In dieser Woche wurde Stegaurach für viele Pendler zum befürchteten Nadelöhr. Wegen der Sperrung der Anschlussäste zur B22 in Stegaurach kam es vor allem während der Stoßzeiten zu erheblichen Behinderungen im Ortsbereich. Zu den Leidtragenden, die sich bei uns gemeldet haben, gehört auch Franz Eibl, der jeden Morgen mit dem Stadtbus nach Bamberg fährt. Das dauert seit Mittwoch deutlich länger. Und am ersten Tag der Sperrung kam er so zäh voran, dass er sich beim Staatlichen Bauamt beschwerte: "Heute morgen ging gar nichts mehr. Der Stau reichte von Debring bis zurück zur Stegauracher Hauptstraße. Meine Busfahrt von Dellern zum ZOB in Bamberg dauerte eine Stunde. Das ist jedoch nichts gegen die Lärm-, Schadstoff- und Klimabelastung."

Eibl fragt sich unter anderem, weshalb mit den Bauarbeiten an der meistbefahrenen Landkreis-Bundesstraße nicht bereits am 2. November begonnen wurde. Denn zu Ferienzeiten wäre das Verkehrsaufkommen deutlich geringer gewesen. "Als ich die Meldungen von der Sperrung ab dem 11. November las, fragte ich mich schon, ob derjenige, der diese Planung gemacht hat, Stegaurach absichtlich ins Verkehrschaos stürzen will", kritisiert Eibl.

Umleitung zu früh befahren

Und von der angekündigten Ampelanlage an der Kreuzung B22 in Debring sei weit und breit nichts zu sehen gewesen. "Schon zu normalen Zeiten ist ein Überqueren zu Stoßzeiten dort schwierig und ein Linksabbiegen fast unmöglich." Entsprechend groß war am Mittwoch der Unmut bei vielen Bürgern. Die Gemeinde Stegaurach verwies dazu auf ihrer Facebook-Seite an das zuständige Staatliche Bauamt: "Die Gemeinde Stegaurach ist sich der hohen Verkehrsbelastung auf der Umleitungsstrecke bewusst und hat gegenüber dem Staatlichen Bauamt Bamberg stets darauf hingewiesen, um auf eine bestmögliche Verkehrsleitung während der Baumaßnahmen hinzuwirken."

Wie sich im Nachhinein herausstellte, war am Mittwoch der Anschluss Richtung Bamberg noch bis 9 Uhr befahrbar. Das Staatliche Bauamt hatte in seiner Ankündigung keine Uhrzeit genannt, sondern nur von Sanierungsarbeiten ab 11. November gesprochen. Bereits am frühen Morgen waren aber die Klebestreifen der Straßensperrungsschilder abgemacht. Und so nutzten die meisten Autofahrer bereits die Umleitungsstrecke, obwohl zu diesem Zeitpunkt die vom Staatlichen Bauamt Bamberg angebrachte Ampelanlage noch nicht in Betrieb war.

Die mobile Ampel verrichtet zwar inzwischen längst ihre Dienste, aus Eibls Sicht gäbe es aber auch hier noch Verbesserungspotenzial: "Das Problem der Ampelanlage ist, dass sie zeitlich gleich getaktet ist. Dabei habe ich am Morgen den Ansturm aus Richtung Stegaurach und Burgebrach und abends stadtauswärts. Da müssten die Grünphasen entsprechend länger sein." Für den Pendler war die Situation am Freitagmorgen bereits besser als an den anderen beiden Tagen. Problematisch bleibe der Rückweg am Abend, wenn sich der Verkehr am Nadelöhr eine halbe Stunde zurückstaue.

"Wir verstehen, dass viele verärgert sind, aber es handelt sich hier um dringende Asphaltierungsarbeiten, von denen dann auch jeder Autofahrer profitieren wird" , erklärt Pressesprecherin Sabrina Hörl vom Staatlichen Bauamt Bamberg. Und die Bauarbeiten seien tatsächlich für die Herbstferien geplant gewesen. Doch dann hätten "einige Widrigkeiten" dafür gesorgt, dass sich der Termin nach hinten verschoben hat.

Spätestens am Mittwoch

"So etwas kommt immer wieder mal vor, die Bücher der Baufirmen sind voll, und wenn an der vorherigen Baustelle noch Restarbeiten zu erledigen sind, verschiebt sich alles ein bisschen", weiß auch Rupert Bergmann vom Fachbereich Bauwesen der Gemeinde Stegaurach.

Aber mittlerweile habe sich der Verkehr rund um die Baustelle einigermaßen eingespielt. Und er ist optimistisch, dass das Nadelöhr Stegaurach spätestens bis Mittwoch wieder durchlässiger ist.

Den Optimismus teilt man auch beim Staatlichen Bauamt: Wenn das Wetter mitspielt und es trocken bleibt, sollten die Arbeiten wie geplant am 18. November abgeschlossen sein. Bis dahin empfiehlt Sabrina Hörl allen, die Umleitungsstrecke zu nutzen. Mitte kommender Woche dürften dann auch Pendler wie Franz Eibl wieder schneller ans Ziel kommen.

Wobei ihn die Baustelle auch auf eine Idee gebracht hat: "Mein Vorschlag zur Wiedergutmachung wäre, die mobile Ampelanlage dauerhaft anzubringen. Das würde Schulkinder, Radfahrer und Autofahrer sehr freuen."