• Landkreis Bamberg: "Regnitztaler Weihnachtsmann" beschenkt arme Kinder
  • Gebastelte Engel mit Wünschen können in verschiedenen Geschäften abgeholt werden
  • "Das geht mir schon ans Herz" - Familienschicksale bewegen das Team

Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwägerin hat Frau R. aus Hirschaid (Landkreis Bamberg), die ihren Namen nicht veröffentlichen möchte, die Aktion "Regnitztaler Weihnachtsmann" ins Leben gerufen. "Uns ist es wichtig, dass an Weihnachten jedes Kind mit seinen Eltern unter dem Baum sitzt und ein Geschenk auspacken kann", erklärt sie inFranken.de. Um finanziell schwache Familien dabei zu unterstützen, gibt es die Aktion "Regnitztaler Weihnachtsmann".

Hirschaid: Das sind die Ursprünge des "Regnitztaler Weihnachtsmannes"

Bereits seit 2015 läuft die Aktion, anfangs nur in Hirschaid. "Ein Mann, dem es nicht gut ging, hat in der Vorweihnachtszeit mit meiner Mama geredet. Seine Frau hatte ihn mitsamt den Kindern verlassen und er wusste nicht, wie er ihnen Geschenke machen soll", erklärt R. den Ursprung. "Da hat sie sich an eine Zeit erinnert, in der es ihr auch nicht gut ging. Es gibt viele Menschen, die gar nichts haben. In Schweinfurt gab oder gibt es eine ähnliche Aktion. So kam es, dass meine Mama gesagt hat, wir versuchen das hier auch."

Die vielen Schicksale, von denen sie durch die Aktion erfahren, bewegten die Familie sehr. "Vor zwei oder drei Jahren waren wir bei einer Familie, da haben wir, einschließlich unserem Weihnachtsmann, alle geweint, als wir wieder gegangen sind", erinnert sie sich.

"Es ist manchmal viel Stress, aber wir wissen ja, wofür wir es machen. Meinen Kindern geht es gut, ich weiß, dass sie Geschenke bekommen. Aber wenn ich sehe, dass es anderen Kindern nicht so geht, das geht mir schon ans Herz."

Weihnachtsmann verteilt Geschenke an Kinder hilfsbedürftiger Familien

So funktioniert das Ganze: Kinder bis 15 Jahre oder ihre Eltern können je einen Wunsch im Wert von maximal 30 Euro einreichen. Um sicherzustellen, dass der tatsächlich aus einer Familie mit niedrigem Einkommen, finanziellen Schwierigkeiten oder einem Schicksalsschlag kommt, stehe das Weihnachtsmann-Team in engem Kontakt mit Jugendamt, Frühförderung und Kindergärten. "Die Anzahl schwankt jedes Jahr, aber während Corona sind es mehr geworden, die ohne diese Aktion wahrscheinlich keine Geschenke bekommen hätten", so R.

Der Weihnachtswunsch werde jeweils in anonymisierter Weise auf einem von dem kleinen Team gebastelten Engel notiert. Die Engel würden dann an Weihnachtsbäumen befestigt, die in verschiedenen Läden als Dekoration verwendet werde. Dort könnten andere Menschen einen mitnehmen, das Geschenk besorgen, den Engel daran befestigen und das Ganze wieder im Laden abgeben. Über eine Nummer auf dem Engel könne das Weihnachtsmann-Team das Geschenk dann dem richtigen Kind zuordnen.

"Normalerweise bringt unser Weihnachtsmann es dann dort vorbei, aber mit Corona ist uns das zu riskant. Er ist schon älter und wir wollen ihm nicht zumuten, dass er zu jeder Familie ins Haus muss." Stattdessen geben die Frauen die Geschenke meist heimlich bei den Eltern ab, sodass die ihren Kindern an Heiligabend erzählen können, das Christkind oder der Weihnachtsmann hätte es gebracht.

Regnitztaler Weihnachtsmann: So kannst du helfen

Wünsche können noch bis zum 4. Dezember angemeldet werden. Wer sich an der Aktion beteiligen und einem Kind einen Weihnachtswunsch erfüllen möchte, könne sich in den folgenden Geschäften einen Engel abholen. Die Geschenke müssten dann bis spätestens 15. Dezember 2021 wieder dort abgegeben werden.

  • Hair Inn, Luitpoldstraße 7, 96114 Hirschaid
  • Tegut, Bamberger Str. 18, 96114 Hirschaid
  • Hausarztzentrum Hirschaid, Kirchplatz 9, 96114 Hirschaid
  • Franken-Apotheke, Kirchplatz 9, 96114 Hirschaid
  • Rathaus Altendorf, Jurastraße 1, 96146 Altendorf
  • Rathaus Strullendorf, Forchheimer Str. 32, 96129 Strullendorf
  • Metzgerei Möhrlein, Lindenallee 5, 96129 Strullendorf
  • Glocken Apotheke, Forchheimer Str. 47, 96129 Strullendorf