"Weg mit dem Schandfleck", heißt es jetzt in Bamberg. Zu der ungewöhnlichen Anti-Graffiti-Aktion ruft die Gebäudereiniger-Innung Nordbayern auf. Ziel ist es, die Stadt vom hässlichsten Graffiti zu befreien und damit ein Zeichen für ein sauberes Stadtbild zu setzen, heißt es in der Pressemitteilung der Innung.

Muss das weg?

"Ist das Kunst oder kann das weg?", fragt man sich oft genug, wenn man an bunt gesprayten Häuserfassaden, Zügen und Brücken vorbeikommt. Jede Stadt, ob groß oder klein, kennt das Problem: Hässlich bunt gesprayte "Kunstwerke" verschandeln Häuserfassaden und öffentliche Bauwerke. Sie kommen oft über Nacht und bleiben für Monate, vielleicht sogar Jahre lang ein "Schandfleck" im Stadtbild.


Dass hier tatsächlich keine Künstler am Werk waren, belegen die Millionen Euro, die jährlich dafür aufgewendet werden müssen, illegale Graffitis wieder zu entfernen. Nicht nur in Großstädten sind die Bilder aus der Sprühdose ein echtes Problem, auch Bamberg hat mittlerweile massiv darunter zu leiden. Um das Stadtbild von der sprühenden Fantasie so mancher Sprayer zu befreien, rufen die Initiatoren jetzt zu der Aktion auf.

Die Profis werden aktiv

Jeder Einwohner ist dazu aufgerufen, das hässlichste Graffiti der Stadt ausfindig zu machen und an die Gebäudereiniger-Innung Nordbayern zu melden. So kann jeder Bürger selbst ein Zeichen gegen illegale Schmierereien setzen. Bis einschließlich 13. September 2014 können Bilder unter Angabe des Ortes eingesendet werden. Eine Jury kürt daraufhin den "Gewinner" des Wettbewerbs. Ein Gebäudereiniger-Meisterbetrieb wird anschließend aktiv und sorgt dafür, dass der "Schandfleck" verschwindet.

Bei Graffiti ist das so eine Sache: Je nach Art der verwendeten Farbe und passend für den jeweiligen Untergrund kommen spezielle Geräte zum Einsatz. "Da die klassischen Spraydosen heute kaum noch erhältlich sind, steigen immer mehr Sprayer auf Autolacke um", sagt Simon Plechinger, Gebäudereinigermeister und Vorstandsmitglied der Innung Nordbayern. Auf derartige Veränderungen muss Plechingers Team mit immer neuen Mitteln reagieren. Manche Verfahren wie Sandstrahlen oder chemische Behandlung kommen oft nicht in Frage, da sie das Styropor der Wärmedämmung angreifen könnten. "Dennoch finden wir immer einen Weg, Schmierereien zu entfernen", versichert der Gebäudereinigermeister.

Florierendes Gewerbe

Mit der Graffiti-Entfernung will die Gebäudereiniger-Innung vor dem Hintergrund des stetigen Fachkräftemangels auf "einen durchaus sehr abwechslungsreichen Ausbildungsberuf" aufmerksam machen, wie Simon Plechinger sagt. Die Entscheidung für eine Ausbildung im Gebäudereiniger-Handwerk sei gleichzeitig eine Entscheidung für eine spannende berufliche Perspektive mit vielen Möglichkeiten. Plechinger: "Bei Gebäudereinigern ist Arbeitslosigkeit ein Fremdwort, die Tätigkeiten sind sehr vielfältig und es gibt zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten."

Einsendeschluss für das hässlichste Graffiti in Bamberg ist der 13. September. Zur Teilnahme wird ein Bild mit der genauen Ortsangabe per E-Mail an info@kontext.com gesendet. Auch die FT-Lokalredaktion (Augustenstr. 2a, 96047 Bamberg) nimmt Einsendungen entgegen und leitet sie weiter.