Wenn es am Brückenfreitag nach Fronleichnam wieder warm und sonnig ist, wird es voll im Hain, im Erbapark, an den Kanalufern oder am Michaelsberg. Überall dort, wo es in Bamberg besonders schön ist, füllen sich dann wieder die Wiesen und Bänke. Zurück bleiben wie so oft Müllberge, Scherben und Essensreste.

"Das ist in den letzten Jahren deutlich mehr geworden", sagt ein Anwohner vom Abtsberg, der mit seinem Hund regelmäßig im Michaelsberger Garten unterwegs ist. Und mittlerweile meist als Flaschensammler zurückkehrt: "Oft nehme ich mehr als zehn leere Flaschen mit, manchmal einen ganzen Kasten. Wenn ich das nicht mache, werden sie vom Nächsten zertrümmert - und mein Hund muss dann durch Scherben laufen."

Die wenigen vorhandenen Papierkörbe werden aus seiner Sicht zu selten geleert - und gelegentlich sogar angezündet. Bänke und Pavillon würden immer wieder besprüht, Bäume beschädigt. "Da helfen wohl keine Appelle, das Ordnungsamt oder Zivilpolizei müsste abends regelmäßig kontrollieren." Der Anwohner habe zwar viel Verständnis für alle, die bei schönem Wetter einige Stunden am Michaelsberg verbringen, aber "wenn sich nicht alle ein bisschen zusammenreißen, wird dieser schöne Weg wohl irgendwann geschlossen".

Illegale Müllablagerungen

Auch andere Leser weisen uns immer wieder auf unschöne Hinterlassenschaften auf der Erba-Insel oder am Kanal hin, fordern mehr Kontrollen und zusätzliche Abfallbehältnisse. Und die Stadt Bamberg musste mit Blick auf das Weegmann- und das Adenauerufer beidseits des Kanals in einer Pressemitteilung feststellen: "Die Ufer vermüllen zusehends." Die unschönen Hinterlassenschaften häuften sich bei sommerlichem Wetter derart, dass der Entsorgungs- und Baubetrieb (EBB) der Stadt sowie das Gartenamt "kaum noch hinterherkommen, wieder für ansprechende Verhältnisse zu sorgen". Angesichts bald wieder steigender Temperaturen appelliert daher die Stadtverwaltung an alle Bürger, die ihre Zeit bei Sonnenbad und Picknick verbringen: "Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit nach Hause."

Im gesamten Stadtgebiet nehme aber leider "das persönliche Fehlverhalten im Umgang mit Müll und Wertstoffen" zu. Die aufgestellten Abfallbehälter im öffentlichen Raum und auch in der Innenstadt würden laut EBB-Angaben immer häufiger zur Entsorgung von Haushaltsabfällen "missbraucht". Weiterer Schwerpunkt seien Flächen außerhalb der "sozialen Kontrolle" wie der Park-and-Ride-Platz an der Alten Würzburger Straße, wo wiederholt illegal Müll abgelagert wurde.

Appell an die Vernunft

Claus Reinhardt aus dem städtischen Baureferat verweist bei diesem Thema auf die großvolumigen "Abfallhaie", die in den vergangenen Jahren in der Innenstadt durchaus für eine Verbesserung der Situation gesorgt hätten. Und wo es Hinweise gebe, dass die Müllsituation aus dem Ruder läuft, prüfe die Stadt auch, ob dort ein größeres Behältnis sinnvoll wäre. "Wenn wir die aber in abgelegeneren Bereichen aufstellen, kommen auch immer Leute, die dort beutelweise ihren Hausmüll entsorgen."

Was die Leerungen der Abfallbehälter angeht, orientiere sich die Straßenreinigung an der jeweiligen Passanten-Frequenz. "Wir sind da fast am Limit. Wo besonders viel los ist, wird teilweise mehrmals am Tag geleert." Auf der Erba-Insel habe man zusätzliche Müllbehälter installiert, freiwillige Helfer hätten hier mit aufgeräumt. "Ich glaube aber nicht, dass wir das Problem mit Kontrolleuren vom Ordnungsamt oder mit Polizei lösen können", sagt Reinhardt. "Wer was wegschmeißen will, tut das erst, wenn grad keiner da ist." Entsprechend appelliert auch er an die Vernunft der Bamberger und Gäste.

Der Anwohner vom Abtsberg glaubt allerdings nicht, dass dadurch viel bewegt werden kann. "Aber vielleicht würde es ja schon reichen, das Flaschenpfand auf 50 Cent zu erhöhen. Dann würden im Michaelsberger Garten bestimmt nicht mehr so viele Flaschen liegen."