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Irmelshausen
Kirche

Turmkreuz und Kugel am Platz

Dokumente und Filme wurden in die neue Turmkugel für Irmelshausen gelegt. Kreuz und Kugel sind in fast 60 Metern Höhe montiert worden.
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Ein historischer Augenblick hoch über den Dächern von Irmelshausen. Spenglermeister Meinhard Mai gibt die Kapsel in die Turmkugel in der Gewissheit, dass er diese Kassette wohl nicht mehr öffnen wird.  Foto: Hanns Friedrich
Ein historischer Augenblick hoch über den Dächern von Irmelshausen. Spenglermeister Meinhard Mai gibt die Kapsel in die Turmkugel in der Gewissheit, dass er diese Kassette wohl nicht mehr öffnen wird. Foto: Hanns Friedrich
Wer aus welcher Richtung auch immer nach Irmelshausen kommt, dem leuchtet jetzt die goldglänzende Turmkugel, darüber das schmiedeeiserne Kreuz mit der Wetterfahne entgegen. "Das hat gefehlt. Nun sind Kreuz und Kugel wieder oben. Schön, dass wir dabei waren." Alles Aussagen von Irmelshäusern, die erlebten, wie Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf Kreuz und Kugel segnete.


Dokumente für die Nachwelt

Das Schriftstück über die Kirchengemeinde, das sie für die Nachwelt verfasst hat, beendete sie mit den Worten "Möge Gott die Menschen segnen." In der Dokumentenkapsel befinden sich weiterhin Unterlagen der Gemeinde Höchheim, die Bürgermeister Michael Hey zusammen stellte.
Hinzu kommen zwei DVD. Zum einen der Film "Als Zaun und Minen Menschen trennten" von Kreiskulturreferent Hanns Friedrich und dem BR-Kameramann Alfred Grein, zum anderen "Historisches Irmelshausen" und der "Altlandkreis Königshofen". Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert steuerte seinen Festvortrag zur 1200 Jahrfeier von Irmelshausen bei und eine Ausgabe "Das Grabfeld" des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld. Spenglermeister Meinhard Mai verschloss die Dokumentenkassette und gab sie hoch über den Dächern von Irmelshausen dann selbst in die Turmkugel.


Letzte Öffnung 1983

Der Posaunenchor Irmelshausen umrahmte die Feierstunde, die in der St. Jakobuskirche stattfand. Bürgermeister Michael Hey hat in die Turmkugel das Foto des Gemeindewappens sowie Statistiken zu Höchheim und den Ortsteilen gelegt. Die letzte Turmkugelöffnung war im Jahr 1983. Erwähnt hat er alle 34 Vereine in der Großgemeinde und auch die gemeindlichen Einrichtungen vorgestellt. Was nicht fehlen durfte war ein aktuelles Foto der Großgemeinde, natürlich mit den einzelnen Ortsteilen. Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf hat aktuelle Informationen der Kirchengemeinde beigefügt und die Kirchenchronik von 1983 weiter geführt. Die Tageszeitung liegt der Turmkugel bei, Faltblätter der Kirchengemeinde, der Kirchenführer und ein Grußwort des Landesbischofs im Original. Was nicht fehlen durfte, war "der kleine Playmobil Luther" aber auch einige Euromünzen. In ihrer Niederschrift verweist die Pfarrerin auf die Grenzöffnung 1989, die 1200-Jahrfeier, den Auferstehungs- und Jakobusweg sowie den neuen Kindergarten. "Ich schwärme von der 500-Jahrfeier unserer Kirche", sagte die Pfarrerin. Sie hat aber auch niedergelegt, wie oft Gottesdienste gehalten werden und die Verbindung mit dem thüringischen Nachbarort Mendhausen erwähnt.
Beate Hofmann-Landgraf erwähnte, dass sie seit 1995 die Pfarrstelle innehat und ihr in der Gemeinde viel Sympathie entgegengebracht werde. Dafür danke sie ihrer Gemeinde ganz besonders. Schmunzelnd sagte Hanns Friedrich, dass keiner wisse, ob bei der nächsten Kugelöffnung in Jahrzehnten noch die DVD abgespielt werden können oder ob man da in ein Museum gehen müsse. Kreisheimatpfleger Reinhold Albert hatte die Geschichte der Reformation im Grabfeld erforscht und dazu Unterlagen beigelegt. Außerdem ist sein Vortrag vom Jahr 2000 enthalten, der die 1200- jährige Geschichte von Irmelshausen aufgearbeitet hat. Es sei schon etwas Besonderes, wenn man Unterlagen in eine Turmkugel legen dürfe, sagte der Kreisheimat- und Archivpfleger.Dann waren die Mitarbeiter der Firma Thilo Hammer aus Arnstein an der Reihe, Kreuz und Kugel in knapp 60 Metern Höhe wieder anzubringen. Mit vereinten Kräften hievten die Mitarbeiter der Firma Hammer das schwere Turmkreuz in die vorgesehene Position, richteten noch die Turmkugel aus und überprüften, ob sich die Wetterfahne in die entsprechende Windrichtung dreht. "Alles perfekt, nun wissen die Irmelshäuser wieder woher der Wind weht!", hieß es schmunzelnd.