadt Bamberg erhält durch die Entscheidung des BFV eine weitere Aufwertung." Starke und Hipelius sind überzeugt, "dass das neue Vereinsgelände des FC Eintracht im Volkspark für das Nachwuchsleistungszentrum ideale Rahmenbedingungen bieten wird".

Zeck signalisierte die Bereitschaft der Stadt, die Einrichtungen des Stadions übergangsweise zur Verfügung zu stellen, bis die neue Heimstatt des FCE im Volkspark Wirklichkeit geworden ist. Bekanntlich muss das Vereinsgelände an der Breitenau dem neuen Kompetenzzentrum der Firma Brose weichen, dafür steht die Stadt für die Umsiedlung des FCE gerade.

Für FCE-Jugendkoordinator Dausel geht es nun darum, das NLZ "zusammen mit dem nordbayerischen Stützpunktkoordinator Roberto Pätzold zum Leben zu erwecken". Wenn das NLZ läuft, es personell entsprechend aufgestellt und die nötige Infrastruktur geschaffen ist, dann sollen die größten Fußballhoffnungen aus weitem Umkreis im Bamberger Osten trainieren und für den FC Eintracht 2010 spielen - "mit dem entsprechenden sozialen Umfeld", wie Zeck verspricht.