Theresia verkauft ihrer Mama eine Packung Cornflakes. Wirklich viel drin ist da nicht, gerade mal acht Gramm. Geld bekommt sie von ihrer Mama nach diesem Einkauf aber trotzdem. Es ist Spielgeld, das in der Kasse ihres Kinder-Einkaufsladen verstaut wird.

Theresia ist zwei Jahre alt und kann noch nicht genau sagen, was Geld ist, aber sie weiß, dass man mit Geld bezahlen muss. "Das ist das Schöne an der Kindheit, diese Unbeschwertheit und Sorglosigkeit", sagt Theresias Mama. Trotzdem ist es die Aufgabe der Eltern, der Großeltern - der Erwachsenenwelt - Kinder mit dem Thema "Sparen" vertraut zu machen.

Am "Weltspartag" werden Sparer belohnt. Mit einem Teddybären, Straßenmalkreide oder bunten Sparschweinen. Es ist ein symbolisches Geschenk, das Kindern oft mehr bedeutet als der soeben eingezahlte Geldwert auf ihrem Sparbuch.

Spardose = Kindheitserinnerung

Im Leben führt wohl kein Weg an einem Sparschwein vorbei. Bei Jung oder Alt - das Phänomen, Kleingeld aufzubewahren, ist beliebt. Manfred Ullrich, Chef der VR-Bank Bamberg, kann sich noch gut an seine Spardose erinnern: "Erst war es das klassische Porzellan-Schwein und irgendwann in den 60er-Jahren dann einer dieser Plastiktresore."

Ob nun grunzend oder nicht, das Ziel dahinter ist das Gleiche. Lukas, drei Jahre alt, weiß zwar noch nicht genau, was eine Bank ist, aber wie sein Sparschwein funktioniert, ist ihm durchaus bewusst: "Wenn das Geld drin ist, kann ich es gar nicht mehr herausholen."

Er ist mit seiner Mama und seinem kleinen Bruder zum Weltspartag gekommen. Den Eltern von Lukas ist es wichtig, dass der Kontakt mit der Bank in frühen Jahren stattfindet. "Als wir an der Bushaltestelle ausgestiegen sind, hat Lukas gleich gefragt, ob das hier die Bank sei. Das muss man sich immer wieder klar machen, dass Kinder derartige Selbstverständlichkeiten nicht wissen können", erklärt die Mama von Lukas und Jannis.

Online kann man heutzutage fast alle Bankgeschäfte regeln. Der Weg zur Bank ist für viele mühsam. Aber für Kinder wichtig, um im Umgang mit Geld sensibilisiert zu werden. "Am Computer kann ich Lukas nicht erklären, was ich gerade mache, was mit meinem Geld passiert", weiß Lukas' Mama.

Manfred Ullrich sieht die Verantwortung im Bezug auf "Sparen" geteilt. Die Banken tragen ihren Teil in seinen Augen dazu bei: "Was die Eltern und Großeltern vormachen, kann das Kind selbst einmal weiterführen. Mit der Botschaft: Das haben andere für dich zurückgelegt, mach weiter so."

Wenn man keine Sorgen hat

Sparen ist für viele meist dann angesagt, wenn man mitten in der Krise steckt. Dies verdeutlichen aktuelle Studien, die darlegen, dass durchschnittlich weniger Geld auf die Seite gelegt wird als in den Jahren zuvor.
Nach Manfred Ullrich sind für diesen Trend zwei Faktoren ausschlaggebend: Die stabile Arbeitsmarktsituation und die schlechte Zinslage.

Die Definition hinter dem weitläufigen Begriff "Sparen" sollte aber von klein auf mit einer anderen Botschaft verbunden werden: Sparen, Geld zurücklegen, sollte man, wenn es einem gut geht, damit man auch für die schlechten Tage gesichert ist. "Der Weltspartag oder die Sparwochen werden immer eine elementare Bedeutung und ihre Berechtigung haben", prophezeit Manfred Ullrich, es sei eben ein ständiges Auf und Ab.

"Sparen ist nichts anderes als Konsumverzicht", erklärt Ullrich. Wenn Theresia, Lukas, Jannis - und all die anderen Kinder, aber natürlich auch Erwachsenen - heute also auf ein Eis verzichten, reicht es irgendwann für ein Fahrrad - bildlich gesprochen.

Gibt es denn eine Anleitung zum Sparen? "Immer wenn ich mich sicher fühle, vernachlässige ich, vorzusorgen", weiß Manfred Ullrich. Deshalb sollte man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass man über Verzicht etwas erreicht. Oder wie Ullrich den Unternehmer Henry Ford zitiert: "Reich wird man nicht durch das, was man verdient, sondern durch das, was man nicht ausgibt."

Im Umgang mit Geld muss immer überlegt werden, welchen Sinn und Zweck das Sparen hat. Weiß Lukas, dass er sich möglicherweise irgendwann sein Wunsch-Fahrrad leisten kann, fällt es nicht schwer, eine weitere Münze in den Schlitz seines Sparschweins zu stecken. Und eine kleine Belohnung gibt es beim Weltspartag sogar noch obendrauf.