Ich müsste nochmals zurück zum Skifahren zurückkommen. Letzte Woche thematisiert, passierte auf dieser Skitour im Zillertal allerdings deutlich mehr, was Nicola und ich inklusive dem Rest der Familie durchmachen durften.
Eine der entscheidenden Veränderungen zu den Vorjahren war, dass Nicola, sofern es keinen "Papa-Ski-Unterricht" gab, irgendwie immer weg war. Mein Sohnemann, meine Frau und ich fuhren im Grunde meistens im Trio die Pisten hinab, einem Tetra-Pak verschloss sich die 13-Jährige. Das aber immer konsequent unterschiedlich. Waren wir oben, war sie bereits unten, waren wir unten, stand sie in aller Seelenruhe am oberen Grat und winkte nicht einmal. "Ich hole euch sowieso wieder ein", erklärte Nicola, wenn sie am Sessellift wieder zu uns stieß.
Ich gebe zu, dass ich da sehr empfindlich bin, denn mir ist eine Begebenheit an solch einem Lift noch sehr gut in Erinnerung. Nicola stellte fest, dass wir wieder einmal zu langsam in der vor allem holländischen Schlange seien und beschloss, sich durch dezentes Lücken nutzen in eine bessere Ausgangsposition zu bringen. Auf gut Deutsch: Sie drängelte sich so vor, dass Nicola vier bis fünf Reihen und entsprechend früher beim Einsteigen war.
Zwei braungebrannte Sesselliftaufpasser erblickten Nicola und machten eindeutig zweideutige Bewegungen, die Nicola glücklicherweise nicht wahrnahm. Als ich dann auf Höhe der beiden Galane angekommen war, konnte ich es mir nicht verkneifen, diesen zu offerieren, dass sie zwei Probleme hätten. "Erstens ist das Mädel dort 13 Jahre alt", warnte ich mit ernstem Blick. "Viel größer ist aber das Problem, dass ich der Vater bin!"
Ich weiß nicht, ob den beiden diese Aussage wirklich imponierte, ich erzähle im Nachhinein zumindest die Version so, dass ich die Angst in den Augen der Beiden habe aufblitzen sehen.
Seitdem schaute ich auch wieder, dass die Bindung zwischen Nicola und mir, einer Skibindung gleich, sehr eng ansitzend zu gestalten ist.
Zurück zu den Abständen. Nicola erklärt, ich sei nicht schnell genug und sie fahre gerne einen "flotten Stiefel", ich glaube eher, dass sie den anderen Jungs nachschaut und flirtet, statt mal auf meinen Stil zu achten und sich ein wenig was abzuschauen. Scheiß Pubertät!

Und was sagt Nicola?
Ich glaube, ich darf Papa echt nicht erzählen, warum ich immer oben oder unten stehen bleibe. Ich sehe ihm nämlich gerne beim Skifahren zu. Er sieht aus, wie ein Bär auf Skiern - kommt überall runter, aber eher drollig und tapsig.