"Blöd!" Die Antwort auf die Frage, was vier Grundschülerinnen zu Corona einfällt, ist ebenso knapp wie eindeutig. Nicht weiter überraschend, mussten und müssen Kinder doch immer noch viele Einschränkungen erdulden. Nach ihrer Meinung werden sie nicht oft gefragt. Wir wollten wissen, wie es den Kinder ergeht mit Maßnahmen, Regeln, Einschränkungen, und welche Sorgen sie sich machen.

Anna (8) und Luise (9) gehen beide in die dritte Klasse und haben noch kein einziges reguläres Schuljahr erlebt. Clara (6) und Anne (6) waren beim ersten Lockdown noch im Kindergarten, im September sind sie in die Schule gekommen. Schule ohne Maske, das kennen sie nicht.

Nikolaustag in Bad Kissingen kann nicht wie gewohnt stattfinden

Normalerweise verteilt der Nikolaus am 6. Dezember auf dem Kissinger Weihnachtsmarkt kleine Geschenke an Kinder. Den Weihnachtsmarkt musste Stadtmarketing Pro Bad Kissingen als Organisator absagen und der Nikolaus durfte auch nicht kommen. Stattdessen aber konnten Kinder ihre geputzten Stiefel beim Modehaus Ludewig abgeben. Ab dem Nikolaustag standen diese dann mit Leckereien gefüllt in teilnehmenden Geschäften im Schaufenster. Die vier Freundinnen trafen sich jetzt, um gemeinsam nach ihren Nikolaus-Stiefeln in den Schaufenstern der Innenstadt zu suchen.

Dass sie der Nikolaus nicht persönlich beschenkt, finden die Vier nicht schlimm. Was nervt, ist das ständige Maskentragen, vor allem in der Schule: "Weil man da nicht soviel Luft bekommt und man schwitzt auch darin", erklärt Luise. "Blöd ist auch, dass wir nur mit Maske Sport in der Turnhalle machen können. Dann machen wir manchmal Yoga und was nicht so Anstrengendes oder gehen draußen spazieren", ergänzt Anna.

Vollumfänglicher Sportunterricht ist nicht das Einzige, worauf die Kinder zurzeit verzichten müssen. Viele Hobbys, Sportkurse oder Ausflüge sind derzeit (wieder) nicht möglich oder fallen aus: "Zum Kinderchor können wir im Moment nicht gehen", sagt Anne. "Also, wir gehen zur Sicherheit nicht hin, weil man beim Singen die Maske heruntermachen muss", erklärt sie.

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Besonders schwierig ist es mit Schwimmkursen. Anna startete ihren Kurs fürs Seepferdchen im Februar 2020. Erst im September 2021 wurde er fortgesetzt. Schwimmen konnte sie da inzwischen: "Aber ich will so gern weiter Schwimmen machen, nur ich finde gar kein Schwimmkurs mehr." Lange wurde auch dieses Jahr überlegt, ob die Weihnachtsferien vorgezogen werden sollten. Die langen Ferien fanden die vier Mädels letztes Jahr super - das anschließende Homeschooling nicht. "Ich fand das blöd, weil ich bei manchen Hausaufgaben nicht wusste, was ich machen sollte", stellt Luise klar und Anna ergänzt: "Und es war keine Lehrerin da, die es mir erklären konnte, und nicht mal Mama und Papa wussten es!"

Online-Unterricht mit technischen Problemen

Dann war da noch die Sache mit dem Online-Unterricht: "Das war doof, weil das Programm so oft nicht ging und ich die Mama rufen musste, wenn was nicht geklappt hat", sagt Anna. "Aber Notbetreuung war cool, denn wenn wir mit den Homeschooling-Hausaufgaben fertig waren, dann durften wir immer die ganze Zeit auf der Tafel malen!"

Anne und Clara waren zu dem Zeitpunkt noch im Kindergarten. Weil hier das offene Konzept mit Themenräumen gilt, konnten sie sich normalerweise aussuchen, wo sie spielen wollten. Das war mit Beginn der Pandemie nicht mehr möglich: "Wir konnten nur in einem Raum spielen oder draußen, aber das war okay, weil auch Spielsachen aus den anderen Räumen da waren", meint Anne und betont: "Am doofsten war aber, als wir gar nicht in den Kindergarten gehen durften und unsere Freunde nicht sehen konnten."

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Momentan testen sich die Kinder zweimal pro Woche in der Schule. Da haben sie inzwischen schon Routine. "Ich hatte noch kein Corona, aber bei uns in der Klasse waren schon mehrere Tests von Kindern positiv und ein Kind war unsere Freundin, darum fanden wir's blöd, dass sie Corona hatte", sagt die Erstklässlerin Anne. Als das Mädchen aus der Quarantäne zurück in die Schule kam, war wieder alles gut.

Mitschülerin wegen Corona-Infektion ausgeschlossen

Nicht so bei Luise: "Bei mir in der Klasse wollten einige Schüler nicht zu einem Mädchen gehen, weil es schon mal Corona hatte. Fast niemand wollte mit ihr spielen. Ich hab sie mitspielen lassen." - "Das ist blöd!", wirft Anne ein. "Dann sind die Kinder nämlich traurig, weil niemand mit ihnen spielt und dann denken sie, niemand mag sie mehr", empört sie sich.

Die Kinder machen sich auch Sorgen, zum Beispiel um Oma und Opa: "Ich hab manchmal Angst, wenn der Opa Bauchweh hat, dass er Corona hat", sagt Anna. Anne erklärt: "Weil das ja doof ist, wenn Oma und Opa sterben und man dann keine mehr hat." Die Großeltern dürfen zwar regelmäßig besucht werden, trotzdem erinnern sich die Kinder noch an vergangenes Jahr, als sie Oma und Opa nur per Videomeeting gesehen haben oder wenn, dann nur mit Abstand treffen konnten." Am blödsten ist, dass ich mit Oma und Opa nicht mehr soviel kuscheln kann!" - das fehlt Clara am meisten.

So langsam werden die vier unruhig - es müssen ja noch die Stiefel in den Schaufenstern gefunden werden. "Dieses blöde Corona soll einfach abhauen!", ruft Anna beim Jacke anziehen. Und schon stürmen alle vier los. Die Maske vergisst keine von ihnen. Sie kennen es nicht anders.

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