Jetzt ist Schluss. Mit diesen Worten verabschiedet sich Angela Metz von "ihren" Senioren. 24 Jahre lang hat sie sich um sie gekümmert, gesellige Nachmittage, Andachten, Ausflüge, Wanderungen und Grillabende für die älteren Mitbürger der Gemeindeteile Burkardroth, Wollbach, Zahlbach und Frauenroth organisiert. "Da es mit Elmar Brehm einen Nachfolger gibt, kann ich mich nun zurückziehen", erklärt die 65-Jährige, weshalb sie ihr Ehrenamt aufgibt.
Die Entscheidung kommt für viele überraschend, war jedoch schon länger geplant.


Bis zuletzt im Einsatz

Am Donnerstagnachmittag wird Angela Metz ganz offiziell beim adventlichen Seniorennachmittag der Pfarrei mit Dekanatsvertreterin Leopoldine Wiesner, Pfarrer Stephan Hartmann, Bürgermeister Waldemar Bug und "Nikolaus" Walter Kuhn verabschiedet. Doch statt sich feiern zu lassen und die vielen Glückwünsche, die ihr auch von Diakon Michael Schlereth, Kirchenpfleger Georg Rottenberger und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Margot Markart überbracht werden, zu genießen, wuselt Angela Metz herum: Sie schaut, ob genügend Kaffeekannen auf den Tischen stehen, die Wurstsemmeln geschmiert sind oder die Nikolausgeschenke für alle reichen. Wie sonst auch ist sie bis zur letzten Minute im Einsatz.


"Irgendwie reingerutscht"

Entsprechend liebevoll bedanken sich die Senioren bei ihr. Sie haben zum Abschied zusammengelegt und einen großen Präsentkorb besorgt, den schließlich Irmgart Müller stellvertretend für alle Senioren überreicht, aber nicht ohne ein kleines Gedicht vorzutragen, das sie selbst verfasst hat. "Dauerte der Gottesdienst zu lange, nahmst du den Pfarrer in die Mangel", berichtet sie darin von den zahlreichen Ausflügen, die Angela Metz gemeinsam mit den Senioren unternommen hat.

"Ich bin da irgendwie reingerutscht", erzählt die gelernte Fleischfachverkäuferin, wie sie zu dem Ehrenamt kam. 1986 wurde sie in den Pfarrgemeinderat gewählt. Bereits fünf Jahre später unterstützt sie die damalige Seniorenleiterin Lena Grom bei ihrer Arbeit.


Alleinige Verantwortung

1993 übernahm sie die Verantwortung ganz, da Lena Grom aufhörte. Schwer fiel ihr die neue Aufgabe nicht, schließlich war sie im Lauf der Jahre in das Helferteam hineingewachsen. Nur das Reden und der geistliche Impuls zu Beginn der Seniorennachmittage, die einmal im Monat stattfinden, waren anfangs nicht so ihr Ding. "Ich hatte damals immer kalte Hände vor Aufregung", erinnert sie sich. Doch dank dem damaligen Pfarrer Anton Reinhard legt sich das bald. "Er hat mir immer das Gefühl gegeben, das klappt schon", sagt sie.


Unterstützung bei der Arbeit

Auch in den vergangenen Jahren war Angela Metz mit der Seniorenarbeit nie alleine. Sie konnte stets auf eine kleine Gruppe Helfer zählen, zu der heute Rita Dietrich, Gerda Geist und Karin Grom gehören. Die drei Damen lassen es sich am Donnerstagnachmittag auch nicht nehmen, sich gebührend von Angela Metz zu verabschieden. Sichtlich gerührt verspricht diese darauf: "Es hat mir immer viel Freude gemacht, mit Euch zusammen zu arbeiten. Deshalb bleibe ich bei Euch, jedoch als Gast der Seniorennachmittage."

Bereits der Kommende, der als Faschingsfest am 21. Januar stattfindet, wird von ihrem Nachfolger Elmar Brehm organisiert. "Ich habe gesehen, es sind nur wenige Männer unter Euch. Deshalb bringt jede Dame einen Herrn zur Begleitung mit", fordert er die rund 50 Anwesenden auf. Viele mussten erst einmal herzhaft darüber lachen. "Ich möchte mit den Senioren vor allem viel singen, alte Volkslieder beispielsweise", erzählt Elmar Brehm, was er sich für sein neues Ehrenamt als Seniorenleiter der Pfarrei vorgenommen hat. Zeit genug hat er dafür, denn seit dem Sommer ist der ehemalige Berufsschullehrer im Ruhestand.