Neben Straßensanierungen werden Umbau und Erweiterung des Bauhofs die "zweite Halbzeit" des amtierenden Oerlenbacher Gemeinderats bestimmen. In der sehr harmonischen und sachlichen Bürgerversammlung, zu der 61 Personen gekommen waren, ging Bürgermeister Franz Kuhn (CSU) auf die aktuelle Arbeit ein, ehe von den Besuchern Themen wie Bauplätze, Straßenprobleme, Werbetafel, Nutzung der Wilhelm-Hegler-Halle und Rattenplage zur Sprache kamen.

"Das kommunale Förderprogramm zur Nutzung innerörtlicher Bausubstanz wird genutzt. Zwölf Antragsteller erhielten bisher 38.000 Euro. Das zunächst für fünf Jahre vereinbarte Programm wurde um die gleiche Spanne bis 2021 verlängert", berichtete der Bürgermeister. Er verwies auf die "Oerlenbacher Erklärung" der Allianz Oberes Werntal, dass der Innenentwicklung Vorrang gegenüber neuen Baugebieten zu gewähren ist. "Dieses Ziel gelang, denn inzwischen konnte ein Viertel der 200 freien Bauplätze bebaut werden", informierte Kuhn.


Gewerbepark geht voran

Voran geht es mit dem Gewerbepark Oerlenbach/Poppenhausen an der A 71. Drei Vereinbarungen stehen vor dem Abschluss: ein 30 Meter hoher Werbemast neben dem Regenrückhaltebecken im Tal, ein Garagenhof und eine Ausstellung sogenannter Mobilheime (eine Art von 3,7 Meter breiten und bis zu zwölf Meter langen Wohnwägen). Der Gewerbepark wurde 2016 eingegrünt sowie Bäume und Sträucher gesetzt.

Im Gewerbegebiet "Am Kreisel" in Oerlenbach selbst ist der Bau eines Discounters bereits genehmigt. Bei der Umsetzung sucht der Bauherr noch einen Betreiber für einen anvisierten Drogeriemarkt. "Wir hoffen, dass das Vorhaben in 2017 realisiert wird", gab sich der Bürgermeister zuversichtlich.

Hoffnung gebe es zur 'B 286 neu', die im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans blieb. Die Planungen von Landkreis und Staatlichem Bauamt sollen noch in diesem Jahr in das Planfeststellungsverfahren münden, damit das erste Teilstück von der B 19 bis zum Gewerbegebiet Eltingshausen bald umgesetzt wird. "In Kürze wird das 900 Meter lange Stück von der Bahnbrücke Oerlenbach zur B 19 erneuert. Die Maßnahme, die eine Totalsperrung während der Bauzeit mit sich bringt, soll bis September abgeschlossen sein", gab der Bürgermeister bekannt.


Generalsanierung des Bauhofs

"Unterbringung der Fahrzeuge und Geräte, Lagerflächen für Materialien sowie Büro- und Sozialbereiche können nur mit einer Generalsanierung unseres Bauhofs gelöst werden", konstatierte Kuhn zu dieser Aufgabe, die in mehreren Abschnitten angegangen wird. Beschafft wurden inzwischen ein neuer Waldschlepper zu 55.000 Euro und ein neuer Unimog zu 142.000 Euro. Ebenso erhält die Oerlenbacher Feuerwehr ein neues Hauptlöschfahrzeug HLF 20 zu 420.000 Euro, wobei ein Zuschuss von 150.000 Euro erwartet wird.

"Wichtig ist der Erhalt des Mittelschulstandorts Oerlenbach. In Zusammenarbeit mit Rotem Kreuz und Landratsamt stellten wir einen Jugendsozialarbeiter mit Halbtagesstelle an und erweiterten den Ganztagesbereich ab der 1. Klasse mit 85 Schülern. Dazu wurden im Schulhaus Oerlenbach die Toiletten im Anbau hergerichtet. In Ebenhausen steht diese Aufgabe in diesem Jahr an. Aktuell wird der Physikraum in einen Medien- und Hausaufgabenraum umgestaltet", berichtete Kuhn.

In der Diskussion sprachen Stefan Hemmerich und Michael Kuhn fehlende Bauplätze an: "Privatbesitzer halten ihre Flächen zurück. Die Gemeinde kann nichts anbieten. Ein neues Baugebiet wäre zu wünschen, denn nicht alle wollen ein altes Anwesen herrichten." Lücken zu schließen und Leerstände zu nutzen, bleibe vorrangig. Der Gemeinderat überlege aber auch eine kleinere Zone zu erschießen", antwortete der Bürgermeister.

Walter Rügamer verwies auf die Querung eines Bahngleises in der Heglerstraße. Der Bahnanschluss werde nicht mehr genutzt. Die Überfahrt sei ein "Gerumpel". Von Anhängern fliege die Ladung davon. Das "Andreaskreuz" sei verrostet, ein Schandfleck. Die Problematik werde an den Landkreis als Straßeneigentümer weiter geben, zumal die Straße selbst eigentlich schon vor längerer Zeit saniert werden sollte.

Gerald Seidl schlug vor, eine Plakatwand für Veranstaltungen zu schaffen, um das "wilde" Anheften wie an Bäumen einzudämmen. Denkbar wäre - so der Bürgermeister - am "Douvres-Park" (ehemaliger Friedhof) weitere Transparente zu ermöglichen. Im Friedhof sollten - so bat Marcel Distler - neue Gießkannen beschafft werden.
Der Abwasserzweckverband sollte flächendeckend gegen die Rattenplage vorgehen, bat Rudi Werner. Zudem sollten keine Essensreste über WC-Spülung in den Kanal gelangen. Ebenso verwies er auf den im Winter ungeräumten Radweg nach Eltingshausen. Dafür sei aber der Anlieger zuständig, erklärte der Bürgermeister. Gefährlich sei es, wenn der DHL-Lkw Park- und Gehsteig vor der Post blockiert und in die Heglerstraße hineinragt. "Früher war die Laderampe schräg. Das wäre sicherer", empfahl Rudi Werner. Dass Gehsteige gepflastert und damit schwieriger sauber zu halten bzw. zu räumen sind, wie Mario Reuß ansprach, begründete Kuhn damit, dass Schäden wie bei Aufgrabungen leichter zu beheben sind.

Roland Christ, Matthias Schmitt und Sven Seidl hakten zur Be- und Entlüftung und teilweisem Rauchgeruch in der Wilhelm-Hegler-Halle sowie zur Freihaltung der Rampe nach. "Die Hallentechnik erörtern wir bereits mit Architekt und Fachfirmen. Zur Nutzung der Rampe bitten wir um Rücksprache, um den Zugang zu sichern", antwortete der Bürgermeister.


Daten und Fakten

Einwohner (Stand 31. Dezember): Gesamtgemeinde: 5117, nach 329 Zu- und 264 Wegzügen sowie 43 Geburten und 58 Sterbefällen - ein Plus von 50. Oerlenbach: 1726 Personen bei 119 Zu- und 95 Wegzügen sowie 15 Geburten und 26 Sterbefällen - ein Plus von 13

Gewerbebetriebe: 322 in der Gesamtgemeinde, davon 100 in Oerlenbach

Gemeinderat: 13 Sitzungen, dazu 2 Rechnungsprüfungsausschuss und je 1 Allianz sowie Haupt- und Finanzausschuss

Bauanträge: 22 Anträge, darunter 4 Wohnhausneubauten

Satzungen: Haushalts- und Feuerwehrkostensatzung sowie Bebauungsplan "Westlich der Ziegelei" in Ebenhausen, dazu Änderungen von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan "Am Kreisel"

Haushalt 2017: Gesamtvolumen 10,6 Millionen Euro, finanziert aus Steuern, Zuweisungen, Umlagen, Grundstücksverkäufen und Entnahme aus Rücklagen, keine neuen Kredite; Pro-Kopf-Verschuldung mindert sich in 2017 weiter auf 285,17 Euro