Unter dem Motto "Der wilde Westen fängt gleich hinter Häschaad an ..." hatte der neu gegründete Verein "Häschaader Fasching" am Wochenende zum ersten Mal als Verantwortlicher zur traditionellen Prunksitzung in die Jahnhalle eingeladen. Das Publikum bekam an zwei Tagen eine tolle Show mit einem abwechslungsreichen Programm, teilweise doch hintersinnigen Beiträgen in der Bütt und vielen gekonnten Tanzauftritten präsentiert. Durch das Programm führte Gerlinde Stache, die Elferratsvorsitzende und Vorsitzende vom Verein Tanz-Rhythmus, wie immer gekonnt, charmant und mit viel Wortwitz.

Die "Quoten-Süsselforerin"

Natürlich durfte bei diesem Motto so mancher Seitenhieb auf "Süsselfor", für Nicht-Hirschaider ist damit der Hirschaider Ortsteil Sassanfahrt gemeint, nicht fehlen, aber Anja Schmaus als die "Quoten-Süsselforerin" wusste immer eine passende Antwort. Alleinunterhalter Uwe Krapfenbau, wurde kurz entschlossen zum "Donat-Farmer" umbenannt, und sorgte für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung.

Bereits am Freitag hatten die "Original Allersberger Flecklashexen", bekannt aus Fastnacht in Franken, die Halle zum Toben gebracht. Aus gut unterrichteten Kreisen war zu hören, dass sie auch bei der "Nachsitzung" in der Bar noch viel Spaß hatten.

Die politische Lokalprominenz fehlte an beiden Abenden nicht. So waren unter anderem Landrat Johann Kalb (CSU) mit seiner Gattin und Hirschaids Bürgermeister Klaus Homann (CSU) mit seiner Gattin gekommen. Alle, ganz gleich welcher politischen Coleur, bekamen die obligatorischen Faschingsorden überreicht, und Küsschen gab's vom Hirschaider Prinzenpaar Prinz Daniel I. und der Prinzessin Lisa-Marie I. Begrüßt wurde auch eine Abordnung vom Faschingsverein "Kuckuck" aus Sonneberg und vom "Ritter von Hahn" aus Trunstadt.

Peter Zeh von den Seigendorfer "Berchtleut" stimmte das Publikum mit dem Lied "Der wilde, wilde Westen ..." auf das Motto ein, bevor die Jugendgarde vom Tanz-Rhythmus Hirschaid den Reigen der Gardetänze eröffnete. Auftritte der Juniorengarde und der Neubert-Garde folgten.

Mit dem Auftritt von Monika Schaiblein und Gaby Behr gelang ein ganz besonderer Blick in die Zukunft. So erfuhr man, was man in den Tarot-Karten lesen kann, welche Geheimnisse die Kristallkugel verrät und wie man mit den "Energiewirbeln" im Körper verfahren muss.

Die Tanzmariechen Lorena Bickel, Elissa Catalan, Antonia Hahn, Laura Langhauser, Lisa Zeh und Lilly Valentin begeisterten die Anwesenden mit einem Medley.

Der Hirschaider Hirsch stieg von seinem Denkmal auf der Brücke herunter, um als "Sheriff aus Häschaad" den ewigen Nörglern und Langeweilern, selbst im Fasching, die Meinung zu sagen.

Anja Schmaus sprach davon, dass "die Wahrheit keiner hören will" und sie keine Zeit für "endlose Diskussionen oder einen Stuhlkreis" habe. Sie plädierte dafür, "mal alle Probleme beiseite zu legen" und dass es viele Wege zum Glück gebe: "Einer davon wäre, aufzuhören zu jammern." Dazu gehöre auch der Respekt, vor denen, die auftreten. Sie riet dazu, vielleicht selber einmal etwas zu machen. Das Publikum dankte ihr dafür mit stehend dargebrachten Ovationen.

"Fair-Trade-Town Häschaad"

Der Hirschaider Frauenbund zeigte eine klasse Darbietung mit seinem "Western-Medley". Applaus gab es auch für den Beitrag "Auf dem Weg zum Arzt mit Wartezeit" mit Jutta und Lisa Saffer, die am Samstag den Hirschaider Bürgermeister mitnahmen, weil sie ihm die "Männergrippe" schon ansahen.

Natürlich durfte der Jahresrückblick in der Bütt mit Karin Schröder nicht fehlen. In Hirschaid geht nichts an ihr vorbei, und so manches "Wild-West Geheimnis" wurde von ihr gelüftet und kommentiert. Ganz gleich, ob es sich nun um die Absage der Regnitzauer Kirchweih, die Saloon-Wirtin Hilde oder die "Fair-Trade-Town Häschaad" handelte. Die anstehenden Kommunalwahlen wurden nicht vergessen, denn es wollte "kein Kandidat fehlen, denn im März sollen wir sie wiederwählen".

Über die Leiden eines Kassenpatienten nach Unfall, Krankenhaus und Reha philosophierte Andreas Dittrich, der "auch" als Röbersdorfer mit viel Beifall bedacht wurde.

Die "Danzfrägga und Kratzbörschdn" brachten wieder eine tolle Show auf die Bühne. Sie interpretierten das Motto mit flotten Tanzeinlagen.

Beifallsstürme für Männerballett

Besonders das Männerballett vom Obst- und Gartenbauverein Regnitzau ließ nicht nur die anwesenden Damen vor Neid erblassen und zu Beifallsstürmen, weit über dem fränkischen "Passt scho" hinreißen. Ihre Performance unter dem Titel "Hitparade der 100 000 Revolver" von Heino, Sarah Connor, Mark Forster, Andreas Gabalier, Andrea Berg sowie Roland Kaiser und Maite Kelly brachte die Jahnhalle zum Toben. Gleiches gilt für den großen Showtanz zum "Wilden Westen" mit der Neubert-Garde, der Jugendgarde und der TSV-Tanzgarde 2000.

Ein weiterer Höhepunkt an diesem Abend war das Geburtstagsständchen für Horst Wende, der seinen 65. Geburtstag feiern konnte. Sichtlich gerührt nahm er die vielen Glückwünsche, Umarmungen und Küsschen sowie sein Ständchen entgegen.

Gegen Mitternacht war man mit dem Programm durch, nicht ohne den Dank an die vielen Helfer zu vergessen. Doch nach der Prunksitzung ist vor der Prunksitzung: Das Motto 2021 wird "Licht aus, Spot an - 70er Disco in Häschaad" lauten.