Zum Abschluss der jahrelangen Renovierungsarbeiten hat Erzbischof Ludwig Schick den neuen Altar der Kuratiekirche zu den Hl. Schutzengeln in Stappenbach geweiht. Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßte der Erste Bürgermeister des Marktes Burgebrach, Johannes Maciejonczy, den Erzbischof und überbrachte ihm als Zeichen des Dankes eine Geldspende für seine Stiftung "Brot für die Welt". Aufgrund der derzeitigen Umstände konnte nur ein kleiner Kreis an Gläubigen der Altarweihe beiwohnen.

"Eine Aufschiebung der Altarweihe war von den Verantwortlichen nicht mehr gewollt", sagte Erzbischof Schick, "und es ist ein Zeichen der Wertigkeit der Kirche, gerade auch in der Coronazeit". Die Kirche soll offen sein für Gebete und Gottesdienste.

"Es tut unserer Seele gut, ein Haus des Gebetes in unserer Nähe zu haben und die Gegenwart Gottes beim Gebet und im Gottesdienst zu spüren." Sie gebe Zuversicht, Stärkung und Hoffnung. Kirchen sind Zeichen und Orte der Gegenwart Jesu Christi. Wo bleibt Jesus unter uns Menschen nach Christi Himmelfahrt? Jesus bleibt Mittelpunkt unseres Lebens, um uns die Fülle des Lebens zu schenken. Er gibt den Gläubigen Orientierung. Jesus bleibt unter uns in den Sakramenten wirksam. Schick bat die Stappenbacher, Gottes heilbringende Erfahrung an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Unter dem neuen Altar wurde eine Reliquie des heiligen Faustus eingesetzt. Den neuen Taufbrunnen und den Altar besprengte Schick mit Weihwasser. Dann salbte er den Altar und verbrannte anschließend Weihrauch. Nach dieser eindrucksvollen besonderen Zeremonie folgte eine andächtige Stille. Zum ersten Mal wurde der Tisch für die Eucharistiefeier gedeckt.

Druckfrische Festschrift

Der örtliche Geistliche Bernhard Friedmann dankte zum Abschluss dem Erzbischof und allen Beteiligten und ehrenamtlichen Helfern und übergab Schick die druckfrische Festschrift, die zur Würdigung dieses großen Ereignisses Domkapitular Norbert Jung herausgegeben hat. Darin stellt Diözesankonservator Peter Schwarzmann die Neugestaltung der Kirche in Bild und Wort vor, Monika Riemer-Maciejonczyk bietet einen Überblick über die Ortsgeschichte, Domkapitular Jung fasst die Geschichte der Kuratie zusammen. Lucia Morper-Busch sowie ihr Mann Carsten Busch schildern etwa die Schulgeschichte und die Siedlungsgeographie des Ortes. Das reich illustrierte Buch ist 120 Seiten stark und kann für 10 Euro bei Kirchenpfleger Sebastian Hartmann und im Pfarramt Burgebrach erworben werden. Die Herausgabe wurde vom Markt Burgebrach großzügig unterstützt.

Damit alle Gläubigen an der Feier teilhaben konnten, wurde der Festgottesdienst in den Pfarrsaal und auf Facebook übertragen. Den musikalischen Rahmen des Gottesdienstes gab Oliver Endres an der Orgel.

Nach einer kompletten Außensanierung wurde im Januar 2018 mit der Restaurierung des Innenbereiches begonnen. Der Fußboden wurde komplett erneuert, eine neue Heiz- und Beleuchtungsanlage installiert. Im Haupteingang wurde ein Windfang aus einer modernen Stahl-Glaskonstruktion eingebaut. Die Deckengemälde, Bilder und Figuren sowie die sonstige Kirchenausstattung wurden fachmännisch restauriert.

Der Künstler Tobias Kammerer aus Rottweil gestaltete den Innenraum gezielt mit aquarellartigen Farbelementen, die die Ausstattung mit dem Gebäude harmonisch verbinden. Den neuen Zelebrationsaltar fertigte Kammerer aus Tombak. Aus dem Altar wurden sichtbar zwei Stücke für den Ambo herausgenommen.

Kammerer will damit ausdrücken, dass die Eucharistiefeier und das Wort Gottes untrennbar sind. Aus gleichem Material stellte er einen Taufbrunnen mit Osterleuchter her, der im Ostchor platziert ist.

Nachdem die Sakristei viel zu klein und feucht war und sich auch in einem schlechten baulichen Zustand befand, wurde eine neue Sakristei in einem Zwischenbau zum angrenzenden Pfarrhaus integriert und neu ausgestattet. Im Pfarrhaus wurden ein kleiner Saal mit Küche für Zusammenkünfte und WC-Anlagen eingerichtet. ep