Hopf hatte im September 1989 seine Stelle als Pastoralassistent in Riedenberg angetreten, Claudia Annon war im Jahr 1996 nach Wildflecken gezogen. Während Hopf in Vollzeit nach Würzburg wechselt, wird Annon künftig in Oberleichtersbach tätig sein. Beide wohnen mit ihren Familien auch weiterhin im oberen Sinngrund.

Lob von Dekan Erich Sauer


Dekan Erich Sauer bewundert den innovativen Geist, der durch die Arbeit von Hopf und Annon entstanden sei: "Hier wurde so manches durchgeführt, was sich andere vielleicht gar nicht getraut hätten." Dekanatsratsvorsitzender Franz Walter erinnert sich an die Entstehung und die öffentlichen Diskussionen rund um die Riedenberger Techno-Gottesdienste, die Bernhard Hopf zusammen mit Jugendlichen ins Leben gerufen hatte.
Große Wellen hatte diese neue Form von Jugendgottesdiensten geschlagen. Bernhard Hopf selbst bezeichnet die Techno-Gottesdienste als "Höhepunkte meiner ersten Jahre als noch junger Pastoralassistent". Die Idee sei auf dem Ministrantenzeltlager geboren und von der Riedenberger Jugend in allen Teilen vorbereitet und mitgetragen worden. Diese Gottesdienste in Riedenberg waren laut Hopf die ersten dieser Art, noch vor der Crusade von Hamburg, und haben somit auch ein gewaltiges Medien-Echo hervorgerufen. "Bei einer dieser Feiern waren sieben Fernsehteams in der Kirche dabei, filmten den Gottesdienst, interviewten Jugendliche und trugen so mit bei zu einer jugendgemäßen Verkündigung des Glaubens", erinnert sich Hopf. "Klar, dass so viel Spectaculum nicht ohne Wirkung blieb."

Gelassener Bischof


Viele Briefe, positive und ablehnende, mussten damals beantwortet werden. Manche wandten sich direkt an den Papst in Rom, um ihre Ansicht zu den liturgischen Ereignissen in Riedenberg mitzuteilen. Walter und Hopf erinnern sich heute noch gut an ein Gespräch mit dem damaligen Weihbischof Helmut Bauer, der die ganze Aufregung rund um die Riedenberger Techno-Gottesdienste eher gelassen einschätzte.
Walter zeigt sich begeistert von den vielen neuen Ideen rund um Firmung und Jugendarbeit, die von Annon beziehungsweise Hopf zur Diskussion gestellt worden sind. "Viele dieser Ideen kamen direkt aus den Familie heraus. Das ist ganz wichtig."
Die Kinderkirchengruppe um Susanne Raab erinnert an die Anfänge der Kindergottesdienste vor rund 20 Jahren. "Wir wurden fit gemacht für die Feier der Liturgie mit den Kinder", sagt Raab. Bis heute komme den Gottesdiensten für und mit Kindern eine besondere Bedeutung im oberen Sinngrund zu. Anneliese Porada vom Oberwildfleckener Kindergarten bedankt sich für die Unterstützung bei der Entwicklung von Qualitätszielen und Leitbildern für die tägliche Arbeit mit den Kindern. Claudia Annon sei gerade auch in den Monaten bis zur endgültigen Schließung des Kindergartens Sankt Kilian ein wichtiger Ansprechpartner für die Erzieherinnen gewesen. Sie habe mit viel Geduld und großem Einsatz immer wieder Lösungen gesucht und gefunden. "Der Dienst an den Kleinsten in der Gemeinde" sei beeindruckend und wichtig gewesen.

Für weltoffene Kirche


Immer wieder habe Annon die Kindergärten in Wildflecken und Oberwildflecken unterstützt und Gottesdienste geleitet. Für die Kinder wurde sie so eine vertraute Bezugsperson. Markus Till vom Caritas Kinder- und Jugenddorf in Riedenberg lobt die gute Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern der Pfarreigruppe im oberen Sinngrund und den Mitarbeitern des Kinderdorfes. Hopf und Annon hätten immer ein offenes Ohr für die Belange des Kinderdorfes gehabt.
Riedenbergs Bürgermeister Robert Römmelt findet nachdenkliche Töne zur Verabschiedung von Hopf und Annon. Seelsorgerische Arbeit bedeute auch, Menschen aus dem Leben zu begleiten. Sein Dank gilt den beiden Seelsorgern daher auch dafür, viele Menschen in schweren Stunden begleitet zu haben. Mit großer Freude habe Römmelt bei einem ökumenischen Gottesdienst im Bad Brückenauer Schwimmbad mitwirken dürfen. "Die Kirche muss dahin gehen, wo die Menschen sind", sagt Römmelt. Hopf habe sich immer wieder für eine weltoffene Kirche in der Region stark gemacht: "Es ist wichtig, dass es auch in der Kirche einen frischen Wind gibt."
Joachim Hartling von der Riedenberger Pfarrgemeinde blickt auf eine "vertrauensvolle Zusammenarbeit" zurück. Gerade in einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen aus verschiedenen Gründen vom Ehrenamt zurückziehen, sei der unermüdliche Einsatz von Hopf und Annon bewundernswert. Hartling hofft, dass schon in naher Zukunft Menschen erkennen werden, dass sie den beiden Seelsorgen in manchen Dingen "unrecht getan haben". Pfarrer Michael Krammer aus Motten, der in den zurückliegenden beiden Jahren als Pfarradministrator im oberen Sinngrund eingesetzt war, ist sich sicher, dass "wir ein gutes Team waren". Es habe zwar Einsichten und Erkenntnisse gegeben, "die wir uns lieber erspart hätten". Dennoch sei es wichtig gewesen, die Situation so gut wie möglich zu entspannen.