Daniele Roth ist am 12. Mai gestorben. Sie sei unverschuldet bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, schildert Christine Gehrlein, Vertrauensfrau des Kirchenvorstands der evangelischen Gemeinde in Wildflecken. Dort wirkte Roth acht Jahre lang, von 2010 bis 2018 als Pfarrerin. Sie war zudem in der Kur- und Krankenhausseelsorge in Bad Brückenau tätig.

Der Unfall passierte nur wenige Tage vor ihrem Geburtstag. Am 28. Mai wäre sie 54 Jahre alt geworden. Als "sehr liebevoll und immer mit einem offenen Ohr für die Belange der Menschen" beschreibt Gehrlein die ehemalige Wildfleckener Pfarrerin. Ungerechtigkeiten sei sie entschieden entgegen getreten. Ihre große Empathie habe nicht nur den Menschen gegolten, sondern auch der Natur und den Tieren.

Die evangelische Kirchengemeinde reagierte betroffen. Pfarrer Friedrich Bergk, Roths Nachfolger, trug die schlimme Nachricht an die Gläubigen heran. Fotos von Daniele Roth seien in der Kirche ausgelegt worden und die Gemeindemitglieder hätten Kondolenzbriefe geschrieben und gesammelt, um der Familie ihr Beileid auszudrücken, berichtet Gehrlein. Eine Gedenkfeier soll bald in der Kreuzkirche Wildflecken gehalten werden, um an ihr Wirken zu erinnern.

In Brasilien aufgewachsen

Die Beerdigung fand bereits am 23. Mai in kleinem Kreise auf dem Schwanberg, Landkreis Kitzingen, statt. Dort ist die Communität Casteller Ring beheimatet. Roth lebte als Benediktinerin selbst 15 Jahre lang im Kloster, bevor sie sich für den praktischen Dienst als Pfarrerin entschied. Ihr Theologiestudium absolvierte sie an der Universität Erlangen und der kirchlichen Hochschule Neuendettelsau.

Aufgewachsen ist Daniele Roth in Brasilien "am Rande des Urwalds", wie sie einmal der Heimatzeitung erzählte. Ihr Vater, ebenfalls Theologe, hatte dort für die brasilianische Kirche gearbeitet. Als Teenager kehrte Roth nach Deutschland zurück, studierte zunächst Medizintechnik und arbeitete sieben Jahre lang als Ingenieurin mit Schwerpunkt Strahlenphysik am Klinikum Bamberg vor allem mit schwer an Krebs erkrankten Menschen. Durch diese Erfahrung habe sie sich schließlich wieder verstärkt dem Glauben zugewandt, sagte sie damals.

Ihre letzte berufliche Station führte Roth zurück ins medizinische Umfeld. Nach ihrem Abschied als Pfarrerin in Wildflecken arbeitete sie als Klinikseelsorgerin in Deggendorf. Dabei habe sie sich auch um Straftäter gekümmert, sagt Gehrlein. Ihre Abschiedspredigt in der Rhön widmete Roth übrigens der Hoffnung, die oftmals dem Realitätssinn der Menschen zuwider laufe.