Der Festausschuss unter der Leitung von Richard Seitz, die politische Gemeinde, sehr viele Bürger, alle Vereine, viele Gewerbetreibende arbeiten Hand in Hand - und jeder, der am Wochenende zu Gast im Ort war, hat festgestellt: Was hier auf die Beine gestellt wurde, ist einmalig für Bischberg.

Der Festzug, zusammengestellt von Werner Bauer, dem Vorsitzenden des Blasmusikvereins Bischberg, Werner Lorenz und Josef Kröner, umfasste 62 Gruppen. Viele Gruppen und Musikvereine aus der Umgebung machten mit. Besonders freute man sich über die Teilnahme einer Delegation aus der französischen Partnerschaftsstadt Montauban.

Unter den Gästen waren auch Innenminister Joachim Herrmann, Staatssekretärin Melanie Huml, MdB Thomas Silberhorn, Landrat Günther Denzler (alle CSU) und viele weitere Ehrengäste. Die begeisterten Zuschauer sparten nicht mit Beifall. Das Bilderbuchwetter ließ nach dem Festzug noch viele Gäste sowohl an den Marktständen als auch am Festplatz verweilen. Der große Zapfenstreich rundete das Fest klangvoll ab.

"Pass fei auf, dass du im Hellen nach Hause kommst, sonst erwischt dich der Leistentänig-Bömbel!" Mit solchen Warnungen ist Gabi Dorn aufgewachsen. Und wenn dann im dunklen Wald ein paar Zweige knackten, wurde es ihr schon angst und bange auf dem Heimweg nach Weipelsdorf...

Mittlerweile fürchtet sich Gabi Dorn nicht mehr vor den alten Bischberger Sagengestalten. Stattdessen gibt sie zum 1000-jährigen Jubiläum Bischbergs als Geschichtenerzählerin in historischem Gewand Sagen und Legenden zum Besten, die sich um das Dorf und seine Geschichte ranken.

Und die großen und kleinen Zuschauer lauschen gebannt, als sie erzählt, wie die Mönche vom Michelsberger Kloster sich ein kleines Waldstück, das Leistentänig (es fiel irgendwann dem Straßenbau der Neuzeit zum Opfer), in ihren Grundbesitz einverleiben wollten, die Bischberger sich wehrten und einer der Mönche bis heute in den Bischberger Wäldern umhergeistert.

Aber die Geschichtenerzählerin war nur eine der Attraktionen auf dem historischen Markt, den die Bischberger anlässlich ihres Jubiläumswochenendes auf die Beine gestellt hatten.

Sternmarsch zum Auftakt

Eröffnet wurde es am Freitag mit einem Sternmarsch aus allen Himmelsrichtungen auf das Festzelt; ein vielfältiges Programm folgte am Samstag und Sonntag. So gab es auf dem historischen Markt über 60 weitere Stände. Am Sägewerk konnten die kleinen Besucher zum Beispiel selbst Hand anlegen und ihre Kunstwerke farbenfroh verzieren. Oder, ein paar Marktstände weiter, ihre Kräfte austesten und ein Mühlrad mit purer Muskelkraft antreiben.

Die Geschichten, mit denen Gabi Dorn die Zuhörer in ihren Bann zog, sind auch Paula, Livia und Caterina bestens bekannt: Zusammen mit Ulla Scharf, der Jugendbeauftragten der Gemeinde, haben sie sie seit mehreren Wochen eingeübt, Kulissen gebastelt, Kostüme herausgesucht und brachten eine Auswahl der Sagen und Legenden als "Sagenhafte Revue" am Samstagnachmittag auf die Festzelt-Bühne.

"Die Rollen", erzählt Paula weiter, "haben wir uns selbst ausgesucht." "Und wenn zwei dieselbe Rolle spielen wollten, haben wir einfach ausgelost", erklärt ihre Freundin Livia. Caterina darf eine Magd sein. "Das ist meine Lieblingsrolle, weil ich da das Essen auftischen darf und wieder abräumen." Kurz vor dem großen Auftritt steigt das Lampenfieber dann doch.

Susanna ist schon etwas abgeklärter als die jungen Schauspielerinnen, die alle zwischen neun und elf Jahren alt sind. Sie gehört zur Vorbereitungstruppe, die zusammen mit Ulla Scharf seit den Pfingstferien mit den Mädels geprobt hat, und hat schon Bühnenerfahrung: "Ich war an Fasching schon der Bömbel", sagt sie. Und weil die Rolle damals so gut angekommen sei, führt sie auch dieses Mal wieder durch das Programm der Revue.

Währenddessen packt Michael Dütsch als "der Mann im Hintergrund", wie er selbst sagt, überall da an, wo seine Hilfe benötigt wird. "Nie hätte ich gedacht, dass sich so viele Bischberger am Jubiläumsjahr beteiligen, ich ziehe wirklich meinen Hut!", lobt er seine Mitbürger. Johann Pfister (BI) ist begeistert: "Als Bürgermeister habe ich natürlich versucht, mir alles anzusehen, aber bei einem so reichhaltigen Programm wird das schwierig. Ein großes Dankeschön an alle Organisatoren und Helfer."