Ebing
ICE-Ausbau

Bahn bringt Umwege für Paddler auf dem Main

Der Kanuwanderweg Obermain wirbt mit freier Fahrt von Hausen bis Hallstadt. Doch bis Ende Juni bleibt der Fluss an der Brückenbaustelle bei Ebing gesperrt.
Eine gefährliche Strömung herrscht an der gesperrten Stelle.
Eine gefährliche Strömung herrscht an der gesperrten Stelle.
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Viele Kanufahrer stehen jetzt schon in den Startlöchern. Sie warten auf die ersten warmen und schönen Wochenenden, um in ihre Boote zu steigen und abzulegen. Eine der beliebtesten und schönsten Strecken in ganz Franken ist der Kanuwanderweg Obermain. Mit einer frei fließenden Strecke von gut 40 Kilometern zwischen dem Wehr Hausen unterhalb von Kloster Banz und der Schleuse Viereth ist er in Deutschland nahezu einmalig.

Doch gerade dieses besondere etwas, dass auf einer Ein- bis Zweitagestour keine Wehre oder anderen Hindernisse umtragen werden müssen, wird mindestens bis in den Sommer hinein nicht gelten. Bereits im vergangenen Sommer war die Durchfahrt bei Ebing für Boote aller gesperrt worden. Grund waren zuerst die Errichtung einer Hilfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer Ende Juli, ab Mitte August dann der Abriss der alten Mainbrücke. Etwa zur gleichen Zeit gingen wenige hundert Meter flussabwärts die Arbeiten für die Verlegung einer ganzen Mainschleife in die Schlussphase.

Als Mitte September der Main in sein neues Bett umgeleitet wurde, durfte sich allerdings ohne hin kein Paddler mehr auf dem Kanuwanderweg fortbewegen. Denn Ende August zeigte der Pegel Kemmern nur noch 2,20 Meter an. Und unter diesem Wasserstand ist das Befahren des Mains zwischen Hausen und Hallstadt für Boote aller Art aus Naturschutzgründen verboten.


Sperrung in der Hochsaison

Weil das in trockenen Jahren öfters vorkommt, sind Frühjahr und Frühsommer, wenn die Flüsse normalerweise noch genügend Wasser führen, bei Kanufahrern besonders beliebt. Doch während der diesjährigen Hauptsaison wird die Durchfahrt bei Ebing gesperrt bleiben. Das Anlanden an der bisherigen offiziellen Ein- und Ausstiegsstelle des Kanuwanderwegs bist zwar weiterhin recht einfach möglich. Das Umtragen der Brückenbaustelle dürfte sich allerdings recht mühsam gestalten. Und wer hier seine Tour beenden will, muss bedenken, dass Ebing derzeit nur über Rattelsdorf zu erreichen ist.

Die Sperrung wird noch mindestens bis zur Fertigstellung der neuen Brücke andauern. Das gilt nicht nur wegen den Bauarbeiten selbst. Der Flusslauf ist durch Aufschüttungen für die Brückenpfeiler derzeit so verengt, dass sich an dieser Stelle eine Wildwasserstrecke gebildet hat. Für geübte Paddler wäre dieser Schwall vielleicht eine spritzige Abwechslung auf ihrer Tour, für unerfahrene Freizeitkapitäne würde es an dieser Stelle aber gefährlich werden.


Kieslaster queren

Ein weiteres Hindernis für Kanuwanderer, das allerdings nichts mit der Bahnbaustelle zu tun hat, gibt es derzeit ein Stück flussaufwärts. Bei Zapfendorf hat die Firma Porzner Kies damit begonnen, eine weitere Mainschleife zu renaturieren. Zuvor wird aber auf dem innerhalb der historischen Schleife gelegenen Areal "Großer Wörth" Kies abgebaut. Dazu überqueren Kieslaster und Baufahrzeuge den Fluss auf einer eigens aufgeschütteten Furt. Kanufahrer haben hier zwar Vorfahrt und die Lastwagenfahrer sind angewiesen diese zu beachten. Kanufahrer sind dennoch angehalten, an dieser Stelle äußerste Vorsicht walten zu lassen.