Schon seit Jahrzehnten schließt der jährliche Sommer-Kongress der deutschen Tanzsporttrainer-Vereinigung (TSTV) mit einem grandiosen Tanzturnier. Waren es bisher immer Weltklasse-Amateure, die im Max-Littmann-Saal um Sieg und Ehre tanzten, so gab es heuer mit fünf Profi-Paaren aus Deutschland, Polen und den Niederlanden eine Premiere im Wettbewerb um den German Latin Cup 2016.
Getanzt wurden Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive als Pflichttänze sowie als sechster Tanz eine jeweils eine selbst entwickelte Choreografie. Sieger in der Gesamtwertung wurden Pavel Pasechnik und Martha Arndt vom TSC Rot-Weiß Karlsruhe.
In allen Jahren zuvor hatte der bayerische Landesverband des Deutschen Tanzsportverbandes (DTV) die Organisation des Bad Kissinger Turniers in lateinamerikanischen Tänzen übernommen und die besten Amateur-Paare in die Kurstadt eingeladen, darunter immer wieder Europa- und Weltmeister. Doch schon seit einigen Jahren drängte der Verband auf einen für ihn günstigeren Veranstaltungstermin Ende Juli, da im August immer die German Open Championships in Stuttgart stattfinden, das größte und wichtigste Ereignis im Tanzsport.


Eine Aufwertung

Die Staatsbad GmbH als Mitveranstalter des Turniers konnte diesen Wunsch wegen der Kollision mit dem Rakoczy-Fest jedoch nicht erfüllen. Nach der Absage des Landesverbandes, weiterhin das Tanzturnier auszurichten, übernahm dank der Vermittlung des TSTV-Präsidiums heuer die Professional Division im DTV die Ausrichtung der Bad Kissinger Traditionsveranstaltung, die mit der erstmaligen Teilnahme von Profi-Tanzpaaren nochmals aufgewertet wurde.
Doch auch diesmal scheint sich die terminliche Nähe zu den Stuttgarter German Open ungünstig ausgewirkt zu haben: "Es haben sich leider nur fünf Paare gemeldet", wirkte Turnierleiter Martin Pastor etwas ettäuscht. Bei den Amateuren waren es früher immer doppelt so viele gewesen. Positiv für die 350 Gäste im Regentenbau war allerdings, dass in der Vorrunde kein Paar auszuscheiden brauchte und die Zuschauer in den einzigartigen Genuss des dreimaligen Auftritts aller fünf Paare kam.


Pflicht und Show

Nach der Vorrunde und dem Finale mit jeweils fünf lateinamerikanischen Tänzen, wo als Pflichtvorführung nur bestimmte Tanzschritte und Bewegungen erlaubt waren, durften die Paare beim Showtanz alles zeigen, was in ihnen steckte. Hier reichte die tänzerische Darbietung von Ballettposen bis zu Hebefiguren. Hierbei lösten die Niederländer Frank Zegels und Laura Jottay, die erst im August ins Profilager gewechselt haben, mit ihrem szenischen Tanz zum Song "Not without you" beim Publikum den größten Begeisterungssturm aus.


Schon viele Meisterschaften

Dennoch landete das Paar im Gesamtergebnis der Wertungsrichter nur auf Platz drei. Auf Platz zwei kamen mit Startnummer zwei die deutschen Vizemeister Kirill Ganopolsky und Kim Pätzug vom TSC Saltatio Neustadt (TV 1860 Mußbach). Der Gesamtsieg für Pavel Pasechnik und Martha Schulte vom TSC Rot-Weiß Karlruhe kam nicht unerwartet. Beide waren als Deutsche Meister, Europa- und Vizeweltmeister die klaren Favoriten.
Neu war bei der diesjährigen Veranstaltung, dass nicht nur das Publikum in den Wettkampfpausen nach der Musik der bewährten Showband Firebirds tanzen durfte, sondern auch die Profis die Live-Musik für ihre Auftritte nutzten. Bei den früheren Amateur-Turnieren kam deren Auftrittsmusik ausschließlich "aus der Konserve". Nur für ihren eigenen Showtanz hatten die Profis ihre CD mitgebracht.
Nach mehr als vier Stunden, die dank der herausragenden Leistungen der Turniertänzer überraschend schnell vergingen, machte Moderator Tassilo Lax Hoffnung auf eine Fortsetzung des Profi-Turniers. Im Veranstaltungskalender der Staatsbad GmbH ist der 19. August 2017 für den German Latin Cup 2017 in Bad Kissingen schon reserviert.