Die Arbeit im Gemeindewald läuft in bewährten Bahnen. Während der Gemeinderatssitzung zeigte Revierförster Bernhard Greiter die Maßnahmen und blickte auf die Planungen für 2016. Während das Wert- und Industrieholz über die Forstbetriebsgemeinschaft vermarktet werden, bleiben die Brennholzpreise für Langholz beziehungsweise Abraum unverändert.
In seiner Rückschau verdeutlichte Greiter, der Anfang Juli 2015 die Revierleitung von
Benjamin Winter übernommen hatte, die die Folgen der Trockenheit: "In der Vegetationszeit von April bis August gab es keine nennenswerten Niederschläge. In den Kulturen zeigten sich bislang geringe Ausfälle. Langfristige Folgen in Verjüngungs- oder Altbeständen müssen wir abwarten und beobachten. Darunter fallen Schutzmaßnahmen gegen Prozessions- und Schwammspinner sowie Borkenkäfer."
Der Beu des eigentlich schon für 2014 geplanten neuen Waldwegs im Aspenschlag in Eltingshausen wurde nach Neuvergabe Ende August 2015 abgeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 40 000 Euro, von denen die Hälfte als Förderung zurückfließt, wie Greiter erklärte. Der Weg bleibt vorerst gesperrt: "Der muss noch ein Jahr ruhen, bis er fest und belastbar wird."


Ein Jahr aufarbeiten

Im Detail fügte der Förster die einzelnen Einschläge in End- und Vornutzung sowie Bestandspflege an. "Von den 2100 vorgesehenen Festmetern schafften wir 1661. Damit vergrößerte sich der Rückstand gemäß Forstbetriebsplan mit einem Hiebsatz 2300 Festmetern. In der Summe müssten wir fast ein Jahr aufarbeiten, um den anvisierten Stand zu erreichen. Deshalb sehen wir in 2016 eine Holzernte von 3000 Festmetern vor, um das Minus zu verringern."
Angesichts des Waldverlusts durch den Bau von drei Windrädern im Rottershäuser Wald sorgte sich Ratsmitglied Andreas Schmitt (BBO) um den Forstbestand und befürchtet einen Kahlschlag. Der Revierleiter erwiderte, dass die Rodungen für die Windkraftanlagen nicht in die Berechnungen einfließen. Lediglich die gemeindliche Waldfläche verringere sich. Trotz Ausgleichsmaßnahmen könnten die Verluste nicht völlig ausgeglichen werden. Ersatz sei auf nicht gemeindlichen Zonen oder durch waldbauliche Verbesserungen wie beim Umbau von reinen Nadelholz- in Misch- bzw. Laubholzbeständen anvisiert.
Anschließend stellte Greiter die Planungen für 2016 mit einem Gesamteinschlag von 2975 Festmetern vor: "Davon entfallen 1500 Festmeter in die End- und 1475 Festmeter in die Vor-nutzung. Wir lichten in den einzelnen Abteilungen die Bestände aus, um die Jungbäume zu fördern und die Bäume, die reif sind, zu verwerten. Sonst riskieren wir, dass die einzelnen Stämme überreif werden und an Wert verlieren. Intensiv setzen wir die Jugendpflege auf 12,4 Hektar fort, ohne dort größere Mengen zu ernten. Junge Pflanzen setzen wir vorrangig in reinen Nadelholzzonen. Der Gereuthweg in Ebenhausen soll eine neue Deckschicht bekommen."


Pfade werden saniert

In die Arbeiten wird der Schulwaldgarten im Wagental (Rottershausen) eingeschlossen. Hier sollen beschädigte Schilder ausgetauscht, Tische und Bänke erneuert, die einzelnen Baumarten freigeschnitten, untergegangene Baumarten erneuert und die Pfade saniert werden.
Beibehalten werden die Preise für Brennholz in Langform: Hartholz 55 und Weichholz 35 Euro je Festmeter. Abraum wird versteigert, Mindestbetrag je Festmeter zehn Euro. Der Brennholzeinschlag erfolgt nach Bedarf mit 700 Festmetern im Jahr. Je Haushalt können maximal 15 Festmeter bestellt werden.
"Wenn jede Minute zählt - Rettungskette für den Wald." Diese Thematik stellte Forstoberrat Hubert Türich vom Amt für Ernährung. Landwirtschaft und Forsten vor. "Wenn sich ein Waldbesitzer mit der Motorsäge schwer verletzt oder ein Mountainbiker im Forst stürzt, ist schnellste Hilfe geboten. Jedes Jahr passierten tausende solcher Unfälle. Schwierig jedoch ist es, den genauen Standort zu ermitteln und die Rettungskräfte zum Unfallort zu lotsen. Damit die Versorgung besser funktioniert, entwickelte die Verwaltung die Rettungskette Forst."


Bavernweites System

Das bayernweite System legte eindeutige Rettungstreffpunkte fest, 275 davon im Landkreis Bad Kissingen und davon wiederum acht in Oerlenbach. Sie sind ganzjährig anfahrbar an Eingangspforten zum Wald, an Waldparkplätzen und an touristischen Schwerpunkten. Auf den grünweißen Tafeln, im Abstand von zwei bis drei Kilometern an meist öffentlichen Straßen stehen, ist jeweils neben der Notrufnummer 112 ein nummerierter Treffpunkt angegeben. Im Notfall muss nur diese Bezeichnung angegeben werden. Rettungskräfte werden so schnell zur Unfallstelle geführt.
Das System sei zwar für den Forst erarbeitet, komme aber allen Bürgern zugute, stellte Türich heraus. Dazu gebe es eine kostenlose Smartphone-App "Hilfe im Wald", damit jeder Nutzer von seinem Standort zum nächsten Rettungstreffpunkt findet beziehungsweise den Helfern seinen Aufenthaltsort beschreiben kann. Weitere Infos unter www.rettungskette-forst.bayern.de


Anlaufstellen

Folgende Rettungstreffpunkte gibt es im Bereich der Gemeinde:
Holzlagerplatz Heckig in Ebenhausen;
Gasthaus Zum Hirschen in Ebenhausen;
Sportheim in Ebenhausen;
Alter Sportplatz Ramsthal/Gemarkungsgrenze Ebenhausen;
Ortseingang Nord von Eltingshausen;
Ortseingang Süd von Rottershausen;
Parkplatz Waldsiedlung Rottershausen;
Parkplatz Schwarze Pfütze Rottershausen .