Dieser Schotter gehört eigentlich auf ein Gleisbett der Deutschen Bahn. Stattdessen verteilte er sich Montagmorgen auf der A73 bei Memmelsdorf. 28 Tonnen so genannter "Gleisschotter", verstreut über die Fahrbahnen der Autobahn - in beiden Richtungen.

Folge eines Unfalls, bei dem der Fahrer des Lastwagens mit leichten Verletzungen davon kam und ein Sachschaden von 165.000 Euro entstand. "Der 48-jährige Fahrer war Montagmorgen auf dem mittleren Fahrstreifen der A73 in Richtung Nürnberg unterwegs", erläutert Bernhard Morper, Sprecher der Verkehrspolizeiinspektion Bamberg und stellvertretender Dienststellenleiter. "Plötzlich platzte während der Fahrt der linke Vorderreifen der Sattelzugmaschine und der Fahrer verlor die Kontrolle."




Die Folge: Der Sattelzug krachte in die Mittelschutzplanke, wälzte sie nieder und kippte dann auf die rechte Fahrzeugseite. Quer zur Fahrbahn blieb das Gespann schließlich liegen. Der geladene Gleisschotter rauschte bei dem Unfall von der Ladefläche und verteilte sich über beide Richtungsfahrbahnen der A73.

"Durch die herabfallenden Steine wurde auf der Gegenfahrbahn das Auto einer 28-jährigen Opel-Fahrerin beschädigt", führt der Polizeisprecher weiter aus. "Außerdem sind aus dem Lkw mehrere Liter Diesel ausgetreten, die ins Bankett gelaufen sind." Laut Bernhard Morper wurde ein Sachverständiger des Umweltamtes hinzugerufen, der angeordnet hat, dass das verunreinigte Bankett abgetragen werden muss. Überhaupt hatten die Rettungskräfte am Montag ordentlich zu tun. Vor Ort waren Feuerwehr, THW, Polizei und Vertreter der Straßenmeisterei. Über sieben Stunden dauerte es, bis der Lastwagen geborgen und die Fahrbahn wieder sauber war.


Verkehrsnetz in Bamberg überlastet
Wie wurden überhaupt die 28 Tonnen Schotter eingesammelt? "Es war eine Firma vor Ort, die mit der Bergung und Straßenreinigung beauftragt war", sagt Morper. "Der Lkw musste ja auch wieder aufgestellt werden." Dies werde häufig mit Hilfe von Luftkissen und Kranwagen bewältigt.

Apropos bewältigen: Das Verkehrsnetz in Bamberg war wegen des Rückstaus bis zum späten Nachmittag verstopft. Zeitweise war die A73 um die Unfallstelle komplett gesperrt. Zur Durchführung der Bergungsarbeiten wurde die Fahrbahn in Richtung Norden komplett dicht gemacht. Im Verlauf der Bergungsarbeiten wurden dann die rechten Fahrstreifen in beide Fahrtrichtungen für den Verkehr wieder freigegeben.

Zwar löste sich der Stau am frühen Abend langsam auf. Doch mit Behinderungen mussten sich die Autofahrer noch länger abfinden, da die Leitplanke laut Polizei noch am Abend erneuert werden sollte.