Straßensperrungen, kilometerweite Umwege, Baggerlärm, Staub und Dreck, Rüttelplatten im Dauereinsatz, zuletzt auch noch der Gestank und die zusätzliche Lufterwärmung durch großflächige Asphaltierungen: Das alles liegt zurück, endlich können viele Litzendorfer "ein großes Kreuz machen", denn die Erneuerung der Ortsdurchfahrten ist fürs Erste (fast) abgeschlossen. Am Samstag, so kündigt Bürgermeister Wolfgang Möhrlein (CSU) an, wird der Verkehr wieder freigegeben. Einige Rest- und Reparaturarbeiten müssen noch ausgeführt werden.

2013 begann das umfangreiche Bauvorhaben mit der Auswechslung der in die Jahre gekommenen Kanalisation und Wasserleitungen, die unter den Straßen verlaufen. Von da an mussten die Verkehrsteilnehmer - bis zu 8000 Fahrzeuge frequentieren den Knoten vor der Bäckerei Winkler jeden Tag - Behinderungen in Kauf nehmen.
Auch die Anlieger wurden vielfältig in Mitleidenschaft gezogen, aber sie können nun auch von einer neu verlegten Breitbandanlage profitieren.

Auf die Grundbesitzer entlang der erneuerten Verkehrswege kommen allerdings noch Beitragsbescheide für die Neugestaltung der Gehwege zu. Beiderseits der Ortsdurchfahrten können jetzt die Fußgänger auf breiten, gepflasterten Wegen zu ihren Zielen gelangen. Die Fußgängersicherheit wurde durch eine Querungshilfe am Ortsausgang Richtung Geisfeld verbessert. Und eine Benutzer gesteuerte Fußgängerampel wird das Überqueren der Hauptstraße in der Ortsmitte erleichtern. Die "Druckknopfampel" wird demnächst montiert.

Weitere Verbesserungen sind ein barrierefreier Zugang zum Einzelhandelsgeschäft Groh sowie die Verlegung des Eingangs der Bäckerei Winkler auf den Gehsteig an der Nordseite des Geschäfts. Neue Bushaltestellen, weitere Parkplätze und die Straßenbegrünung durch großkronige Bäume sowie eine moderne Straßenbeleuchtung runden das Bild ab. Keine Frage: Litzendorfs lebendige Mitte ist attraktiver geworden.

Die Baumaßnahmen an den Staatsstraßen haben nach Information von Bürgermeister Möhrlein rund 1,1 Millionen Euro verschlungen. Davon hat die Gemeinde 700 000 Euro zu tragen. Rund 50 Prozent davon erhofft sich Litzendorf als Zuschuss aus der Städtebauförderung. Hinzu kommen noch 380 000 Euro Kosten des Kanal- und Wasserleitungsbaus.


Einheitlicher Belag

Während dieser Tage bei sengender Sonne die Hauptstraßen in der Ortsmitte asphaltiert wurden, hoben die Bagger in einigen Gassen neue Gräben aus: Auch in der Bachstraße, in der Kirchgasse und im Schimmelsgraben werden in den nächsten Monaten Kanal und Wasserleitung erneuert. Anschließend erhalten diese Nebenwege einen einheitlichen Pflasterbelag. Zusätzlich lässt die Kirchenverwaltung die Friedhofsmauer renovieren und einen behindertengerechten Zugang zum Pfarrheim schaffen. Bis zum Jubiläum 300 Jahre Pfarrkirche St. Wenzeslaus im Jahr 2018 soll alles fertig sein.

Für das Jahr 2016 hat sich die Gemeinde Litzendorf noch die Fertigstellung des Ortseingangs aus Richtung Lohndorf vorgenommen. Dort soll für die Bewohner des Baugebiets Litzendorf-Ost eine Querungshilfe gebaut werden.