Seit 2001 lädt Wirtin Marianne Rauh am letzten Samstag im Januar zur Spinnstube in ihren Gasthof zum Mühlengrund ein. Werbung muss sie für diesen Abend keine machen, die Gäste wissen Bescheid und kommen gern. Mit der jährlichen Spinnstube möchte Marianne Rauh an eine alte Rhöner Tradition erinnern. In früherer Zeit kamen die Menschen an den langen Abenden in den Herbst- und Wintermonaten zum gemeinsamen Handarbeiten und Spinnen zusammen. Aber nicht nur die fleißige Arbeit an den Spinnrädern stand im Vordergrund, sondern auch die Pflege der Gemeinschaft und des heimischen Liedguts. Dass dazu auch manch zünftiger Witz und der eine oder andere Tratsch um die Nachbarschaft und Ereignisse im Dorf gehörte, versteht sich von selbst.

Die Wirte-Koopertion "Rhöner Charme" habe Marianne Rauh 2001 auf die Idee gebracht, diese Tradition in ihrer Wirtsstube wieder zu belebten. "Die Zeiten haben sich geändert, die Spinnstube  in der alten Art gibt es nicht mehr. Aber sie darf nicht in Vergessenheit geraten", erklärte sie. In Zeiten von Mobilität und Internet könne die alte Zeit nicht zurück geholt werden. Es gehe darum, neue Formen zu finden, die das Miteinander, die Pflege des Volksliedes und des Handwerks förderte, ergänzte Bernhard Walter, der Vorsitzende des Rhönklub Zweigvereins Oberweißenbrunn. "Es ist die Veranstaltung von Marianne Rauh, sie ist aber auch Mitglied bei uns im Verein und wir unterstützen ihre Spinnstube seit vielen Jahren", erklärte er.