Die schöne Lage der Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit zeigt sich nicht nur, wenn man von Burgebrach her über die Höhen kommt und der Blick auf Lisberg mit seiner mächtigen Burg fällt. Auch talaufwärts bietet sich von der Ortstraße her ein wunderbarer Anblick des Kirchengebäudes aus dem 18. Jahrhundert.

Doch derzeit trübt ein freitragendes Stahlgerüst am hoch aufragenden Kirchturm das gewohnte Bild. Auch das Turmkreuz samt vergoldeter Kugel fehlt. "Wenn wir's schon machen, machen wir's gescheit!" lächelt Pfarrer Walter Ries, obwohl ihm angesichts der notwendigen Sanierung eigentlich schwindelt. Denn die Kosten der Maßnahme steigen kontinuierlich: Waren ursprünglich 165 000 Euro geplant, wurden es dann 185 000 Euro, jetzt werden 200 000 Euro veranschlagt - "und ein Ende ist nicht abzusehen", seufzt Kirchenpflegerin Elisabeth Knauer, die sich als gelernte Bankkauffrau mit Zahlenkolonnen gut auskennt. Und somit weiß, dass der zu leistende Eigenanteil von 30 Prozent der Gesamtsumme die Möglichkeiten der Kirchenstiftung übersteigt. 63 Prozent trägt das Erzbistum Bamberg, den Rest die Kommune Lisberg.

Ohne Zusatzkosten

Da ist es eine Erleichterung, dass die Lisberger künftig ohne Zusatzkosten wissen, was die Stunde geschlagen hat. Denn die Uhren an zwei Seiten des Turms fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich der Kirchenstiftung: Ein Zifferblatt muss erneuert, das andere restauriert und das Uhrwerk überholt werden: "Die Kommune übernimmt 40 Prozent der Kosten von etwa 4500 Euro, das Erzbistum 60 Prozent" erklärt die Kirchenpflegerin.

Die letzte Sanierung der alten Kirche liegt 40 Jahre zurück. Der Grundstein für den Anbau wurde 1983 gelegt. An der Nahtstelle von Alt- und Neubau befindet sich der Haupteingang. Auch der neue Kirchenraum, in dem sich in Corona freien Zeiten bis zu 200 Gläubige sonntags um den Altar gruppieren, braucht einen neuen Anstrich: "Wegen der Kosten aber erst in zwei Jahren", versichert Pfarrer Ries.

Altes Gotteshaus ist Werktagskirche

Jetzt ist das alte Gotteshaus - zwischen 1729 und 1756 errichtet, an der Reihe. Es dient als Werktags- und Taufkirche und beherbergt die überlebensgroße "Lisberger Madonna", die ursprünglich aus der alten Dominikanerkirche in Bamberg stammt. Außen saniert werden das Langhaus und eben der Turm, nachdem vom Sandsteingesims Brocken herabgefallen waren. Die Bauabteilung des Erzbischöflichen Ordinariates mit Diözesanarchitekt Herbert van Beek stellten bald weitere Mängel fest: Das Holzgebälk von Langhaus und Turm ist schadhaft und muss ausgetauscht werden, die Kupfernägel der Schieferplatten auf dem Dach sind verrostet, die eine neue Rauschalung brauchen, die Dachrinne ist marode und die Befestigung von Turmkreuz und -kugel locker. Poröser Sandstein wird ausgetauscht, Malerarbeiten stehen an.

1700 Katholiken

"Wir hoffen auf ein Ende der Maßnahmen zur Kirchweih Mitte September", sagt Walter Ries, der Leitender Pfarrer im Seelsorgebereich Stegaurach-Lisberg ist. Er wünscht den rund 1700 Katholiken in Lisberg - zu dieser eigenständigen Pfarrei gehört auch die Filiale in Walsdorf - natürlich ein möglichst unbeschwertes Fest. Soweit es Corona zulässt.