Der TSV Stangenroth und die DJK Waldberg schließen sich - sportlich gesehen - zusammen und bilden zukünftig unter Federführung der Waldberger zwei gemeinsame Fußballmannschaften.

Damit kooperieren zwei traditionsreiche Vereine sogar über Landkreisgrenzen hinweg, denn der TSV ist im Landkreis Bad Kissingen (Marktgemeinde Burkardroth) und die DJK im Nachbarlandkreis Rhön-Grabfeld (Gemeinde Sandberg) beheimatet.

In einer der beiden Rhöner Kreisklassen wird die neugegründete SG Waldberg/Stangenroth an den Start gehen; in der B-Klasse läuft künftig die Zweitvertretung SG Waldberg II/Stangenroth II auf. Beide Teams werden kontinuierlich gemeinsam trainieren unter Leitung von Coach Mirko Kleinhenz (Waldberg) und Co-Trainer Nico Wehner (Stangenroth).

Der FC Sandberg geht derweil künftig wieder eigenständig auf Torejagd. Die Kooperation der Sandberger mit der zweiten Mannschaft der DJK Waldberg besteht nicht mehr fort. Zuletzt hatte der FC Sandberg ohnehin schon aus eigener Kraft ein Team für die Kreisklasse Rhön 2 stellen können, entging dem Abstieg allerdings nur recht knapp und landete in der Abschlusswertung nach Quotientenregel auf dem rettenden 12. Tabellenplatz.

Die Startberechtigung in der A-Klasse Rhön 1 gibt der TSV Stangenroth für die kommende Saison auf. Gemäß Quotientenregel hatte der TSV in der zurückliegenden Saison den 7. Platz belegt und hätte damit eigentlich erneut in der A-Klasse an den Start gehen können - wenn er die Eigenständigkeit behalten hätte.

Die Waldberger hatten in der Kreisklasse Rhön 1 laut Quotientenregel ebenfalls den 7. Tabellenplatz erreicht. Und damit den Klassenverbleib gesichert.

Enger Kontakt nach Waldberg

"Ich war selbst immer einer, der möglichst lange an der Eigenständigkeit festhalten wollte. Aber uns fehlt ganz einfach die Perspektive. Daher war die Suche nach einem Partner der logische Schritt", sagt Andreas Metz, einer der Vorsitzenden beim TSV Stangenroth.

"Den engen Draht nach Waldberg gibt es bereits aus der Zeit, als Gerd Raab aus Waldberg noch bei uns Trainer in Stangenroth war. Im regulären Spielbetrieb selbst sind sich die Vereine allerdings über Jahre nicht begegnet", so Metz.

Mit der DJK Waldberg hat der TSV Stangenroth einen Partner gefunden, der zwar im Nachbarlandkreis Rhön-Grabfeld verwurzelt ist, aber schon historisch gesehen ganz enge familiäre Verbindungen mit Dörfern der Marktgemeinde Burkardroth hat.

Die grün-weißen Walddörfler vom Kreuzberg sorgten vor allem in den 1990er Jahren sportlich gesehen für viel Furore, lockten die Rhöner Zuschauer in Scharen an und mischten in der seinerzeit extrem stark besetzen Landesliga ganz oben mit.

Rasanter, offensiver Landesliga-Fußball wurde etliche Jahre an der urigen Waldsportanlage geboten. Zu den legendären Derbys gegen den rivalisierenden TSV Großbardorf kamen manchmal weit mehr als 2000 Zuschauer in das beschauliche Walddorf.

Und dennoch geriet der 1953 gegründete Traditionsverein, der sogar an die Tür der Bayernliga klopfte und erst in den Aufstiegsspielen scheiterte, gewaltig ins Straucheln. In der Spielzeit 2000/01 zog sich die finanziell taumelnde DJK noch während der laufenden Saison komplett aus dem Spielbetrieb zurück. Und ging im nächsten Jahr in der Kreisliga Rhön wieder an den Start.

DFB-Pokal gegen den FC Bayern

Was allerdings unumstößlich bleibt, ist die Erinnerung. An den größten sportlichen Erfolg mit der Qualifikation für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal im Jahre 1997 zum Beispiel. Ausgerechnet der amtierende Deutsche Meister Bayern München wurde den Rhönern zugelost.

Als Ruggiero Rizzitelli in der 74. Minute allerdings den 16. Treffer für die Münchner Bayern versenkte, war dem FCB ein historisches Resultat (16:1-Sieg) gelungen, das bundesweit für Gesprächsstoff sorgte. Der Waldberger Stürmer Peter Haase hatte mit dem Ehrentreffer wenigstens etwas für die Statistik getan. Mehr als nur standesgemäß hatten die Münchner Profis die DJK Waldberg fulminant vom Nürnberger Rasen gefegt.

Der ziemlich enge Kontakt der Waldberger zum TSV Stangenroth entwickelte sich in jüngster Zeit vor allem dadurch, dass die DJKler nach einem Sportheimbrand in Waldberg vorübergehend im Ausweichquartier Stangenroth trainierten.

In Zukunft soll im möglichst regelmäßigen Wechsel entweder in Waldberg oder in Stangenroth gespielt werden. "Wir hoffen, dass die 1. Mannschaft in der Kreisklasse 1 eingruppiert wird. Das war auch der Wunsch der Waldberger, die ja in der zurückliegenden Saison schon in der Bad Kissinger Kreisklasse gespielt haben", erläutert Andreas Metz.

Das hätte dann auch den Vorteil, dass es zur Neuauflage des ewig jungen Derbys zwischen Waldberg und Wollbach/KG kommen wird. Zudem tummeln sich in der Kreisklasse 1 etliche langjährige Weggefährten der Waldberger aus den erfolgreichen Jahren in der Bezirksliga beziehungsweise in der Kreisliga Rhön.