Gleich mit mehreren Dauerthemen beschäftigte sich der Bauausschuss des Bad Kissinger Stadtrates in seiner jüngsten Sitzung: Über die Treppe zwischen Friedrich-List- und Salinenstraße, den Radweg von Euerdorf nach Bad Kissingen und das Baugebiet "Gründlein" in Arnshausen wurde eingehend diskutiert. Zumindest bei der Treppe wurden Fakten geschaffen, der Bebauungsplan wurde geändert, und beim Radweg gab es zwar eine kritische Anmerkung, aber kein Veto des
Gremiums.
Unter der Treppe zwischen "Kissori"-Lernzentrum und russisch-orthodoxer Kirche ist bereits der Kanal mittels "Inliner" saniert, berichtete Thomas Hornung von der Tiefbauabteilung. Rund 50 000 Euro kostete die Maßnahme. In der Sitzung vergab der Bauausschuss nun die lange diskutierte Erneuerung der Treppe: Bereits 2014 war die Sanierung in den Haushalt aufgenommen worden, im Februar 2015 wurden deshalb Bäume gefällt. Im Juli kippte der Stadtrat den Beschluss des Bauausschusses, eine Woche später wurde die Treppe gesperrt.


Billiger als ursprünglich gedacht

Die veranschlagten Kosten von 165 000 Euro waren vielen Räten damals zu hoch. Zudem zweifelten sie den schlechten Zustand der Treppe an. Die Verwaltung belegte jedoch, dass die Stufen zu ungleich und zu schief sind. Im Herbst stellte sich heraus, dass es auch Zuschüsse gibt, wenn die Treppe nicht barrierefrei ausgebaut wird. Daraufhin wurde die Ausschreibung beschlossen. Nun liegt das Ergebnis vor: Die Firma "Gebrüder Stolz"aus Hammelburg boten die Erd- und Treppenbauarbeiten für 84 400 Euro an. Hinzu kommen 12 000 Euro für das Geländer, insgesamt komme die Treppe samt Ingenieursleistungen auf rund 113 000 Euro. Veranschlagt waren 124 000 Euro Gesamtkosten, von denen die Stadt 74 000 Euro als Zuschuss ersetzt bekommt. Los gehen soll es in drei bis vier Wochen.


Misch- statt Wohngebiet

Bereits im Herbst 2013 lag der Bebauungsplan "Gründlein" Arnshausen aus. Die zahlreichen Einwendungen von Bürgern und Behörden führten zu etlichen Änderungen: Norbert Borst, Anita Weingärtner, Andreas Schmelzer und weitere wiesen auf Nutzungen rund um das geplante Baugebiet hin. Die Verwaltung nahm die Bedenken ernst und entschied, dass die Bauplätze nicht als Wohn-, sondern "Dörfliches Mischgebiet" ausgewiesen werden. Dadurch gelten andere Grenzwerte, auch für die Bundesstraße, die in einigen Jahren sowieso durch die weiter entfernte "B 286 neu" ersetzt wird. Zudem soll ein landwirtschaftlicher Betrieb westlich der Datzenbrunnenstraße ebenfalls Mischgebiet werden, weil gegenseitige Beeinträchtigungen dann hinzunehmen sind.
In dem Gebiet zwischen Datzenbrunnenstraße und Aubach sollen auf dem Gelände der früheren Tennisplätze sechs Bauplätze entstehen. Eine Bodenprobe hatte Schwermetalle nachgewiesen, allerdings nur in den obersten zehn Zentimetern. Im Mai 2014 gab es eine Nacherkundung bis in vier Meter Tiefe. Ergebnis: keinerlei Belastungen. In Absprache mit den Fachbehörden legte die Stadt fest, dass der Tennissand 15 Zentimeter tief abgegraben wird. Selbst dieser Abraum sei jedoch als unbelastet eingestuft, versicherte die Verwaltung. Die Grabung habe zudem ergeben, dass erst in fünf Metern Tiefe ein tragfähiger Untergrund kommt. Ein entsprechender Hinweis für Bauherrn wird ergänzt. Sämtliche Änderungen und die erneute Veröffentlichung wurden einstimmig beschlossen.
"Ich bin ja ein fahrradbegeisterter Mensch, aber trotzdem finde ich das überdimensioniert", kommentierte Grünen-Stadtrat Richard Fix die Pläne für den Radweg durchs Saaletal. Vor allem die Brücke über die Saale sei nicht nachhaltig. Seiner Meinung nach könnten Touristen über Arnshausen geleitet werden, Pendler könnten weiter die Abkürzung quer über den Golfplatz nutzen.
"Für mich ist das die einzige Variante, die für ans als Stadt Bad Kissingen finanziell darstellbar ist", widersprach SPD-Oberbürgermeister Kay Blankenburg. Er freute sich, dass es nach den jahrelangen Diskussionen endlich einen Vorschlag gebe, der auch die Belange des Golfclubs berücksichtige. Bauamtsleiter Jan Voll hatte zuvor die Pläne des Staatlichen Bauamts erläutert: Wie berichtet, läuft der Weg ab Euerdorf zunächst auf dem Wirtschaftsweg und quert unmittelbar unterhalb des Golfplatzes die Saale. 2017 soll der Vorentwurf fertig sein. Laut OB ist ein Planfeststellungsverfahren geplant.

Sanierung Das Staatliche Bauamt Schweinfurt plant für den Sommer Instandsetzungsarbeiten an der Geh- und Radwegbrücke über den Ostring. Auf dem Bauwerk zwischen der Abzweigung der Stationsberg- und der Wendelinusstraße sollen unter anderem die Deckschicht und die Entwässerungseinrichtung erneuert werden. Deshalb muss laut Verwaltung die Stadt einen Teil der Kosten übernehmen. Bauherr ist das Staatliche Bauamt, das die Kosten auf 64 000 Euro veranschlagt. Der Anteil der Stadt liegt bei rund 20 000 Euro.

Bräugasse Die Verwaltung informierte den Bauausschuss über die Reaktion auf die Pläne der Stadt, die Stellplätze in der Bräugasse zu verbreitern und die Gebühr zu erhöhen. Alle Mieter seien angeschrieben worden, bis Fristende am 27. Mai habe die überwiegende Mehrheit den neuen Preis von 55 Euro im Monat akzeptiert. Nur ein Stellplatz sei bisher zurückgegeben worden, ein Mieter habe der Erhöhung widersprochen, drei hätten sich noch nicht geäußert und seien angemahnt worden.

Heiligenhof Die Bildungsstätte Heiligenhof hat rund 40 000 Übernachtungen und viele internationale Gäste. Umso ärgerlicher ist, dass ausgerechnet dort wenig Leistung vom Breitband-Ausbau der Telekom ankommt. Um die Übertragungsgeschwindigkeit von derzeit 6 Megabit pro Sekunde zu erhöhen, prüft die Stadt einen weiteren Zuschussantrag. Bislang seien die Fördermittel noch nicht ausgeschöpft.

Nachfragen CSU-Stadtrat Klaus Bollwein gab die Kritik an zu wenigen und oft leeren Hundestationen weiter. Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) kündigte zwar an, dass der Zustand der Stationen kontrolliert werde, verwies jedoch vor allem auf die Verantwortung der Hundehalter: "Das ist ein Hilfsmittel, aber es kann sich niemand darauf berufen, dass er die Hinterlassenschaft nicht wegräumen muss, weil da keine Tüten mehr drin sind." SPD-Stadtrat Bernd Czelustek regte an, beim Staatlichen Bauamt wegen der Situation an der Einfahrt in den Stadtteil Kleinbrach anzufragen.