"Wo sind die Hände", schallte es von der Drehbühne im Kurgarten - und bereitwillig reckten knapp 900 Gäste die Hände in die Höhe oder begannen rhythmisch zu den ersten Klängen von "Tunnel of Love" und "Money for nothing" zu klatschen. Keine Frage: Die bekannten Melodien der Dire Straits begeisterten das Publikum.

Verantwortlich für den typischen Sound war die Coverband "dIRE sTRATS" aus Norddeutschland, die um Punkt 20 Uhr den ersten Gitarrenakkord
erklingen ließ und erst gegen 23 Uhr - nach nur einer kurzen Pause und drei Zugaben - die Bühne unter dem begeisterten Beifall der Gäste verließ.

Dazwischen wurden die großen Hits aus den zwei Jahrzehnten der sechsköpfigen Band präsentiert, die sich in den Köpfen der überwiegend älteren Gäste festgesetzt hatten. Und so verbanden viele Gäste die Stücke mit den Schallplatten, die noch im Keller lageren. Jenseits der 40, eher jenseits der 50 - das war die Altersstufe, die sich an die Zeit zwischen 1977 als Start der Dire-Straits-Karriere bis zur Auflösung der Band im Jahre 1995 erinnern konnten und den Rhythmus der meist längeren Stücke bereitwillig aufnahmen.


Ohrwürmer geblieben

Die Welthits der Band sind Ohrwürmer geblieben, und der Name von Band-Leader Mark Knopfler steht heute noch für einen charakteristischen Musikstil, der durch virtuoses Gitarrenspiel und die besondere Song-Gestaltung geprägt ist: lange Instrumental-Intros, balladenhafte Stücke, die auf Wiederholungen und Refrains verzichten, und ein virtuoses Outro, das nochmals das musikalische Können der Band zeigte und nicht selten einen eigenständigen Höhepunkt darstellte.

Die norddeutsche Band um Frontman Peter Spencer (Gesang, Rhythmusgitarre) präsentierte sich auf einer Bühne, die mit zehn Gitarren bestückt war. Aus diesem Fundus kam der glasklare Gitarrensound, für den Lead-Gitarrist und Bandgründer Wolfgang Uhlich verantwortlich zeichnete. Das weitere Sammpersonal waren Tobi Blattmann (Keyboard), Thomas Fiebig (Bass) und Jens Gernhoff (Drums) - ergänzt um Saxophon und Pedal-Steelgituar.Mit dieser Mischung konnte die Tributeband "dIRE sTRATS" aus dem Vollen schöpfen und dabei belegen: Auch wenn der Bandname geringfügig vom Originalnamen abweicht, musikalisch ist kein Unterschied hörbar. Die melodiöse Ausdruckskraft mit denen die Dire Straits über fast zwei Jahrzehnte das Publikum für sich einnahm, war auch an diesem Abend zu spüren - wobei auch Solostücke von Mark Knopfler Teil des begeisternden Auftritts waren.


"Ein geiler Abend"

Immer wieder animierte Sänger Peter Spencer mit seiner sonoren Stimme das Publikum zum Mitklatschen, holte die Tanzbegeisterten auf den Platz vor der Bühne und bekannte wieder und wieder, dass es ein geiler Abend in Bad Kissingen sei: "Dass es in einer Kurstadt eine solche Begeisterung gibt, hätten wir nicht gedacht", war sein augenzwinkernder Kommentar.


Menschen tanzten dicht an dicht

War die Reaktion der Gäste anfangs noch zögerlich, so legte sich diese Zurückhaltung, und nach 20 Minuten war der Bereich vor der Bühne mit tanzenden und filmenden Menschen gefüllt - erst mit viel Platz dazwischen, zum Ende des Konzerts dicht an dicht stehend.

Hits wie "Lady writer", "Romeo & Juliet", "Speedway at Nazareth", "Walk of Life", "On every street", "Communique", "Brothers in arms" und Longtracks wie "Telegraph Road” waren nur ein Teil aus dem enormen Repertoire der englischen Band. Nach drei Stunden und knapp 20 Musikstücken endete im illuminierten Kurgarten das "Summertime-Konzert", von dem sich auch Bruno Heynen von der Staatsbad GmbH begeistern ließ - und der auch mit den Gästezahlen von Freitag- und Samstagabend sehr zufrieden war.

Ein kleiner Wermutstropfen am Rande: Noch klangen die Melodien der Dire Straits beim Nachhausegehen im Ohr, noch verarbeitete das Gehirn die virtuosen Gitarrensoli, noch unterhielt man sich über einen tollen Abend. Da ertönte ein Donnerschlag als Ankündigung des Mini-Feuerwerkes, und mit einem Mal waren alles weg, vertrieben von Böllern, Krachern und Raketen - schade um den Nachklang der schönen Rhythmen.