Dass es während der gesamten Aufbauarbeit regnete und die Platzer Kuppe von Dunst und Nebel umringt war, störte die sieben Mitglieder und Helfer vom "Jahrgang 1958" bei ihrer Arbeit kaum. Schon im Vorfeld stellte Organisator Helmut Schneider klar, das Kreuz werde aufgestellt, "egal wie das Wetter sein wird".

Täter schlugen kurz vor Weihnachten zu

Schneider erinnert sich an das große Entsetzen und die Wut der
Bürger auch in den umliegenden Gemeinden, als am 22. Dezember des vergangenen Jahres bekannt wurde, dass ein oder mehrere Frevler in der Nacht das Gipfelkreuz umgesägt hatten. Zwei Wanderer aus Platz hatten den Schaden entdeckt und sofort Bürgermeister Manfred Emmert informiert, erzählt Schneider und bedauert, dass der oder die Täter noch nicht ermittelt werden konnten und damit einer gerechten Strafe entgangen sind.

"Im Jahr 2005 wurde von unserer Freundesgruppe, den '1958ern aus Geroda', die Idee geboren, auf der Platzer Kuppe ein Gipfelkreuz aufzustellen", erzählt Schneider. Vom genau 737 Meter hohen Vulkankegel haben Wanderer einen wunderbaren Ausblick auf die Umgebung. Prompt setzten die 1958er diese Idee in die Tat um. Seit Mai 2005 stand nun das Holzkreuz aus Lärchenholz auf der Platzer Kuppe. Es ist 4,50 Meter hoch und 2,20 Meter breit.Das Holz stiftete damals die Bayerische Forstverwaltung.

Das war Millimeter-Arbeit

"Als wir von der Schandtat erfahren haben, stand für uns 1958er fest, dass wir das Kreuz wieder aufstellen werden", sagt Schneider mit Inbrunst. Zur Sicherheit lagerte er das Kreuz in seiner Scheune. Um das Kreuz in seiner bisherigen Größe zu erhalten, fertigte Dieter Heck ein zirka ein Meter langes Verbindungsstück aus Winkeleisen an. Vor Ort wurde dieses Teil mit der bisherigen Halterung verbunden, um dem Kreuz wieder einen festen Halt zu geben.

Mit einem Traktor wurde das Kreuz hinauf zur Platzer Kuppe gebracht. Nachdem die Eisen-Halterungen mit zahlreichen Schrauben verbunden waren, wurde das Kreuz mit Hilfe des Frontladers aufgerichtet. Die anschließende Einführung des Holzkreuzes in die Halterung war Millimeter-Arbeit. Schon nach wenigen Minuten war auch dieser schwierige Teil geschafft. Die Freude über das gelungene Werk bei den Helfern war groß.

Gefeiert wurde das Gemeinschaftswerk mit einer deftigen Brotzeit, die von den Frauen der 1958er hergerichtet und überbracht wurde. Das gemütliche Beisammensein fand in einer nahe gelegenen Schutzhütte statt. Bürgermeister Manfred Emmert überbrachte den Dank und ein Geschenk der Gemeinde an die fleißigen Helfer.