Zahlreiche Ehrengäste, unter anderem Landrat Johann Kalb (CSU) und Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann, waren gekommen, um das Ergebnis persönlich in Augenschein zu nehmen: Zu Recht stolz sind die Roßdorfer auf den Abschluss ihrer Dorferneuerungsmaßnahme. Dekan Johannes Reinsch segnete die neue Dorfscheune, den Brunnen und die neue Tragkraftspritze. Für die musikalische Umrahmung des kleinen Festes am Platz vor der alten Schule sorgte die Blaskapelle der Dorfgemeinschaft.

In den letzten drei Jahren hat sich in Roßdorf am Forst vieles verändert. Dank einer "einfachen" Dorferneuerung konnten in dem Strullendorfer Ortsteil viele "städtebaulichen Missstände" bereinigt werden. Die Maßnahmen am Kleeanger, an der Sutte und im Reuthweg, die Zufahrt für den Parkplatz zum Felsenkeller und zahlreiche Fußwege haben insgesamt zu einer Verbesserung der Verkehrs- bzw.
Parksituation und zu einer Aufwertung des Aufenthaltscharakters im öffentlichen Raum geführt. Ganz wichtig für die Dorfgemeinschaft war sicherlich die Neugestaltung des Platzes vor der alten Schule und der Bau einer Dorfscheune. Hier lagert jetzt die Dorfkrippe, der Osterbrunnen, Pavillons und alles, was man für ein "funktionierendes Dorfleben" so braucht.

Für den Zweiten Bürgermeister der Gemeinde Strullendorf, Ludwig Werner (Bürgerblock), war es darüber hinaus sehr wichtig, dass Gehwege entstanden sind, um die Sicherheit der Fußgänger im Ort zu verbessern. Insbesondere er als gebürtiger Roßdorfer musste immer wieder einmal vermittelnd eingreifen, wenn geplante Maßnahmen und die tatsächliche Umsetzung für die Bürger nicht so ganz nachvollziehbar waren.

Zufrieden äußerte sich Heinrich Bayer, der zusammen mit anderen Roßdorfern im Frühjahr 2012 bei einem Seminar an der Schule für Dorferneuerung in Klosterlangheim dabei gewesen ist. Er hätte "vielleicht Kleinigkeiten anders gemacht", aber auch für sein Anwesen an der Dorfstraße konnte nun Verbesserungen vorgenommen und die Einfahrtsituation verbessert werden.

Wolfgang Kießling vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) zeigte sich sehr zufrieden über die zügige und unkomplizierte Abwicklung der Dorferneuerungsmaßnahme in Roßdorf. "Es gab hier viele interessierte Bürger, die ihr Ortsbild mitgestalten wollten", so Kießling, der allen beteiligten Institutionen, Büros und Firmen für den reibungslosen Ablauf der Maßnahme dankte. Er erinnerte daran, dass "alle Maßnahmen nur dann funktionieren, wenn man eine lebendige Dorfgemeinschaft hat".


Gemeinde ist zuständig

"Einfache" Dorferneuerungsmaßnehmen sind auch deshalb so beliebt, weil "Schlüsselmaßnahmen" in wenigen Jahren geplant und umgesetzt werden können. Es wird hierfür keine Teilnehmergemeinschaft und keinen gewählten Vorstand benötigt, kommt aber auch zu keiner Vermessung und Bodenordnug. Die Gemeinde ist für Planung und Durchführung zuständig.

Der damalige Höchstbetrag für alle förderfähigen Maßnahmen in Höhe von 250 000 Euro wurden voll ausgenutzt. Die Zuschüsse stammen aus Bundesmitteln und Mitteln des Freistaates Bayern. Dabei schlugen die Tiefbaumaßnahmen mit rund 188 000 Euro und die Dorfscheune mit rund 61 000 Euro zu Buche.

Im direkten Umfeld der öffentlichen Baumaßnahmen bestand auch die Möglichkeit der Förderung von privaten Maßnahmen. Es wurden in Roßdorf vier Anträge gestellt mit einer Investitionssumme von rund 548 000 Euro. 109 000 Euro an Zuschüssen konnten hierfür bewilligt werden.

Eine Privatmaßnahme in der Sutte erhielt für die besonderen baulichen und gestalterischen Maßnahmen eine Auszeichnung. Strullendorfs Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) dankte dem Bauherrn für sein großes persönliches Engagement. Die entsprechende Urkunde wird am 5. Oklober in Klosterlangheim verliehen. Insbesondere das Zusammenspiel von öffentlichen und privaten Maßnahmen trägt erheblich zum Erfolg einer Dorferneuerung bei.

Für das leibliche Wohl der Gäste war bestens gesorgt worden. Besonders herzlich bedankten sich die beiden Strullendorfer Bürgermeister bei Franz und Wolfgang Will für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Roßdorfer Dorfgemeinschaft. Am frühen Abend und bei einer fränkischen Brotzeit spielte dann der "Alt-Roßdorfer" Stefan Sauer mit seiner Musikgruppe "Fei Fränkisch Gell" ein "Schdändäla".