Es ist ein durchaus ernstes Thema. Es geht um das Internet. Ich bin mit diesem Ding, das die Kanzlerin Merkel einst mit den Worten "Neuland" bezeichnete, aufgewachsen. Ich habe die Geburt des Internets erlebt, das Kleinkindalter und die jetzige Zeit, die so ähnlich der Pubertät von Nicola ist.
Ein blöder Vergleich, meinen Sie? Ganz und gar nicht! Das Internet weiß noch nicht so recht, was es eigentlich ist. Wie in die eigenen Kinder stecken viele Menschen, vor allem die Nutzer des Internets, viel Hoffnung in dieses auf Bits und Bytes gestützte System. "Das entwickelt sich und wird die Zukunft maßgeblich mitgestalten!", eine der vielen Aussagen, die man immer mal zum weltweiten, zunächst imaginären Netz hören kann.
Das möchte ich für meine Tochter auch. Dass sie ihren Weg findet und "was G'scheites aus ihr wird". Dass sie sich weiterentwickelt und wächst. Nicht unbedingt in der Größe, sie reicht mir bereits jetzt bis an die Ohrläppchen - es geht um die innere Größe. Sie soll Informationen sammeln, verarbeiten, Schlüsse ziehen und das eine oder andere weitergeben.
"Papa, was habt Ihr eigentlich ohne Internet gemacht?", ist ihre Standardfrage, wenn ich mal wieder über dasselbige philosophiere und schwadroniere. "Bücher haben wir in der Buchhandlung gekauft, Reisen im Reisebüro gebucht und Informationen im Großen Brockhaus nachgeschlagen." Statt einer abfälligen Bemerkung frei nach dem Motto "Du hattest echt eine schwere Kindheit", fand Nicola mit ihren 13 Jahren dann doch überraschende Worte: "Boah, bei Euch ging ja im Leben noch was!"
Ja, vor allem wir gingen - und das meistens zu Fuß. Ich traute mich gar nicht zu sagen, dass wir statt in Sekunden eine Mail über das Netz an jemanden zu schicken, Postkarten oder gar Briefe nutzten, die dann auch noch tage-, manchmal wochenlang unterwegs waren.
Als ich 13 Jahre alt war, gab es Wählscheiben auf orangen, grauen oder grünen Telefonen, nur Neureiche hatten schon Tasten.
Im Fernsehen gab es drei Programme und Netflix war nicht mal als Wort erfunden. Und heute muss ich erkennen, dass Nicola und das Internet ähnliche Entwicklungsstufen aufweisen? Scheiß Pubertät!



Und was sagt Nicola?
Ich kenne noch eine Gemeinsamkeit von Internet und mir: Man kann uns, auch wenn man es will, nicht einfach abschalten. Das erzähl ich Analog-Papa aber besser nicht!