So eine Haushaltsdebatte wenige Wochen vor der Wahl bietet üblicherweise viele günstige Gelegenheiten, sich publikumswirksam zu streiten. Ein bisschen war das den Fraktionen im Bad Kissinger Stadtrat jetzt auch bewusst, als sie den städtischen Haushalt für das gerade begonnene Jahr beschlossen. Kleine Scharmützel vor dem Hintergrund der kommunalpolitischen Weichenstellung am 15. März gab es dabei durchaus. Am Ende segneten die Räte den Etat trotzdem einstimmig ab.

Ausgeglichen ist der Haushalt im Entwurf nicht, erklärte Kämmerer Stefan Lang zu den Grundlagen des Etats, der im Ergebnishaushalt 58,4 Millionen Euro an Erträgen und 59,5 Millionen Euro an Aufwendungen umfasst. Der Verlust von 1,08 Millionen Euro, der sich daraus errechnet, sei aber immerhin schon einmal um 400 000 Euro geringer als im Ansatz des Vorjahres. Außerdem stellen sich Bad Kissinger Haushalte in der Abwicklung regelmäßig erheblich günstiger dar, als am Jahresanfang im Entwurf.

Kay Blankenburg bilanzierte bei seinem zwölften und letzten Haushalt als Oberbürgermeister eine erfreuliche Entwicklung. Nicht zuletzt durch die Stabilisierungshilfen des Freistaats sei es der Stadt in den vergangenen Jahren gelungen, die Verschuldung deutlich zurückzuführen. Die Stadt habe dadurch "ein Stückchen neue Handlungsfähigkeit" gewonnen. Sehr zufrieden sei er auch, weil es gleichzeitig gelungen sei, die Steuern nicht zu erhöhen.