Es sieht nicht nur aus wie eine Schneekanone - es ist auch eine, die da auf dem Abbruchgelände am ehemaligen Metzner-da-am-Eck-da einen feinen Sprühnebel erzeugt. Umgebaut zu einer "Staubbindeanlage" soll sie auf der Baustelle am ZOB die Beeinträchtigungen für die Umgebung minimieren.

Das Gerät überragt den Bauzaun und ist schwerlich zu übersehen. Und wer der Staubbindeanlage zu nahe kommt, spürt die feinsten Wassertropfen, die sie bis auf die Franz-Ludwig-Straße verteilt.

Die Anlage gehört der Firma Metzner Recycling GmbH aus Pettstadt, die sie erstmals einsetzt. Die Erwartungen, die Inhaber Michael Metzner darin setzt, scheinen sich zu erfüllen: Er spart sich einen Mann, der sonst den Feuerwehrschlauch halten muss, mit dem Baustellen normalerweise gewässert werden. Und er spart eine Menge Wasser. Statt 20 bis 40 Kubikmeter komme man mit vier Kubikmeter am Tag aus.


Metzner-Haus nur noch Ruine

Viel steht schon nicht mehr vom alten Metzner-da-am-Eck-da. Bis Anfang 2018 wird an selber Stelle ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Es soll den nordöstlichen Eingang zum "Quartier an der Stadtmauer" bilden, jenem 50-Millionen- Euro-Projekt, das die Sparkasse binnen eineinhalb Jahren zwischen Promenade und Lange Straße verwirklichen will.

Momentan wird der nötige Platz dafür geschaffen. Ein Großteil der 5000 Quadratmeter großen Fläche ist frei geräumt. Als letztes der zum Abbruch bestimmten Gebäude fällt in naher Zukunft das alte Sparkassengebäude an der Langen Straße.

Weil man es in dem Bauwerk aus den 1970er Jahren auch mit Asbest zu tun hat, könnten nicht einfach die Bagger anrücken, sagt Unternehmens-Sprecher Mathias Polz. Eine Spezialfirma sei beauftragt, zuerst alles zu entsorgen, was Asbest enthält.


Bushaltestelle fällt ab Montag weg

Der bevorstehende Abbruch des Sparkassengebäudes hat erste Auswirkungen in der Langen Straße: Die Busbucht wird nur noch bis Sonntag bedient. Ab Montag, dem Feiertag Mariä Himmelfahrt, hält dort kein Stadtbus mehr. Die nächsten Haltestellen sind dann an der Promenade und Am Kranen. Ab Mittwoch wird zudem der Gehsteig für den Bau eines Bauzauns benötigt, wie Polz informiert. Für Fußgänger sei ein Streifen an der Fahrbahn vorgesehen.

Nach Stadtwerke-Angaben führt kein Weg daran vorbei, die Bushaltestelle vorübergehend aufzulösen. In der Langen Straße sei kein Platz, um an anderer Stelle eine Ausweichhaltestelle zu schaffen, ohne den Durchgangsverkehr massiv zu behindern, betont Jan Giersberg, der Stadtwerke-Sprecher. Nach der Fertigstellung des Quartiers werde es "selbstverständlich" wieder eine Haltestelle in der Langen Straße geben.


Neue Ein- und Durchblicke

Von den rückwärtigen Sparkassen-Anbauten an der Hellerstraße und dem ehemaligen Parkdeck steht schon kein Stein mehr auf dem anderen. Auch ein kleineres Haus an der Hellerstraße ist inzwischen gefallen. Bei den beiden Gebäuden, die momentan etwas verloren zwischen den Baulücken an der Hellerstraße zu stehen scheinen, handelt es sich um die denkmalgeschützten Objekte, die erhalten werden müssen.

Die Großbaustelle zieht jetzt schon Neugierige und Schaulustige an. Kein Wunder: Die Lücken, die sich aufgetan haben, erlauben vorübergehend einmalige Ein- und Durchblicke. Von der Hellerstraße aus etwa kann man jetzt auf die Rückseite der Wohnhäuser und des Hotels an der Promenadenstraße schauen. Davor erhebt sich ein barockes Gartenhäuschen, das auf einem Nachbargrundstück steht.