Die Ringer des TSV Burgebrach sind eine feste Größe in der 2. Liga. Das erste Augenmerk gilt der Nachwuchsarbeit, Erfolge bis in die deutsche Spitze hinein stellen sich ein. Das honorieren die Fans, die Stimmung bei den Heimkämpfen in der Windeck-Halle ist bestens. Wir unterhielten uns mit Volkmar Schmal, dem Abteilungsleiter Ringen beim TSV Burgebrach, über die aktuelle Lage.

Der TSV hält sich seit fünf Jahren in der 2. Liga, die Plätze 7, 4, 7, 9 und nun wieder 6 stehen zu Buche. Ist die 2. Liga zum Selbstläufer geworden in Burgebrach?
Volkmar Schmal: Die 2.Bundesliga ist kein Selbstläufer für uns. Wir müssen in jedem Training hart arbeiten, damit unsere Zuschauer in Burgebrach hochklassige Ringkämpfe sehen können. In der vergangenen Saison haben wir unsere Mannschaft regelmäßig fast komplett mit Eigengewächsen ringen lassen. Dass wir mit unseren Talenten einen hervorragenden sechsten Platz belegt haben, war schon sensationell.

Immer wieder ziehen sich Vereine aus dem Kampfgeschehen in den höchsten deutschen Klassen zurück. Kann den Burgebrachern auch so ein Los drohen?
Die Mannschaften wollen stärker werden und investieren immer mehr Geld. Im Ringen ist die Einnahmesituation der Vereine sehr schwierig. Mit Kleinostheim, Niedernberg, Gailbach, Großostheim und dem RV Haibach haben in diesem Jahr fünf hessische Vereine den Bundesligen den Rücken gekehrt. Wir haben wohl den kleinsten Etat der Liga. Aber Ringkampfbetrieb kostet nicht nur im Männerbereich, auch bei den Schülern fällt einiges an Kosten an. Neben Startgeldern, Übungsleitern, Kilometern, Ausflügen und so weiter stehen auch hohe Gebühren des Verbandes zu Buche. Wir haben viele kleine und auch einzelne mittlere Sponsoren, bei denen ich mich hier auch recht herzlich für die finanzielle Hilfe bedanken möchte.

Wie ist es um die Nachwuchsarbeit beim TSV bestellt, wie um die Pflege der Eigengewächse, zumal Gästeringer immer ein finanzielles Risiko für einen Verein sein dürften?
Nachwuchsarbeit ist ein sehr wichtiges Thema. Wir tun alles, um unseren Nachwuchs zu fördern und über unsere zweite Männermannschaft, die in die Landesliga Nord aufgestiegen ist, an das Bundesliganiveau langsam heranzuführen. Keiner soll Kanonenfutter in der 2. Bundesliga sein. Im vergangenem Jahr ist uns das wirklich toll geglückt. Natürlich wird es Eigengewächse geben, die in diesem Jahr neue Herausforderungen suchen. Aber der Stamm der Eigengewächse bleibt auch in diesem Jahr zusammen. Die deutschen und ausländischen Gastringer aus der EU werden bei uns sehr gut integriert. Sie bekommen einen Arbeitsplatz und fallen dem TSV finanziell nicht zur Last. In der Vergangenheit sind einige Gastringer im Bamberger Landkreis zum Beispiel durch private Bindungen geblieben und haben sich hervorragend in unserer Gesellschaft integriert.

Was muss in Burgebrach passieren, damit der TSV sich auf das Abenteuer Bundesliga einließe? Oder ist die 1. Liga strikt kein Thema für die TSV-Ringer?
Die 1. Bundesliga ist für uns kein Thema. Wie ich schon sagte, haben wir den kleinsten Etat in der 2. Liga. Damit können wir keine konkurrenzfähige Mannschaft für die Bundesliga stellen. In der 1. Liga wäre es nicht möglich, unsere eigenen Talente in der Breite einsetzen zu können. Wir sind sehr froh darüber, unseren Fans und Zuschauern seit fünf Jahren Ringkampf in der 2.Liga bieten zu können. Wir haben auch in diesem Jahr wieder das erklärte Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen.

Wie ist es um den Ringsport beim TSV insgesamt bestellt, ist er die Sportart Nr. 1 in Burgebrach?
In Burgebrach ist der TSV in seiner gesamten Vielfalt die Nr. 1. Hier gibt es neben dem Ringen viele tolle Abteilungen, wo genauso fleißig gearbeitet wird. Wir sind natürlich sehr stolz, dass wir einen großen Zuschauerzuspruch bei unseren Ringkämpfen haben.

Die Ringer des Nachbarn KSV Bamberg scheinen ihre sportliche Talsohle durchschritten zu haben. Wie beurteilen Sie die Entwicklung?
Wir freuen uns, dass es in der Region wieder einen zweiten Verein gibt. Beide können voneinander profitieren.

Ringen ist überraschend aus dem olympischen Programm ab 2020 genommen worden. Wie steht der TSV dazu?
Die gesamte Ringergemeinde im In- wie Ausland ist über diese Entscheidung entsetzt. Es gibt viele Aktivitäten über politische Grenzen hinweg. So schließen sich die iranischen Ringer mit den Ringern der USA und anderen Ringernationen zusammen, damit die Entscheidung im September 2013 revidiert wird. Wir sind da guter Hoffnung, dass die Traditionssportart Ringen, die übrigens mit die älteste olympische Sportart ist, weiterhin olympisch bleibt.


Die Saison 2013


2. Liga Mitte KSV Seeheim, KSC Germania 07 Hösbach, ASC Bindlach, KSV Hohenlimburg, ASV Hüttigweiler, KV Riegelsberg, TSV Burgebrach, KSV Witten

Erster Kampftag Samstag, 14. September: KSV Seeheim - TSV Burgebrach

Heimkämpfe des TSV Burgebrach, immer am Samstag, 19.30 Uhr:
- KSV Hohenlimburg (21.9.)
- ASV Hüttigweiler (5.10.)
- ASC Bindlach (26.10.)
- KSV Seeheim (2.11.)
- KSV Witten (16.11.)
- KSC Hösbach (30.11.)
- KV Riegelsberg (7.12.)