"... und zum Dritten." Mit dem Zuschlag von Versteigerer Helmut Preis wurde Hermann Laudensack für bescheidene 500 Euro Eigentümer eines Arbeitsplatzes aus einer Küche des früheren Kurhaushotels. Grob geschätzter Neupreis: um die 6000 Euro. Der Sterne-Koch zeigte sich zufrieden.

Zunächst. "Ich bin im Moment unglücklich und hoffe, eine Lösung zu finden", sagte Laudensack nach einem Telefonat. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Anlage möglicherweise ihre Tücken hat. Dann könnte es beim Umbau für seine Küche zu Problemen kommen. Erhebliche Ausgaben wären notwendig. Das Schnäppchen wäre wohl keines mehr.

Horst Geier war rundum zufrieden. Der Schriftführer des FC Fuchsstadt hat für das Vereinsheim eine zwei Meter breite Dunstabzugshaube aus dem "Kissinger Stüble" ersteigert. Weil er der einzige Interessent war, hat Helmut Preis sein Angebot, 300 Euro, sofort angenommen. "Wir wären bis zu 500 Euro gegangen", sagte Horst Geier. Dass es mit einer Spüle nicht geklappt hat, kann er gut verschmerzen: "Der Dunstabzug war für uns wichtiger."

Auch Nicole Seemann aus Mellrichstadt wird die Versteigerung in guter Erinnerung behalten. Für ihr Rede- und Preisduell mit dem charmanten Helmut Preis hat sie spontanen Beifall bekommen. Erworben hat sie für ihr historisches Gebäude 24 Lampen; "die passen da rein". Der Preis - 1800 statt 2400 Euro - war mehr als okay.

Ganz schlecht bei Stimme

Leid tun konnte einem der routinierte Versteigerer Helmut Preis. Ausgerechnet am Donnerstag hatte er echte Probleme mit seinen Stimmbändern, brachte kaum einen Ton heraus. Auf einen Zuschlagshammer verzichtete er, ein Nobel-Kugelschreiber genügte vollkommen.

So banal kann eine Ära enden: Pünktlich um 9 Uhr eröffnete Helmut Preis - ein "Steuerinspektor mit Zulage" (Selbstauskunft) - die Aktion, stellte sich, seine Aufgabe und die Regeln vor. Als Podest diente ein Hotelsafe a. D. Das frühere Steigenberger-Restaurant war gut gefüllt, aber nicht übervoll. Die 100 Stühle reichten nicht, es gab aber auch kein Gedränge. Gekommen waren zahlreiche Neugierige: Bei ungefähr 130 Menschen im Saal hatte Renate Lommer 86 Bieterkarten ausgegeben. Wenig später waren es dann mehr als 100. Cornelia Giebel und Tanja Klier, alle vom Team des Zentralfinanzamts Nürnberg, hatten ihre Plätze an der Kasse in der früheren Bar eingenommen, es konnte losgehen.

"200 Euro? Her damit!"

Zunächst kamen Gardinen unter den Hammer. Je nach Interesse wurden pro Paar zwischen 50 und 90 Euro erlöst. Zäher verlief die Sache bei den Kunstwerken. Einige waren heiß begehrt, andere wollte keiner haben. Geschachert wurde wie auf einem türkischen Basar. So um die 26 Stiche: 260 Euro wollte Helmut Preis für alle haben. Als einer 200 Euro bot, war er auch zufrieden: "Her damit!"

Am liebsten hätte der 61-Jährige die Einrichtung im Block - komplette Küche, die ganze Bar, alle Zimmereinrichtungen auf einmal - veräußert. Ging aber nicht. Immerhin lag für Teile der Kücheneinrichtung ein akzeptables Angebot auf dem Tisch. Die Geräte werden künftig in einem großen Sanatorium eingesetzt.

Auch die Bar als Ganzes wollte keiner haben. Vier Hocker kosteten bescheidene 100 Euro.

Und weiter ging es. Punkt um Punkt wurde die 23-seitige Liste abgearbeitet. Dabei bewies Helmut Preis Flexibilität bei den Preisen, ging mehrfach an seine Schmerzgrenze. Die war bei einer Glastüre erreicht: "150 statt 300 Euro? Da lassen wir sie lieber drin, dann zieht es nicht so kalt rein." Bei einem Zeitungsständer gab er sich aber mit nur 20 statt mit 100 Euro zufrieden.

Manches war unverkäuflich, bei anderen Objekten ging der Preis durch die Decke, weil sie zwei oder mehr Bieter unbedingt haben wollten: Ein Kaffeeautomat war mit 1000 Euro angesetzt, erzielte aber 1800 Euro.

Auch für das gediegene Mobiliar aus 24 Doppelzimmern hat sich ein Käufer gefunden. Günther Karrer stattet damit sein "Haus Thea" in der Theresienstraße aus. Er zahlt 19 000 Euro, gefordert waren 30 000 Euro.

Zum späten Nachmittag hat sich das Restaurant zwar schon geleert, aber es wurde trotzdem noch rege geboten. Einzelne Stücke sind immer noch zu haben. Im Laufe des heutigen Vormittags findet deshalb von 10 bis 13 Uhr die Nachversteigerung der Restposten statt. Was danach mit eventuell unverkäuflichen Stücken geschieht, steht noch nicht fest. Die Entscheidung trifft die Immobilienverwaltung des Freistaats Bayern.