Wie jedes Jahr hatten einige Züchter von Kaninchen, Tauben und Hühnern im Rahmen des Ferienprogramms die Kinder der Gemeinde ins Vereinsheim eingeladen.
Auch heuer ließ Organisator Klaus Langen nach der offiziellen Begrüßung aller 55 Kinder und persönlicher Vorstellung der Züchter zehn weiße "Friedenstauben" in den Himmel aufsteigen.
Danach wechselten die in vier Gruppen aufgeteilten Besucher von einem Ausstellungsstand zum anderen.


Schafe und ein Esel

Erste Streicheleinheiten durften sie gleich draußen auf der Wiese verteilen. Schäfer Wolfgang Hüter aus Großenbrach hatte zwei kleine Gatter für ein paar Ziegen und einen Esel aufgebaut. Die Besonderheit war aber zweifellos der Transporter daneben, in dem ein Mutterschaf mit seinen erst in der Nacht zuvor geborenen Zwillingslämmern zu bestaunen war.
Tierischen Nachwuchs gab es auch in der Halle. Taubenzüchter Eugen Hillenbrand präsentierte an seinem Stand gleich mehrere Vertreter unterschiedlicher Rassen. In einem der Käfige hatten es sich zwei Taubenküken, gerade drei Wochen alt und nur lückenhaft mit Federn bedeckt, mitten im Futternapf bequem gemacht. Sie ließen sich auch von zaghaften Berührungen der Kinder nicht stören.


Viel gelernt

Ein paar Meter weiter saß "Hasenvater" Peter Seuberling an seinen Tapeziertischen, auf denen er in einigen Drahtkäfigen ein paar Mümmelmänner und -frauen zeigte. Wie sein Kollege Hillenbrand bei den Tauben, gab auch Seuberling interessante Hinweise zum Leben der Nager. So erklärte er, dass Hasen und Kaninchen nicht nur Grünfutter, sondern auch steinhartes Brot fressen, um ihre nachwachsenden Zähne zu schleifen. Natürlich fehlte auch nicht der Scherz, dass Karotten gut für die Sehkraft seien. "Oder habt ihr schon mal einen Hasen mit Brille gesehen?" Viel interessanter als das bloße Anschauen war die Gelegenheit, einmal so ein weiches Kuscheltier im Arm halten zu dürfen.
In der Hühner-Abteilung waren nicht nur unterschiedliche Rassen vom Zwerghuhn bis zum Kampfhuhn zu finden, sondern zur Freude vieler auch das Lachshuhn 924. "Das ist nur die Zuchtnummer", erklärte Züchter Klaus Langen die sonderbare Benennung. Er hat 20 solcher Lachshühner daheim und vermietet sie gelegentlich mit allem nötigen Zubehör an Familien mit Kindern. "Der Vorteil dieser Züchtung ist das fehlende Fluchtverhalten." Ganz ruhig saß auch Nummer 924 im Vereinsheim auf dem Boden, ließ sich von den Kindern streicheln und sogar ohne jede Gegenwehr auf den Arm nehmen.
Besonders niedlich waren die frisch geschlüpften Küken anzusehen, die vorsichtig in die Hand genommen werden durften. Die Jüngsten liefen noch im Brutkasten unter Rotlicht, während dort ein paar Geschwister sogar noch in ihren Eiern auf den richtigen Schlupfmoment warteten.


Ausstellung der Bilder

Nachdem alle Tiere bewundert worden waren, standen die Kinder Schlange, um sich mit ihrem jeweiligen Lieblingstier auf dem Schoß ablichten zu lassen - soweit dies möglich war. "Im vergangenen Jahr wollte ein Kind unbedingt mit dem Esel fotografiert werden", erinnerte sich Organisator Klaus Langen. Zum Abschluss zeichneten die Kinder bei Pizzabrötchen und Waffeln ihr Lieblingstier mit Buntstiften. Alle Kunstwerke werden im Winter in der Nüdlinger Stadtbücherei ausgestellt. "Viele Kinder sind unwahrscheinlich kreativ", machte Langen schon jetzt Appetit auf die bunte Bilderschau der Sechs- bis Zwölfjährigen.