Der "Schoppenbus" fährt in Bad Kissingen ab und bringt die Gäste zu Winzern und Gastronomen in Ramsthal, Fuchsstadt und Hammelburg. Dort können sie ohne Reue den Rebensaft genießen, denn der Bus bringt sie ja auch sicher wieder zurück. Die "Schoppenlinie" ist eine der Ideen, die bei dem Workshop in Fuchsstadt vorgebracht wurden.

"Bad Kissingen hat jährlich 1,5 Millionen Übernachtungen. Das ist ein Potenzial, das wir unbedingt anzapfen sollten", begründete Auras Bürgermeister Thomas Hack (CSU) seinen Vorschlag. Das Thema Wein komme in der Kurstadt bisher nur am Rande vor. Auch Jürgen Englert (SPD), 2. Bürgermeister von Elfershausen, plädierte dafür, die Kurstadt einzubinden.
Er schlug eine zentrale Vinothek vor, mit der sich die Weinbaubetriebe präsentieren können.

Werner Ziegert vom Kulturamt in Wartmannsroth sprach sich dafür aus, eine Karte zu erstellen mit allen Wanderwegen und Sehenswürdigkeiten. Auch eine zentrale Buchungsstelle mit einem Belegungsplan im Internet regte er an. "Damit Übernachtungsgäste gleich sehen können, wo noch was frei ist", sagte Ziegert. Hierzu erklärte die Hammelburger Tourist-Info-Leiterin Elfriede Böck, ein Übernachtungsverzeichnis für "Frankens Saalestück" sei in der Planung. Ein Online-Reservierungssystem gebe es aber nicht. "Derzeit müssen die Gäste noch anrufen", sagte Böck.
Franz Diez (FWG), 2. Bürgermeister von Sulzthal, verwies auf schlechte Erfahrungen mit den Öffnungszeiten der Gastronomie im Saaletal. "Ich weiß von Radtouristen, die mittags Schwierigkeiten hatten, eine Gaststätte zur Einkehr zu finden", berichtete Diez. Susanne Volkheimer, Projektmanagerin von "Frankens Saalestück", sprach sich für die Etablierung eines Wirte-Stammtisches aus. Die Gastronomen könnten so ihre Angebote abstimmen, auch die Öffnungszeiten.
Elisabeth Spath vom Hotel-Gasthof Nöth in Morlesau kritisierte die Einschränkungen zur Nutzung der Saale und den großen Einfluss der Naturschützer. Für ihren Betrieb seien die Kanufahrer ein wichtiges Standbein. Sie wünsche sich eine Rückendeckung durch die Politik. Auch Jürgen Mönch, Direktor des Hotels Ullrich in Elfershausen, meinte, die Angebote sollten möglichst nicht saisonal eingeschränkt werden. "Wenn schönes Wetter ist, möchte der Gast auch im April Kanu fahren", machte er deutlich.
Zudem plädierte Mönch dafür, eine jüngere Zielgruppe ins Visier zu nehmen, Menschen zwischen 40 und 60 Jahren, zum Beispiel aus Aschaffenburg und Frankfurt sowie darüber hinaus, "bis hin zum Ruhrgebiet". Besser in den Tourismus eingebunden werden sollte die Saaletalbahn. "Die Bahn hält ja an jeder Milchkanne", meinte Mönch. So könnten viele Betriebe entlang der Linie profitieren.
Harald Spath verwies auf die zunehmende Bedeutung der Mountainbike-Fahrer als Touristen in der Gruppe der 30- bis 60-Jährigen. Im Spessart gebe es zum Beispiel einen extra Bike-Park. Auch für ältere Gäste werde das Radfahren durch Elektrobikes immer attraktiver. Dafür müsse aber die Infrastruktur, sprich das Radwegenetz besser werden. So gelte es noch Lücken zu schließen und Mängel zu beheben. "Der Radweg zwischen Euerdorf und Bad Kissingen ist eher ein Kartoffelacker", monierte er. Ein anderer Diskussionsteilnehmer schlug vor, die Motorradfahrer stärker zu umwerben. In Rhön, Spessart und Main-Gebiet seien hervorragende Touren möglich.
Elfriede Böck regte eine Vernetzung mit den kulturellen Angeboten der Region an. Konzerte an der Hammelburger Musikakademie könnten zum Beispiel mit gutem Essen und Trinken verbunden werden. Der künstlerische Leiter der Akademie, Kuno Holzheimer, spann diesen Gedanken weiter: "Es gibt ein Saale-Musicum, warum sollte es nicht auch ein Saale-Culinaricum geben?"
Thomas Hack unterstrich, "Frankens Saalestück" sei der erste Schritt gewesen, und mit dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) für das Saaletal folge nun der zweite. Eine Förderung der Personalkosten werde es aber auf Dauer ebenso wenig geben wie eine Ausweitung über die Gemeindebudgets. Auch sein Amtskollege aus Fuchsstadt, Peter Hart (CSU), plädierte dafür, an der Finanzierung "alle Nutznießer zu beteiligen". Auch Gastronomen und Geschäftsleute, die vom Tourismus profitierten, sollten einen Beitrag leisten. Zudem sprach er sich für eine zentrale Anlaufstelle aus. "Es gibt so viele Organisationen nebeneinander. Man weiß nicht, wo man hingehen soll", brachte er das Problem auf den Punkt.
Die Vertreter der mit dem ILEK beauftragten Planungsbüros, Max Wehner und Gunter Schramm, hielten die Ergebnisse des Abends fortlaufend auf großen Zetteln fest und hefteten diese an Tafeln. Für Ende Februar kündigte Gunter Schramm ein weiteres Strategieforum an, und zwar als öffentliche Veranstaltung.