Weil ihm der VfL Frohnlach keine Planungssicherheit bieten konnte, hat sich Spielertrainer Marcel Burkard für einen Vereinswechsel im Sommer entschieden. Der 30-Jährige, zuvor beim ASV Sassanfahrt aktiv, wechselt von der Landesliga in die Kreisklasse Bamberg. Sein neuer Klub ist der FC Falke Röbersdorf, der in der 3er-Staffel aktuell den vierten Rang belegt. Burkard beerbt dann Christian Ott.

Ist der Burkard-Abschied der Anfang vom Ende des VfL? Die Existenzsorgen sind seit dem Ausstieg des Hauptsponsors Mitte 2020 bekannt. Dennoch waren die Entscheidungsträger um den Vorsitzenden Ulrich Kossack und dem Sportlichen Leiter Christian Tremel bis zuletzt optimistisch, dass Landesliga-Fußball in Frohnlach eine Zukunft hat. Die Personalie Burkard ist für sie aber mehr als nur ein personeller Rückschlag.

"Ich habe Verständnis für Marcel, unsere Situation wird dadurch aber noch bedeutend schwieriger. Wir können niemanden Planungssicherheit geben: keinem Trainer, keinem Sponsor, keinem unserer Spieler und keinem möglichen Neuzugang. Ich weiß nicht, wie es im Sommer bei uns aussieht und wie es weitergeht", so Tremel.

Abschied per Videobotschaft

Der scheidende Trainer hatte in einer Videobotschaft den Spielern mitgeteilt, dass er im Sommer nicht mehr zur Verfügung steht. Daraufhin hätten sich mehrere Akteure gemeldet und ihre große Enttäuschung zum Ausdruck gebracht. "Was jetzt noch getroffene Zusagen wert sind, muss man sehen", räumt Tremel ein. Klar ist bereits, dass mehrere Spieler den Klub verlassen, etwa die Leistungsträger Dominik Schmidt, Dominic Lauterbach, Tajfun Özdemir oder Aykut Civelek. Und jetzt eben auch noch Burkard.

Schwierige Sponsorensuche

Nicht nur die Corona-Situation, auch die langjährige Abhängigkeit von einem Großsponsor würde die Lage so verzwickt machen: "Wir bekommen kaum neue Sponsoren, schon gar nicht in der aktuellen Phase der Pandemie." Tremel redet nicht um den heißen Brei: "Wenn es so ist, dass wir im Sommer keine landesligataugliche Truppe mehr auf die Beine stellen können, dann bleibt uns eben nur der Rückzug".

Für den in Herrnsdorf wohnenden Burkard war auch der kurze Weg ein Argument, den Röbersdorfern seine Zusage zu geben. Und die Tatsache, dass er in den Gesprächen nach eigenen Angaben sofort auf einer Wellenlänge lag. Die Röbersdorfer wollen mit ihrem künftigen Trainer, der auf dem Platz im defensiven Mittelfeld die Strippen ziehen wird, endlich in die Kreisliga aufsteigen.