Welch große Bedeutung das traditionelle Muttergottesfest der Oberen Pfarre für die Bamberger hat, wurde am Sonntag eindrucksvoll unter Beweis gestellt: "Der Plan ist aufgegangen!" freute sich Pfarrer Matthias Bambynek vor dem Schlusssegen über den bewegenden Gottesdienst auf dem Maxplatz.

Ermutigung und Perspektive möge durch diese Feier in den Alltag begleiten, wünschte der Pfarrer. Und griff noch einmal einen Gedanken aus seiner frei gehaltenen Predigt auf: "Wir glauben an einen Gott, der das Leben will, der Gerechtigkeit will, der manches auf den Kopf stellt!" In der herrschenden Verunsicherung über das, "was mit der Pandemie über uns hereingebrochen ist, können wir Christen uns von Maria anstiften lassen für den Weg, der vor uns liegt".

Allein über hundert Ehrenamtliche aus der Oberen Pfarre und aus St. Martin hatten im Vorfeld des Festgottesdienstes und während des Ereignisses selbst für einen reibungslosen Ablauf gesorgt. Die von der Stadt Bamberg und vom Gesundheitsamt vorgegeben Hygienevorschriften wurden strikt eingehalten. So versammelten sich die auf dem Maxplatz erlaubten 500 Gläubigen in gebührendem Abstand, etwa 200 weitere verfolgten die Eucharistiefeier außerhalb der Absperrungen. Anmeldeformulare mussten ausgefüllt und Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden.

Selbst die beiden Gnadenbilder, die freudenreiche Muttergottes aus dem Liebfrauenmünster und die schmerzhafte aus der St. Martins-Kirche standen mit Abstand auf dem Platz. Und zwar schlicht, ohne Brokatgewänder, jedoch gekrönt und mit Sommerblumen am jeweiligen Sockel. In einiger Entfernung grüßte auch der heilige Urban, der sonst in der Laurenzikapelle steht.

Coronabedingt musste die große Muttergottes-Prozession zwar ausfallen. Doch der festlich-frohe Charakter dieses Sonntags nach Mariä Himmelfahrt, die stimmigen Texte, die musikalische Gestaltung durch Bläserensemble, Schola und E-Piano, die Begegnung mit dem Gott des Lebens und mit Maria taten gut. Weckten Dankbarkeit bei den Menschen, die sich in Beifall entlud.