Die Sandkerwa findet in diesem Jahr nicht statt und doch ist ihr Geist auch heuer im Sandgebiet zu spüren. Das wurde gerade am Tag des eigentlichen Fassanstichs am Donnerstag augenscheinlich. Traditionell kommen an diesem ersten Tag eigentlich die Bamberger auf die Kerwa. Und diese Tradition wollten sich offenbar viele trotz der Absage nicht nehmen lassen.

So füllte sich das Sandgebiet gegen späteren Abend mehr als an einem normalen Donnerstag. Laut Polizei haben in der Zeit 3000 bis 4000 Gäste das Sandgebiet besucht. "Auch wenn es viele Besucher waren, gab es keine spezifischen Einsätze, die die Polizei hätte fahren müssen", so Hauptkommissar Holger Düring auf Nachfrage. Das heißt: Die Polizei, die trotz abgesagter Sandkerwa verstärkt Präsenz zur Sicherheit der Besucher im Sandgebiet zeigt, zieht somit ein äußerst positives Fazit vom ersten Tag. So friedlich dürfe es weitergehen.


Alles unter Kontrolle

Nach den geschilderten Eindrücken säumten ähnlich viele Menschen wie normalerweise nur an den Wochenenden die Sandstraße - vor allem an den neuralgischen Stellen wie vor dem Schlenkerla ging es zum Teil eng zu. Doch für die Sicherheitskräfte ist das kein größeres Problem, auch nicht im Falle eines Notfalls: "Die Erfahrung zeigt, dass sich die Besucher des Sandgebiets soweit unter Kontrolle haben, dass sie Rettungskräften und Feuerwehr Platz schaffen", erklärt Holger Düring. Hinzu komme, dass zum jetzigen Zeitpunkt das Sandgebiet bei weitem baulich nicht so beengt ist, wie zur Sandkerwa. "Die Menschentrauben stellten am Donnerstag kein Problem dar."

Ein positives Fazit vom Donnerstag zog auch das Ordnungsamt der Stadt. Sprecher Steffen Schützwohl lobte: "Die Leute haben sich nicht daneben benommen." Da es zwar keine Veranstaltung gibt, gebe es auch keine Veranstalterhaftung. Doch seien die Sicherheitsbehörden gefordert, tätig zu werden, wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet sei. Das war am Donnerstagabend nicht der Fall. Wie sich das Wochenende entwickelt, bleibe abzuwarten.

Am Donnerstag traten gegen Mitternacht viele Besucher nach den Beobachtungen der Polizei bereits den Nachhauseweg an und die Straßen lichteten sich deutlich. Es ist eben doch nicht mit einer Sandkerwa zu vergleichen: Laut Schützwohl seien an diesem Wochenende weniger Hotelbuchungen als beispielsweise am ersten Oktoberwochenende registriert.


Kommentar: Die Verdienste des Bürgervereins nicht vergessen

Dass den Bambergern ein Fest wie die Sandkerwa fehlt, ist ihnen anzumerken. Nicht ohne Grund strömten am Donnerstag so viele in das Sandgebiet, um sich zu vergnügen und ein wenig die Erinnerung an das Volksfest gemeinsam zu zelebrieren. Dennoch sollte allen eines bewusst sein: Dieses Fest ist den Bemühungen des Bürgervereins zu verdanken. Er hat mit der Sandkerwa eine Tradition ins Leben gerufen, die ein Magnet für die ganze Region darstellt. Der Verein hat erst den Geist geschaffen, der an diesem Wochenende auch ohne Kirchweih durch die Sandstraße weht. Trotz aller Begeisterung über eine friedliche Feierei im Sand ohne Sandkerwa, sollte das gerade an diesem Wochenende auf keinen Fall vergessen werden.