Bad Kissingen — Soll der Skiclub wieder mit den Kissinger Wölfen, also dem Eishockeyclub, zusammengehen? Erst ganz zum Schluss der diesjährigen Jahreshauptversammlung stellte Christian Draga, Vorsitzender des Skiclubs, unter "Verschiedenes" diese Frage, die eigentlich nicht von ihm kam, sondern von Vassili Ledin, dem Vorsitzenden des Eishockeyclubs, an ihn herangetragen wurde. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehe die sinnvolle gemeinsame Nutzung der Eissporthalle bei Angeboten im Eislaufsport, die Zusammenarbeit bei Veranstaltungen und eine weitere strategische Ausrichtung in der Mitgliederwerbung und -gewinnung beider Vereine, verdeutlichte der Skiclub-Vorsitzende die Absichten. "Eine Fusion beider Vereine steht nicht zur Diskussion", stellte Draga klar, nachdem aus der Mitgliedschaft skeptische Reaktionen kamen. "Wir sollten die Optionen nochmals prüfen und ausloten", meinte Jürgen Tenschert, Abteilungsleiter der Badmintonabteilung beim Skiclub, zu einer solchen Kooperation.
Diese "Federball-Abteilung", die 1991 als "Allwetterabteilung" des Skiclubs ins Leben gerufen wurde, erfreut seit einigen Jahren durch stetigen Mitgliederzuwachs. Während der Gesamtskiclub mit den Abteilungen Ski alpin, Ski nordisch, Gymnastik, Badminton, Eiskunstlauf und Eisstockschießen um gut zehn Prozent auf inzwischen 322 Mitglieder gesunken ist, legte die Badmintonabteilung im gleichen Einjahreszeitraum um fast 15 Prozent auf 80 Aktive zu. Inzwischen, so Jürgen Tenschert, "sind wir auch in der Liga angekommen", und man spiele dank einer Entscheidung am grünen Tisch sogar in der Bezirksklasse A-Ost auf einem guten 4. Platz.
Bei den Skifahrern dagegen sah es im vergangenen Jahr eher mau aus: Wegen Schneemangel begann die Wintersaison erst am 26. Januar, und obwohl Skibegeisterte aus sogar aus Oberfranken, Hessen und Thüringen zu den Skikursen kamen, werden die Teilnehmerzahlen früherer Skikurse nur noch selten erreicht werden. So konnte in der Wintersaison 2013/14 sogar nur an einem einzigen Tag in der Rhön Ski gefahren werden, so dass der Abteilungsbericht der Skifahrer für 2014 auch nicht besser ausfallen wird.
Auch die Eisstockschützen hätten oft mehr Zaungäste als aktive Spieler, ließ Draga wissen und verwies darauf, dass eigentlich auch das Eisstockschießen in Bad Kissingen als Ganzjahressport möglich sei. Im Winter in der Halle und sommers auf der Vierbahnanlage gegenüber den Tennisplätzen. Inzwischen sei es mehr eine Hobbyrunde, was wiederum einige Kurgäste davon abhalte mitzuspielen, diese kämen zum Teil sogar mit eigener Ausrüstung, wenn sie die sehr gepflegte Vierbahnenanlage sehen, seien dann aber enttäuscht, wenn pro Bahn nur ein Courler da ist. Man könne so eigentlich für jede Abteilung behaupten, "wir sind ein ausbaufähiger Haufen", denn selbst die Badmintonspieler treten sich kaum auf die Füße, können sie doch gleich zwei Sporthallen nutzen, so Christian Draga.
Trotz Schneemangels und vor Jahren erfolgter Aufspaltung des Vereins gibt es Mitglieder, die dem Skiclub über Jahrzehnte die Treue halten. Dazu gehört Harry Grundmann, der schon als Sechsjähriger die Rhönhänge auf Skiern hinuntergefahren sei. Später war er aktiv in der Eishockeyabteilung. Er wurde für 40-jährige Vereinstreue geehrt. kpr