Auf ungefähr 1,35 Millionen Euro bezifferte Bürgermeister Bruno Kellner (VU) in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats Rattelsdorf die Kosten für die Ortsdurchfahrt Höfen, Höfenneusig und den Dorfplatz in Höfenneusig als Dorferneuerungsmaßnahme. Das Amt für ländliche Entwicklung zahlt dazu einen 50-prozentigen Zuschuss. Laut Straßenausbaubeitragssatzung müssen ungefähr 300.000 Euro auf die Anlieger umgelegt werden, davon sind 70 Grundstückseigentümer betroffen. Kellner erklärte, dass die Bürger in einer Versammlung über diese Zahlen informiert wurden.

"Die Planung für das Projekt wurde im Vorfeld bereits im vergangenen Sommer mit den Bürgern diskutiert", berichtete Gudrun Kraus, die Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft Höfen. Danach fanden Ortsbegehungen und sehr umfangreiche Diskussionen mit den Bürgern und dem Vorstand statt. "Seit der Bürgerversammlung mit der Information über die Kosten gibt es noch kein Feedback, ob die Bürger dabei sind", sagte Gudrun Kraus.

Sie erläuterte dann die Planungen, die in drei Lose aufgeteilt sind. Ausgehend von der Kreisstraße in Richtung Reckendorfer Weg und dann vom Anwesen Güthlein bis zum letzten Haus in Höfenneusig. Bei diesen Straßen ist ein gepflasterter Gehweg geplant. Aufgelockert wird das Ganze durch eingestreute Grünflächen und vereinzelte Baumpflanzungen. Gleichzeitig muss der schadhafte Oberflächenwasserkanal ausgewechselt werden. Auch diese Kanalbaumaßnahme wird mit 50 Prozent bezuschusst.

Die dritte Maßnahme ist der Dorfplatz in Höfenneusig. Hier musste bei der Planung Rücksicht auf den vorhandenen Löschwasserbehälter genommen werden. Deshalb wird das Niveau des Dorfplatzes ausgeglichen. Geplant sind außerdem Entwässerungsrinnen. Der ganze Platz wird gepflastert. Außerdem wird eine niedrige Mauer gebaut, in die der Dorfbrunnen integriert werden soll. Gleichzeitig kann die Mauer als Sitzplatz dienen. werden.

Marktgemeinderat Andreas Schneiderbanger (Ebinger Liste) stellte fest, dass die Platzgestaltung mit Kosten von etwa 180.000 Euro ziemlich teuer sei. Gudrun Kraus erläuterte, die große Pflasterfläche sowie die Mauer schlügen bei den Kosten zu Buche. Bürgermeister Kellner bemerkte, dass man hier nicht von einem Platz, sondern von einer Anliegerstraße sprechen müsste. Manfred Reindl (CWU) konstatierte, dass dann die Kosten laut Satzung mit 80 Prozent für die Bürger und 20 Prozent für die Gemeinde umgelegt werden müssten. "Was ist, wenn die Anwohner aus Höfenneusig nicht mitmachen?", fragte er.

Da die Maßnahme in drei Lose aufgeteilt sei, könne die Ortsdurchfahrt trotzdem wie geplant durchgeführt werden, gab Gudrun Kraus zur Antwort. Abschließend gab Georg Güßbacher (CSU) zu bedenken, dass die Kanalbaumaßnahme in diesem Bereich 550 000 Euro koste. Diese Summe müsste dann ohne Bezuschussung durch Herstellungsbeiträge von den Bürgern gezahlt werden. Als alle Argumente ausgetauscht waren, wurde die Dorferneuerungsmaßnahme vom Marktgemeinderat einstimmig verabschiedet.