"Wir haben schon heute früh um zehn Uhr die ersten Gäste bewirtet, mittlerweile sind nicht nur die Bratwürste zur Neige gegangen. Wir haben keine Servietten mehr, keine Pappteller und die Pommes wurden auch rationiert, sonst reichen sie uns am Sonntag nicht mehr", sagte Gabi Pankerl von den Karnevalisten. "Mit Doppelschichten haben wir uns dem Ansturm entgegen gestemmt, selbst der reichliche Weinvorrat geht zur Neige." Ähnlich ging es den Reservisten, den Fischern und den
ansässigen Gastronomen. Selbst das Wechselgeld zur Pfandauslöse wurde gegen Mitternacht knapp.

Breit gefächert war das musikalische Angebot: Die Hauskapelle Unimusicum heizte auf der Zentralbühne ein, bei der Partyband Chilli um den Westheimer Heiko Schmitt tanzten sogar die Jüngsten mit ihren Luftballons. Kontrastprogramm zum Treiben im Park war die Abendmusik in der evangelischen Christuskirche: In die mit Kerzen beleuchtete Kirche drangen die Geräusche des Fests nur dumpf durch die weit geöffneten Türen. Aufgeführt wurde das Engelkonzert, die passenden meditativen Texte von Margarete Wollmann taten hierzu einen wesentlichen Beitrag, spannten sie nicht nur einen Bogen zwischen den einzelnen Stücken unter dem Dirigat ihres Mannes, Kantor Markus Wollmann, sondern auch zu den im Kerzenschein schimmernden Ikonen mit Engelsdarstellungen von Maria Schramm.

Der Sonntag war dann der Familientag. In der Wandelhalle wurde die Modelleisenbahn der Sinntalbähner von Jahr zu Jahr imposanter. Die Musikschule spielte in wechselnden Ensembles zu Kaffee und Kuchen, im Kursaal gab es nach dem sonntäglichen Tanzkaffee eine hinreißende Aufführung der Ballettschule Natascha, während nebenan die letzten Stellproben fürs ausverkaufte Theaterstück der Realschule stattfand.

Reservisten grillten 1400 Steaks

Das meiste Gedränge bei dem heuer nochmals ausgeweiteten Angebot des kunterbunten Kinderzelts. "Wir werden wieder mit einem stolzen Spendenerlös für unsere Arbeit rechnen können", sagte Kai Handel, einer der zufriedenen Organisatoren. Während die Fischer ihren Stand kurz nach Mittag wegen Ausverkauf schon schlossen, legten die Reservisten neue Batzen Fleisch auf den Grill. "Wir hatten schon für unseren Stand in Wildflecken eingekauft, so dass wir genug Reserve hatten, es werden wohl 1400 Steaks gegrillt werden", sagte Vorsitzender Karl Veit.