Auf einem Laster liegend wird das 12 Tonnen schwere Stahlbetonstück durch den idyllischen Rosengarten gefahren. Im Schritttempo werden die letzten Meter zu der Baustelle am Mühlbach zurückgelegt. Dort wartet bereits Polier Rainer Lang mit seinen Leuten darauf, dass sie den Steg über den etwa einen Meter breiten Bach weiterbauen können: Die 40 Zentimeter hohen Fundamente - ebenfalls aus Stahlbeton - wurden bereits im März eingegraben.
Das Bachbett wurde wiederhergestellt. "Jetzt wird die Brücke darübergelegt", erklärt Lang.

Ein Baukran hebt den tonnenschweren Überbau an und bringt ihn über den Fundamenten in Position. Lang befestigt in dem schwebenden Betonstück vier Dorne aus Edelstahl, dann wird die Platte langsam heruntergelassen. Die Dornen senken sich langsam in die vorgebohrten Löcher ins Fundament hinein und verankern den Brückenüberbau fest mit dem Boden. Der neue Steg kann mit bis zu zwölf Tonnen belastet werden. Genug, um Fahrzeuge der Kurgärtnerei zu tragen.



"Bis jetzt ist alles zügig vorangegangen", meint Lang zufrieden. Sowohl die Erneuerung des Marbachstegs auf der gegenüberliegenden Saaleseite, als auch die des Mühlbachstegs sind weit fortgeschritten und liegen im Soll. Um Zeit zu sparen wurden die Fundamente und die Überbauten vorab im Werk aus einem Stück gefertigt, so dass sie nur noch im Rosengarten montiert werden mussten.

Bis 12. April sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. "Jetzt bleiben noch Restarbeiten", erklärt der Polier. Die Bereiche um die Brücken werden angeglichen, also beispielsweise die Fußgängerwege wieder bis zur Brücke hin asphaltiert. Ebenso kommen Lampen, die während der Bauarbeiten weichen mussten, wieder an ihren angestammten Platz. "Die Geländer sollen am Freitag kommen."

Die Geländer wurden von den alten Brücken abmontiert, wieder aufbereitet und werden weiter verwendet. "Die waren noch nicht alt. Das wäre schade gewesen, die wegzuwerfen", erklärt der zuständige Ingenieur Klaus Wolf. Um modernen Schutzvorgaben zu genügen, muss das Geländer "über einen Meter über der fertigen Fahrbahn" hoch sein.Weil sie auf jeweils 15 Zentimeter hohe Schrammbords aufgesetzt werden, wird die Sicherheitsbestimmung problemlos erfüllt.