Das Zittern dauerte bis nach Mitternacht, etliche Stadträte warteten das endgültige Ergebnis gar nicht ab, weil der Trend bereits ab 23 Uhr relativ konstant war: Eine knappe Mehrheit von 51,6 Prozent entschied sich bei der Stichfrage für das Bürgerbegehren der Bürgerinitiative, nur 48,4 Prozent unterstützten das Ratsbegehren. Bürgermeister Armin Warmuth war in einer ersten Stellungnahme in der Nacht enttäuscht, würdigte die Bürgerentscheide aber trotzdem als "gutes Zeichen einer aktiven Demokratie". Ronald Höll von der Bürgerinitiative dagegen schaute nach vorne: "Jetzt ist es wichtig, einen Schnitt zu machen und das Projekt auf die richtigen Füße zu stellen."

"Wer A sagt, muss auch B sagen", betonte auch Mit-Initiatorin Elfriede Dickert, dass sich die Gegner der vom Stadtrat favorisierten Lösung nun auch in die Neu-Planung einbringen werden. "Das sollte dann nicht Monate dauern, bis Weihnachten muss eine neue Lösung her", gab Ronald Höll als Devise aus. "Es war zu erwarten, dass es knapp wird", kommentierte er das Ergebnis. Enttäuscht war er von der Wahlbeteiligung von nur 65,6 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl lag die Beteiligung bei 73,2 Prozent. Jeder Zehnte der wählen ging, ignorierte also die beiden Bürgerentscheide samt Stichfrage.