Die Feuerprobe hat Jule Beatsch schon bestanden. Die 16-jährige Priesendorferin stellte nämlich ihr Buch im Deutschunterricht am Bamberger Maria-Ward-Gymnasium vor, ohne zu verraten, dass sie die Autorin ist. Und sowohl ihre Mitschülerinnen wie die Lehrerin waren "von Inhalt und Schreibstil begeistert!" freut sich Jule.

Krisensichere Ausbildung

Für sie ist der ermutigende Beifall von Gleichaltrigen sozusagen der Startschuss in eine Zukunft, in der sie sich Erfolg als Buchautorin wünscht. Natürlich plant die Gymnasiastin erst einmal eine krisensichere Ausbildung. Lehramt für die Grundschule will Jule studieren. Und in ihrer Freizeit schreiben, schreiben und noch einmal schreiben.

"Ich habe schon mit elf Jahren die ersten 100-Seiten-Geschichten geschrieben", erzählt sie. Doch das nun fertig gewordene Manuskript von 324 Seiten sei das erste richtige Buch nach "komplett eigenen Ideen, es gibt nichts Vergleichbares": "The Darkside. Gejagt" titelt dieser Fantasy-Roman, für den Jule Beatsch nun einen Verlag sucht: "Es ist mein großes Ziel, dass er verlegt wird", hofft die Jungautorin. Zumal sie bereits an einer Fortsetzung arbeitet: "Es soll eine Buchreihe werden."

Im Mittelpunkt ihres Werkes stehen die beiden 16-Jährigen Tarik und Clementine, die ihre wahren Väter erst spät erkennen: Er ist Sohn eines Erzengels, sie die Tochter eines Teufels. Jule entfaltet eine faszinierende Geschichte über die Grauzone von Gut und Böse, von Freundschaft, die erst wachsen und sich bewähren muss. Von der Herausforderung, anders als andere zu sein: "Die Welt der Jugend spiegelt sich wider", fasst Jule zusammen, dass Hoffnung und Zuversicht stärker sind als alles Dunkle im Leben.

So hofft sie auch, dass nicht nur Jugendliche Gefallen an dem Buch finden, sondern ebenso Ältere: "Erwachsene können besser verstehen, was in Teenagern vorgeht, wenn sie es lesen." Eigene Erfahrungen und die von Freunden aus ihrem jungen Leben seien eingeflossen, sagt Jule ernst.

Vom Zeichnen begeistert

Die Priesendorferin, die nicht nur leidenschaftlich gern schreibt, sondern auch zeichnet, singt, tanzt, sich mit Freunden trifft, ist eigentlich ein ganz normaler Teenager.

Ungewöhnlich für ihr Alter mag sein, dass sie viel liest - "Klassische Literatur ist aber für mich keine Inspirationsquelle" - und höchstens zwei Stunden in der Woche Fernsehen oder Netflix-Filme schaut.

"Es wäre schön, wenn sich Jugendliche wieder mehr dem Lesen widmen würden", meint Jule und hat dabei auch ihre eigene Schwester Rabea (11) im Blick, die "nicht lesen mag".

Mutter ist gespannt

Ihre Mutter Sandra dagegen brennt darauf, den Fantasy-Roman ihrer ältesten Tochter endlich aufschlagen zu können: "Ich durfte ihn noch nicht lesen!", respektiert sie den Willen Jules, wenn auch mit Ungeduld.

Jule Beatsch ist aber für das Urteil anderer bereits jetzt aufgeschlossen: Sie ist bereit, Jugendgruppen, Schulklassen, aber auch Seniorenkreisen ihr Buch vorzustellen und daraus zu lesen. Es gibt immerhin eine beim Online-Partner Epubli gedruckte Version, die lektoriert ist.

Interessenten können sich per E-Mail an die Adresse julebeatsch@gmail.com bei der Autorin melden.