In zehn Themeninseln informiert eine am Wochenende eröffnete Sonderausstellung im Museum Schloss Aschach über Wissenswertes "Rund um die Burg". Aschach ist die dritte Station der von der Unterfränkischen Kulturstiftung (Bezirk Unterfranken) in Zusammenarbeit mit dem Museum für Franken gestalteten Schau, die noch bis zum 12. September in der Kulturscheune zu den üblichen Öffnungszeiten zu besichtigen ist. Wegen des niedrigen Inzidenzwertes im Landkreis ist eine vorherige Terminvereinbarung nicht nötig.

Mittelalterliche Lieder

"Zahlreiche Expertinnen und Experten aus ganz Unterfranken haben an der Konzeption der Ausstellung mitgewirkt", betonte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel zur offiziellen Eröffnung, die von Gitarristin und "Minnesängerin" Nele Anders aus Hildburghausen mit mittelalterlichen Liedern, darunter "Unter der Linden" von Walther von der Vogelweide, passend zum Thema aufgelockert wurde.

Wie alle Wanderausstellungen des Bezirks nimmt auch diese Schau wieder ganz Unterfranken in den Blick. "Überall in Unterfranken finden wir Burgen", führte Dotzel weiter aus. Die Ausstellung behandelt deshalb so faszinierende Fragen wie "Wer lebte auf einer Burg" oder "Wie sah der Alltag aus".

Die Schau richtet sich deshalb "an Kinder, Familien und junggebliebene Erwachsene", die Freude daran haben, den unterfränkischen Burgen mit allen Sinnen nachzuspüren und in die Welt der Türme, Tore und Wehrmauern einzutauchen.

Verschiedene Aktionsräume

Die Besucher können in den zehn bühnenartig begehbaren Aktionsräumen Wissenswertes über die Küche und Versorgung der Burgbewohner erfahren, über das Wohnen, den Minnesang, über Sagen, Geschichten und Wappen. Stationen wie eine mittelalterliche Schreibwerkstatt, ein Ofenkachel-Puzzle oder eine Vorlesestation laden zum Mitmachen ein. Man darf seine eigene Burg bauen, den damaligen Wert von Gewürzen ermitteln oder bei einem Burgen-Quiz sein Wissen testen.

Für Kinder gibt es zudem einen Burgen-Malwettbewerb. In einer kostenlosen Begleitbroschüre mit Beiträgen unterfränkischer Experten ist auch nach dem Ausstellungsbesuch noch Interessantes "rund um die Burg" nachzulesen.

Kaum ein Ausstellungsort könnte zu dieser Wanderausstellung besser passen, als das Schloss Aschach. "Auch unser Schloss hat einst als Burg begonnen", erklärte Museumsleiterin Josefine Glöckner den pandemiebedingt wenigen Gästen.

Belege für die Entstehungszeit um das Jahr 1200 seien zum Beispiel die Buckelquader aus rotem Sandstein an den beiden Südecken des Hauptgebäudes. Ein aufwendig dekoriertes Fensterpaar an der Ostseite des Schlosses soll nach Aussage Glöckners Bestandteil eines Palas der einstigen Burg gewesen sein.

Trotz des im 16. Jahrhundert erfolgten Umbaus zum Schloss fragen noch heute manche Museumsbesucher, wo denn die mittelalterliche Burg noch zu entdecken sei. "Deshalb freue ich mich besonders, dass wir die Sonderausstellung 'Rund um die Burg' bei uns zeigen."

Familientag am 8. August

Besonders wies Museumsleiterin Glöckner auf den Familientag am 8. August hin, der sich diesmal ebenfalls mit Themen "rund um die Burg" befasst: Für Kinder wird es eine Mal- und Kreativ-Straße, eine Schatzsuche und ein Ritterturnier geben. Führungen durch die Sonderausstellung und im Schlossgelände zu den Spuren der einstigen Burg werden am Familientag ebenfalls angeboten.

Öffnungszeiten der Museen Schloss Aschach:

Dienstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr,

Sonn- und Feiertage 11 bis 17 Uhr,

Montag ist Ruhetag; sollte der Montag ein Feiertag sein, verschiebt sich der Ruhetag auf den folgenden Dienstag.