Unruhig drohte die Garitzer Bürgerversammlung zu werden. Der Deutsche Wetterdienst hatte am Donnerstag eine Sturmwarnung mit Windböen bis zu 80 Stundenkilometern herausgegeben. Das war eigentlich kein gutes Omen für die Veranstaltung, welche die Stadtverwaltung coronabedingt im Pausenhof der Henneberg-Grundschule angesetzt hatte.

Doch es blieb auch im übertragenen Sinne alles ruhig, obwohl bei einer ersten Testphase auf den Umleitungsstrecken im Oktober noch nicht alles rund gelaufen war. Nach Schätzungen der Feuerwehr kamen zu dem Treffen 80 bis 100 Leute, um sich dick einpackt und bisweilen mit kalten Füßen im freundlichen Dialog über die Baustelle zu informieren. Sie wird das Verkehrsgeschehen in der Stadt und im Umland 2022 prägen.

Internetseite freigeschaltet

Im Mittelpunkt des Treffens standen die kommenden Einschränkungen für den Stadtteil. Samt einzelner Nachjustierungen als Lehre aus dem Probebetrieb im Herbst. Leitender Baudirektor Michael Fuchs vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt kündigte die sofortige Freischaltung einer Internet-Seite unter www.garitzer-kreisel.de an.

Das ist ein Novum bei der Behörde: Jeweils zeitnah soll dort über den Stand des Baufortschrittes und die damit verbundenen Einschränkungen informiert werden. "Jeder muss wissen, wo er fahren kann", unterstrich Oberbürgermeister Dirk Vogel die Bedeutung einer ausgeprägten Öffentlichkeitsarbeit. Denn: "Es wird keine einfache Zeit", blickte Vogel voraus. Jederzeit seien Rückmeldungen bei der Stadtverwaltung möglich, falls etwas hakt.

Baudirektor Fuchs sprach von einem optimierten Bauablaufplan. Los gehen soll die Baustelle möglichst im März, wenn es die Witterung zulässt und im Oktober oder November abgeschlossen sein.

Neun Millionen Euro Baukosten

Auf einer Strecke von 1,4 Kilometern sollen in gut acht Monaten neun Millionen Euro verbaut werden. Neben dem Kreisel wird in einem zweiten Bauabschnitt der Westring stadtauswärts samt der dortigen Brücke saniert. Außerdem wird eine Radwege-Anbindung geschaffen, stellte Fuchs in Aussicht.

Das wird in der Bauphase erhebliche Umwege mit sich bringen. Der Verkehr von Westen ins Stadtzenrum soll bereits an der Verbindung von B 286 und Autobahnzubringer über den Klaushof von Norden in die Stadt geleitet werden. Um Schleichwege über den Westring unattraktiv zu machen, soll dort frühzeitig gegraben und so der Verkehr über Ampelregelungen mit längeren Rotphasen gebremst werden.

Wie kommen Fußgänger in die Stadt

An verschiedenen Ständen mit Plänen und Schautafeln informierten bei der Bürgerversammlung Stadtverwaltung und Staaliches Bauamt über das Vorgehen. Am dichtesten war der Stand von David Rybak umlagert.

Der Abteilunsgleiter für Bürgerservice und Entwicklung ging auf die Fragen der Garitzer zur Verkehrsführung in dem Stadtteil ein. Fußgängerinnen und Fußgänger wollten wissen, wie sie in der Bauphase in die Innenstadt kommen. Dazu stehe weiter die Unterführung unter dem Westring durch das Marbachtal zur Verfügung. "Mit einer Sperrung ist nur für sechs bis acht Wochen zu rechnen", stellte er in Aussicht. Dann bleibe nur der Fußweg durch den Riedgraben.

Verstärkte Kontrollen

Streng soll die Einhaltung der vorübergehenden Halteverbote in See-, Seehof- und Neulandstraße kontrolliert werden. Außerdem soll in der Seestraße eine Halbschranke installiert werden, um die dortige Einbahnregelung stärker zu betonen. In der Probephase hatten sich zu viele Autofahrer darüber hinweg gesetzt, was zu starken Behinderungen führte. Auch hier sei mit Kontrollen zu rechnen.

Abgeraten habe die Polizei vor provisorischen Fußgängerüberwegen im Ort. Stattdessen bitte die Stadt Garitzer, sich ehrenamtlich als Schulweghelfer zur Verfügung zu stellen, um den Nachwuchs im Umgang mit der geänderten Verkehrsführung vertraut zu machen.