Eine Szene fast wie aus einem alten Heimatfilm: auf dem Boden sitzt die Märchentante, um sie herum 20 sehr aufmerksame Buben und Mädchen. Katja Kraus, Museumspädagogin auf Schloss Aschach, liest ihnen das wohl bekannteste deutsche Märchen überhaupt, "Rotkäppchen" der Gebrüder Grimm, vor. Die Kinder folgen ihr aufgeregt und gespannt.


Generationennetz

Im Obergeschoss einer Scheune in Schloss Aschach wird noch bis zum 10. September die Ausstellung "Zauberschloss und Märchenwald. Leben Werk der Gebrüder Grimm" gezeigt. Im Rahmen der Sommerferien-Kinderbetreuung, die das Generationennetz und die Arbeiterwohlfahrt gemeinsam zum vierten Mal bieten, konnten die Kinder einen schönen Tag auf Schloss Aschach verbringen. Sie durften auch mit einer Spindel Wolle spinnen und wurden dabei an das Märchen von Rapunzel ("Rapunzel, Rapunzel, lass mir dein Haar herunter") erinnert, durften Märchenwürfel zusammensetzen, heute kaum noch bekannte Spiele wie Stelzenlauf, Kreiselspiel und Kegeln ausprobieren.


Gut für berufstätige Eltern

Für berufstätige Eltern, besonders aber für alleinerziehende Mütter und Väter, können die Schulferien zum Problem werden, wenn sie während der Ferien niemand haben, der ihre Kinder betreuen kann. Deshalb haben Rosalinde Heider (Arbeiterwohlfahrt Bad Kissingen) und Christine Müller (Generationennetzwerk Bad Kissingen) auch dieses Jahr wieder die Kinderbetreuung für Buben und Mädchen von sechs bis zehn Jahren organisiert. Manche Kinder nehmen eine Woche teil, einige kommen zwei Wochen. "Manche sind schon zum 4. Mal dabei - es scheint ihnen bei uns zu gefallen" freut sich Christine Müller.


Ausgebildete Betreuer

Betreut werden die Kinder von drei jungen Frauen, die alle Schülerinnen am BBZ in Münnerstadt sind, beziehungsweise. waren. Eine hat gerade ihre Prüfung als Erzieherin geschafft, eine als Kinderpflegerin. Eine hat das Fachabitur Soziales gemacht und will im Herbst ihre Ausbildung als Erzieherin am BBZ beginnen.
Die Kinder treffen sich jeden Morgen im JuKuZ (Jugendkulturzentrum), das von der Stadt zur Verfügung gestellt wird, zum Morgenkreis. Das weitere Programm hängt dann jeweils vom Wetter ab. Einige geplante Aktionen konnten wegen der Hitze nicht stattfinden. Deshalb blieben die Buben und Mädchen einfach im JuKuZ, spielten und bastelten hier. Neben dem bereits erwähnten Besuch auf Schloss Aschach, der allen gut gefiel, standen oder stehen noch zum Beispiel der Barfußpfad, Wassertreten, eine Schnitzeljagd, eine Stadtrallye oder Spiele basteln auf dem Programm. Sie stehen zwar nicht offiziell auf dem Programm, aber sie sind schon legendär: die vielen Kuchen, die Rosalinde Heider für ihre Schützlinge bäckt.

60 Euro pro Woche kostet das Programm, manche können aber beim Landratsamt einen Antrag auf Übernahme stellen. Im Elternbeitrag ist das Mittagessen, das in der nahe gelegenen Kantine des AFZ (Arbeitsförderungszentrum) inbegriffen. Die Sparkasse, die Raiffeisenbank, die Klinik Bavaria und ein Privatsponsor haben Spenden zur zur Verfügung gestellt.