Die Bundestagsabgeordnete, Kreisrätin und Marktgemeinderätin Sabine Dittmar bleibt stellvertretende Vorsitzende des SPD-Bezirksverbandes Unterfranken. Beim Bezirksparteitag in Stockstadt bei Aschaffenburg erzielte sie mit 80 von 88 möglichen Delegierten-Stimmen das weitaus beste Ergebnis aller fünf stellvertretenden Vorsitzenden.

Weitere Stellvertreter sind die Landtagsabgeordneten Martina Fehlner (Aschaffenburg, 68 Stimmen) und Volkmar Halbleib (68), der Schonunger Gemeinderat Markus Hümpfer (70) und die Marktheidenfelder Kommunalpolitikerin Pamela Nembach (73). Vorsitzender des Bezirksverbandes mit seinen 6200 Mitgliedern bliebt der Gemündener Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel. An dem Parteitag, der wegen der Corona-Pandemie unter strengen Sicherheitsauflagen der Gesundheits-Behörden stattfanden, nahmen auch Delegierte aus dem Landkreis Bad Kissingen teil.

Im Mittelpunkt des Parteitages stand neben den Wahlen und diversen Rechenschaftsberichten eine offene Debatte zum Thema "Erfahrungen und Lehren aus der Krise - notwendige Veränderungen". Sabine Dittmar, seit 2018 gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Bundestag, ging dabei ausführlich auf die Corona-Pandemie ein. Ziel der Maßnahmen sei es gewesen, alles zu tun, dass das Gesundheitssystem nicht überfordert wird und zusammenbricht.

Unter anderem haben Arbeitnehmer nun bis zum 30. September haben Beschäftigte für 20 Arbeitstage Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld. Bisher waren es nur zehn Tage. Dittmar betonte, dass den Rehabilitationskliniken geholfen werden konnte. Das sei besonderen wichtig in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen mit seinen vielen Kliniken.

Sie betonte aber auch "es hat sich gezeigt, dass nachgearbeitet werden muss. Es war bisher unvorstellbar, dass die Wattestäbchen für Abstriche oder Schutzkleidung fast ausgehen". In den Gesundheitsämtern sei mehr und gut bezahltes Personal nötig, damit nachverfolgt werden kann, welche Corona-Infizierten mit anderen Menschen Kontakt gehabt hätten.

Die Maßbacher SPD-Bundestagsabgeordnete forderte auch "wir brauchen endlich verbindliche Flächentarifverträge für gute Löhne und Arbeitsbedingungen in der Pflege". Der Pflegebonus von bis zu 1500 Euro, den alle bekommen, die in der Altenpflege arbeiten, reiche nicht.

Ob eine zweite Corona-Welle auf Deutschland zukomme, könne jetzt nicht gesagt werden. Das Infektionsgeschehen sei zurzeit stabil, "wir werden sehen, was der Herbst mit den Schulöffnungen uns bringt".

Sie nahm auch zu den von Ministerpräsident Markus Söder angekündigten freiwilligen Massentests im Freistaat Stellung: "Sie sind planlos und machen keinen Sinn".