Das 1. Sinnberg-Fest lockte am Wochenende zahlreiche Gäste auf den "Balkon von Bad Kissingen". Empfangen, unterhalten, informiert und verköstigt wurden die Gäste von vier Vereinen, die sich der Idee von Gerhard Moritz, Inhaber des Café Sinnberg, anschlossen und gemeinsam das Fest veranstalteten.
Der Skiclub Bad Kissingen, Bund Naturschutz, die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg und der Waldkindergarten "Fliegenpilz" griffen die Initiative für ein gemeinsames Fest sehr gerne auf. "Schließlich sind wir mit dem Bismarck-Turm und mit den Sinnberg seit langem eng verbunden", sagte Christian Draga vom Skiclub. "Jeder Verein hat bislang sein 'kleines Festchen' gefeiert," ergänzte Hans-Peter Mankel vom Vorstand des Waldkindergartens und meinte: "Inhaltlich passen die vier Vereine sehr gut zusammen und können sich sinnvoll ergänzen."

Ein gemeinsames Interesse

Auch Marc Baumgart, der stellvertretende Vorsitzende des Bad Kissinger Bund Naturschutzes, bestätigte, dass die Idee gut ankam und dass sich die Vereine "aus der Örtlichkeit am Sinnberg und dem gemeinsamen Interesse heraus" zusammengefunden haben, und "weil jeder Verein etwas dazu beitragen kann". Aus diesem Grunde ist auch die Pfadfinderschaft St. Georg dabei. Im Bismarck-Turm lagern die Gerätschaften der Pfadfinder. Von daher ist das Natur-Areal für die Logistik des Vereins wichtig - vor allem für das Sonnwendfeuer, das am Samstagabend hoch über Bad Kissingen erstrahlte.

Ein naturnahes Umfeld

Ganz besonders schöne Sonne-Wolken-Kombinationen erstrahlten am Samstag und Sonntag über dem Sinnberg, wo tagsüber die Mitglieder der vier Vereine auf die Gäste warteten - und diese mit einem naturnahem Umfeld überraschten. So führten Waldemar Hartmann und Marc Baumgart durch den Wild- und Kulturpflanzengarten, worin mit Hinweistafeln zum Weinberg, zu Giftpflanzen, zu Hecken oder zur Geschichte des Ackerbaus informiert wurde. Mit Interesse verfolgten Junge und Junggebliebene die Ausführungen zu den typischen Magerwiesen, die nur einmal im Jahr gemäht werden und deshalb eine unglaubliche Vielfalt aufweisen.

Interessantes für junge Gäste

Vor allem den ganz jungen Gästen wurden die Besonderheiten der Natur näher gebracht - und dies nicht nur mit schönen Bildern. So hatte der fünfjährige Julianus (Mützel) aus Ebenhausen keine Scheu vor den Raupen und er wusste auch, dass daraus Schmetterlinge entstehen - in diesem Fall waren es zukünftige Nachtpfauenaugen.
Für die Kinderbetreuung an den zwei Fest-Tagen war vor allem der Waldkindergarten Fliegenpilz zuständig: Kinderschminken und Basteln mit Naturmaterialien standen ebenso auf dem Programm wie Ponyreiten oder Lagerfeuer mit Stockbrot. Aber auch für den Verkauf von Kuchen am Sinnberg-Café waren die Helfer zuständig. Am Sonntagnachmittag lockte das "Korbtheater" mit Alfred Büttner in das bunte Manegenzelt, wo sich Groß und Klein an "Mario, was machst Du nur" erfreuten. Zu bestaunen waren auch Hütte und Umfeld des Waldkindergartens hoch über den Dächern Bad Kissingens.

Ein gutes Miteinander

Für Vorstandsmitglied Hans-Peter Mankel bot deshalb das 1. Sinnberg-Fest auch eine tolle Gelegenheit, die Arbeit von "Fliegenpilz" einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen - zudem sieht er in der Kooperation mit den anderen Vereinen noch den wichtigen Vorteil: "Durch die Vorbereitungen des Festes entstand bei den Vereinen ein Miteinander, wo vorher nur ein Nebeneinander war." Zwar habe man in den vergangenen Jahren immer sein eigenes Festchen organisiert, "aber die Anforderungen werden immer strenger", meinte Mankel. Deshalb fand er es sehr gut, dass man das Sinnberg-Café als zentralen Punkt für die Verköstigung und andere Bedürfnisse der Gäste hatte. Hier seien die hygienischen Voraussetzungen erfüllt.
Für Christian Draga, der das Sinnberg-Fest auch als Rahmen für den 90. Geburtstag des Skiclubs nutzte, war die Sonnenwende der beste Termin und deshalb war er froh, dass alle Beteiligten mitzogen. "Der Skiclub fühlt sich am Sinnberg zu Hause", lautet sein Bekenntnis und begründet dies mit der Ski-Schanze, die hier von den 1930-ern bis in die 1970-er Jahre stand. Außerdem hatte der Skiclub ein Sonnwendfeuer organisiert. Alleine. Auch er sieht als Vorteil dieser Gemeinschaftsaktion, dass man nicht nur genügend Helfer zusammenbringe, sondern dass "auch jeder Verein Gäste mitbringt".
Zusammen mit der Pfadfinderschaft war der Skiclub für das Sonnwendfeuer und die "Grillstation am Sinnberg" verantwortlich. Und Gerhard Moritz, Pächter des Café Sinnberg, sorgte zusammen mit den vier Vereinen nicht nur für die Verpflegung der Besucher, die teils nach anstrengendem Fußmarsch die schattigen Plätze der Terrasse erreichten, sondern auch für den musikalischen Rahmen an den beiden Tagen. Fazit: Rundherum gelungen.